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07.05.2013
Anna Prohaska

Die zwei Gesichter des Barock : Anna Prohaska und Julia Lezhneva brillieren mit weltlicher und geistlicher Musik

Anna Prohaska, Mythos und Mysterium Mythos & Mysterium - die zwei Gesichter der Barockmusik: Anna Prohaska und Julia Lezhneva

Es ist ein mehr als glücklicher Zufall, dass die beiden derzeit aufregendsten  jungen Sängerinnen zur selben Zeit mit neuen Alben auf sich aufmerksam machen und dabei das musikalische und thematische Spektrum des musikalischen Barock in seiner ganzen Bandbreite ausschöpfen.  So wie das barocke Musikleben sich zwischen antiken Mythen und christlichen Mysterien bewegte, so bieten beide Sopranistinnen auf ihren Alben jeweils einen repräsentativen Querschnitt durch die Bühnen- bzw. Kirchenmusik jener Epoche.

Text: Jörg Ehlert | Fotos: Uli Weber / Harald Hoffmann

ECHO Klassik-Preisträgerin Anna Prohaska jongliert auf ihrem Album „Enchanted Forest“ geschickt mit den Gefühlsextremen barocken Operngesangs: Liebe, Verlust, Verzweiflung, Wahnsinn und Rache sind die Ingre-dienzien, welche den inhaltlichen und musikalischen Bogen dieses neuen Albums in der Folge ihres überaus erfolgreichen Deutsche Grammophon-Debüts „Sirène“ spannen und ihre enorme Ausdrucksvielfalt und Virtuo-sität perfekt zur Geltung bringen. Von Monteverdis herzergreifendem Madrigal  „Lamento della ninfa“ bis hin zu Händels rasendem „Furie terribili“ aus seiner erfolgreichen Oper RINALDO singt sich Anna Prohaska in einen veritablen Barock-Rausch, der beeindruckt, berührt, in Bann schlägt: ein Fest für die Liebhaber der Barockoper!

Die russische Sopranistin Julia Lezhneva wiederum setzt auf ihrem Decca-Debütalbum ganz auf die verzaubernde Macht der barocken Kirchenmusik: im selben Maße virtuos, ergreifend, vielfarbig wie die Bühnenmusik, dazu aber gekrönt und veredelt durch das religiöse Pathos eines tiefen Glaubensbekenntnisses. So konterkarieren Motetten von Vivaldi und Händel hier grandios die Opernarien beider Komponisten auf Anna Prohaskas Album, und mit der Weltersteinspielung einer zu Unrecht vergessenen Komposition von Nicola Porpora setzt Julia Lezhneva ihrem Album das vokale Glanzlicht auf. Anno 2010, als ihr Stern bereits im Aufgehen begriffen war, wurde der jungen Russin anlässlich der Londoner BritAwards überschwängliches Lob aus dem Munde keiner Geringeren als dem ehemaligen Klassik-Superstar Dame Kiri Te Kanawa zuteil: „Hin und wieder zeigt sich ein wirklich außerordentliches Talent und ich bin überzeugt, dass Julia Lezhneva genau das ist. Die Brillianz ihrer Stimme und Gesangstechnik sind höchst beeindruckend.“ Mit ihrem Debütalbum liefert Julia Lezhneva den überzeugenden Beweis für diese Laudatio: ein Ereignis!

Profanes und Sakrales für 2013 – beide Sopranistinnen unterstreichen mit diesen Alben nachdrücklich und zu Recht ihren Anspruch, die neuen jungen first ladies der Barockmusik zu sein!