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11.05.2013
Claudio Abbado

Zum 80. Geburtstag von Claudio Abbado: The Symphony Edition und The Decca Years

Claudio Abbado, Zum 80. Geburtstag von Claudio Abbado © Dieter Nagl / DG Claudio Abbado, Orchestra Mozart, 2012

Am 26. Juni feiert Claudio Abbado seinen 80. Geburtstag. Sein Alter allerdings hört man ihm nicht an. Im Gegenteil: Der Maestro aus Mailand ist mehr denn je einer der profunden Meister seines Fachs, der mit lebenslanger Neugier sich der Erkundung des Orchesterklangs widmet. Aus Anlass des Jubiläums haben sich nun die Kenner im Hause Universal auf die Suche nach den Raritäten und den großen Momenten begeben. Zwei außergewöhnliche Editionen sind dabei herausgekommen.

Ein Leben lang ganz vorne dabei

Für das große Publikum war Claudio Abbado spätestens von dem Moment an ein Begriff, als er 1989 die Nachfolge Herbert von Karajans am Pult der Berliner Philharmoniker antrat. Allerdings brachte er für dieses Amt bereits viel Erfahrung mit. Von 1968 bis 1986 war Abbado Musikdirektor der Mailänder Scala, wechselte daraufhin als Musikdirektor der Wiener Staatsoper und war nebenbei von 1987 an als Generalmusikdirektor der Kulturstadt tätig. Da er aus seiner eigenen Biographie wusste, wie wichtig die Förderung junger Künstler ist, rief er im Laufe der Jahre Festivals und Wettbewerbe ins Leben, die dem Nachwuchs Türen öffneten. Dazu gehörte 1988 das Festival Wien Modern oder 1991 der Wiener Kompositionswettbewerb ebenso wie bereits 1978 die Gründung des Jugendorchesters der Europäschen Gemeinschaft, ferner die Gründung des Gustav-Mahler-Jugendorchesters, die er wie das Chamber Orchestra of Europe außerdem als Künstlerischer Leiter und Dirigent unterstützte.
Als er also anno 1989 in freier und geheimer Wahl – ein Novum in der Geschichte des Orchesters – von den Musikern zum Dirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt wurde, stand er dem Ensemble als rundum renommierter Maestro gegenüber und schaffte es, bis er sich im Jahr 2002 aus diesem Amt verabschiedete, die Berliner in neue Klanggefilde zu leiten.

The Symphony Edition

Das wird auch deutlich, wenn man in das Booklet von The Symphony Edition blickt. Denn diese opulente Box versammelt auf 41 CDs nicht nur das Kernrepertoire der Orchestermusik überhaupt, sondern vereint zahlreiche grandiose Orchester in einem Schuber. Mit dabei sind neben den Berliner Philharmonikern und den Wiener Philharmonikern das London Symphony Orchestra, das Orchestra Mozart, das Lucerne Festival Orchestra und das Chamber Orchestra Of Europe. Und Claudio Abbado gelingt es als Chef dieser doch sehr unterschiedlichen Ensembles, jedem Orchester eine eigene Farbe zu geben und zugleich seinen persönlichen Stil herauszuarbeiten und zu bewahren. Dabei hat er Haydns Londoner Symphonien ebenso in Arbeit wie die späten Werke von Mozart, widmet sich den acht Symphonien von Schubert mit gleicher Intensität wie Mendelssohn, Brahms, Beethoven natürlich und dem kompletten symphonischen Werk Mahlers. Zu diesen häufig preisgekrönten Klassikern der Tonträgerhistorie gesellt sich außerdem eine Rarität: die Wiener Fassung von Bruckners erster Symphonie, die Claudio Abbado mit dem Lucerne Festival Orchestra eingespielt hat und die nun im Rahmen der Edition erstmals auf CD zu hören ist.

The Decca Years

Ein besonderes Schmuckstück zum 80.Geburtstag ist darüber hinaus die Edition  The Decca Years. Denn in den späten Sechzigerjahren machte Claudio Abbado eine Reihe von LP-Aufnahmen mit den Wiener Philharmonikern, dem London Symphony Orchestra und dem New Philharmonia Orchestra, die für sich selbst, aber auch im Kontrast zu den späteren Interpretationen außerordentlich spannend sind. Dabei sind wieder Bruckners erste, Beethovens siebte, acht und Mendelssohns dritte und vierte Symphonie mit von der Partie, allerdings um zahlreiche teils moderne Werke ergänzt, angefangen bei Brahms und einzelnen Verdi-Arien mit Nicolai Ghiaurov bis hin zu Prokofiev, Janácek und Hindemith. Diese frühen Abbado-Aufnahmen füllen insgesamt 7 CDs, die unter dem Signum The Decca Years in einer Box vereint sind und die The Symphony Edition ebenso exklusiv wie exquisit ergänzen.