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11.06.2013
Giuseppe Verdi

Die großen Verdi-Interpreten in der Arte Edition

Arte und Deutsche Grammophon haben auf 2 CDs eine Sammlung der größten Verdi-Interpreten zusammengestellt und zeigen so die tausend Farben des großen italienischen Komponisten.

Giuseppe Verdi, Die großen Verdi-Interpreten in der Arte Edition Die großen Verdi-Interpreten

Schon der pinke Schal auf dem Coverfoto zeigt, dass Verdi immer wieder überraschen kann. Nicht nur durch die Varianz seiner Kompositionen, sondern auch durch deren verschiedenste Auslegungen. Verdis Opern-Melodien sind bis heute in aller Munde, ob damals als revolutionäres Straßenlied der Italiener wie "Va, pensiero", oder heute als romantische Kulisse in Pizza-Werbung wie "La donna è mobile". Seine 26 Opern umfassen Themen wie Glaube, Liebe, Intrigen, Schicksal, Freiheit und Unterdrückung. Es finden sich darin Fehden des Adels, Verwechslungsdramen, die Flucht jüdischer Gefangener aus Babylon, Kreuzzüge, Räuberbanden, Inka, schottische Könige, Korsaren, Kaiser Barbarossa, Herzöge als Schürzenjäger und morbide Prostituierte. Verdis Themen waren damit nicht nur vielfältig, sondern wie sein Kompositionsstil auch revolutionär. Einige Anspielungen waren der Obrigkeit zu deutlich, sodass oftmals die Zensur der Habsburger Verdis Opern abschwächte. So wurde aus dem frauenvernaschenden französischen König in ‚Rigoletto‘ ein mittelalterlicher Herzog von Mantua.

Doch trotz der Zensur blieben Verdis Werke stark politisch und der Operngänger verstand die Botschaften. Nicht umsonst schrieben italienische Befürworter des Nationalstaats während der Zeit des Risorgimento „Viva Verdi“ als Akronym für „Viva Vittorio Emanuele Re d'Italia“ („Es lebe Viktor Emanuel, König von Italien“) an Häuserwände und sangen Verdis „Va, pensiero“ bei Straßenkämpfen. Es entstammt der OperNabucodonosor‘, später ‚Nabucco‘ genannt, mit der Verdi 1842 der endgültige Durchbruch als international erfolgreicher Komponist gelang. Auf CD 2 der Box ist das Chorwerk in einer Interpretation des Chores und Orchesters der Deutschen Oper Berlin unter Giuseppe Sinopoli zu hören.
Weitere Höhepunkte der zweieinhalbstündigen Verdi-Sammlung sind ‚La traviata‘, einmal in der Version des Bayerischen Staatsorchesters unter Carlos Kleiber, gesungen von Plácido Domingo, und einmal die Interpretation der Wiener Philharmoniker mit Anna Netrebko und Rolando Villazón in den Titelrollen. Vergleiche anstellen kann der Hörer auch bei ‚Rigoletto‘, das gleich in vier verschiedenen Konstellationen zu hören ist (Luciano Pavarotti und Joan Sutherland / Rolando Villazón / Jonas Kaufmann / Anna Netrebko und Elīna Garanča), ebenso wie bei ‚Don Carlos‘ (Jonas Kaufmann / Magdalena Kožená / Georg Solti) und ‚Un ballo in maschera‘ (Joseph Calleja / Moica Erdmann und Rolando Villazón). Auch Luciano Pavarottis ‚Ernani‘, Joan Sutherlands Attila, Plácido Domingos ‚Il trovatore‘ oder Katia Ricciarellis ‚Aida‘ sind brillante Beispiele des Verdi-Fachs.

Nicht nur heute, sondern schon zu Lebzeiten genoss Verdi international großes Ansehen und wurde sehr vermögend. Verdi selbst empfand als sein größtes Werk nicht etwa eine seiner Opern, sondern das „Casa Di Riposo Per Musicisti“, ein Seniorenheim, dass im Auftrag Verdis gebaut worden ist und noch heute alternden Musikern eine Ruhestätte bietet.