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26.09.2013

Mit Gottes Segen - Benedictines of Mary "Angels and Saints at Ephesus"

In den USA sind die Benedictines of Mary, Queen of Apostles Stars. Die musikalische Friedensbotschaft der zurückgezogen lebenden Ordensschwestern erreicht mit ihrem zweiten Album "Angels and Saints at Ephesus" nun auch Deutschland.

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Sie sind jung, talentiert, musikalisch höchst erfolgreich … und streng katholisch. Die Rede ist von den Benedictines of Mary, Queen of Apostles, einer 1995 gegründeten Ordensgemeinschaft aus dem US-Bundesstaat Missouri, die sich der Verehrung der Heiligen Jungfrau Maria verschrieben hat und mit ihrem aktuellen Album in den USA vor wenigen Wochen für eine Sensation sorgte. "Angels and Saints at Ephesus", das zweite Album des Ordenschors, kletterte an die Spitze der Pop-Charts auf Amazon und ließ Künstler wie Kanye West, Daft Punk und Black Sabbath links liegen. Nun erreicht das sakral-musikalische Phänomen Deutschland. Doch der Reihe nach.

Kontaktaufnahme via Schneckenpost

„Es ist das Ideal unserer Gemeinschaft, sowohl den Rückzug Unserer Herrin von der Welt in stille Abgeschiedenheit als auch Ihre apostolische Barmherzigkeit nachzuahmen“, heißt es im Glaubensbekenntnis der Nonnen. „Gewidmet allein Ihr und erfüllt von Ihrem Geist, der kein anderer ist als der Heilige Geist Gottes, streben die Schwestern danach, den Nachfolgern der Apostel in unserer Zeit zu geben, was Sie den ersten Aposteln gab: Zuspruch, Beistand und Hilfe hinter den Kulissen.“ Um sich ganz ihrer Berufung widmen zu können, leben die Benediktinerinnen zurückgezogen in ihrem Kloster Ephesus in der Diözese Kansas City / St. Joseph in Missouri. Auf ihrer Website bitten sie darum, Kontakt nur via „snail mail“ (Schneckenpost) oder Fax aufzunehmen, „um unsere klösterliche Routine und einen kontemplativen Geist der Stille zu bewahren.“ Eine Telefonnummer ist nicht verzeichnet. Für dringende Anfragen wie die von Familie Fitzgibbons, die Ende 2011 bei den Nonnen einging, gibt es immerhin ein Email-Kontaktformular.

Achtmal täglich Singen

Die Schwestern, keine von ihnen ist professionelle Sängerin, praktizieren achtmal täglich ihr Chorgebet, getreu dem Wort des Kirchenvaters Augustinus: „Wer singt, betet doppelt!“
Seit 2008 nehmen sie ihre Gesänge gelegentlich für Freunde und Gönner auf. Ein Beschenkter gab seine CD an Kevin and Monica Fitzgibbons, die Betreiber der lokalen Plattenfirma De Montfort Music, weiter, wo sie zunächst in einer Kiste voller Demotapes landete. Bis Michael, der 6-jährige Sohn des Paares, die Aufnahme der Benedictines of Mary, Queen of Apostles fand und einlegte. Die katholische Familie verliebte sich sofort in die von erhabener Schlichtheit und stiller Schönheit geprägte Musik und nahm mittels Website-Formular Kontakt zu den Schwestern auf. Es gelang, sie zu einer Veröffentlichung zu ermutigen und obendrein sogar die Plattenfirma Decca für den weltweiten Vertrieb zu gewinnen. Starproduzent Glenn Rosenstein besuchte daraufhin drei Tage lang Kloster Ephesus. Vor Ort nahm der Oscar- und Grammy-Gewinner das internationale Debütalbum des Chores "Advent at Ephesus" auf, das Ende 2012 mehrere Wochen lang die klassischen US-Billboard-Charts anführte.

Erfolgsproduzenten geben sich in Ephesus die Klinke in die Hand

Schon Anfang 2013 klopfte mit Chris Alder bereits der nächste Erfolgsproduzent und eine lebende Legende unter den Tontechnikern im Feld der klassischen Musik an die Pforte von Ephesus. Starpianist Lang Lang sagt von dem 9-fachen Grammy-Gewinner und bevorzugten Produzenten von Operndiva Anna Netrebko, er besitze den sechsten Sinn. Alder nahm mit den Benedictines of Mary, Queen of Apostles das Album "Angels and Saints at Ephesus" auf, das wie sein Vorgänger an die Spitze der US-amerikanischen Charts stürmte. Unter Verzicht auf jegliche instrumentale Begleitung gelingt es den sangesfreudigen Nonnen erneut, ein abwechslungsreiches und klanglich herausragendes Album mit 17 englischen und lateinischen A cappella-Stücken vorzulegen, das einen weiten Bogen von einstimmigen gregorianischen Gesängen über mehrstimmige Stücke der Renaissance bis zu einfacheren Stücken im romantischen und spätromantischen Stil spannt. „Unser Lebensweg ist wahrlich von großem Frieden und Ruhe geprägt“, sagt Mutter Cecilia, Vorsteherin des Ordens. „Weil nicht jeder zu uns kommen kann – und wir nicht in die Welt gehen – sind unsere Alben eine Möglichkeit für uns, den Menschen einen kleinen Eindruck von unserem Leben zu vermitteln und sie daran Teil haben zu lassen.“