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06.05.2013

Nachruf zum Tod Janos Starker. Ein letzter Gruß

János Starker, Nachruf zum Tod Janos Starker. Ein letzter Gruß © Decca Janos Starker, aufgenommen zwischen 1970-1979

Als das Cello in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts neu erfunden wurde, war János Starker eine der zentralen Persönlichkeiten, die an Pioniere wie Pablo Casals und Emanuel Feuerbach anknüpfte, um zusammen mit Altersgenossen wie Mstislaw Rostropovich dem Instrument seinen wichtigen Platz in der Musiklandschaft zuzuweisen. Als „hell, schwerelos, geschmeidig, nie derb auftrumpfend, technisch makellos“ umschreibt der Cellos-Experte Harald Eggebrecht  in der Süddeutschen Zeitung die Spielkultur des berühmten im Jahr 1924 geborenen Ungarn, der noch bei Adolf Schiffer, einem Schüler des legendären David Popper studierte, sehr bald aber bereits seinen eigenen, nonchalanten, zuweilen ins Lakonische mündenden, im Kern aber leidenschaftlichen Stil entwickelte.

Nach seiner Flucht aus Deutschland machte János Starker in Amerika zunächst als Solo-Chellist Karriere, bevor er sich als Professor an der Indiana University Jacobus School of Music in Bloomington, Indiana, verstärkt auch der Lehre widmete.  Zu den wichtigen Stationen seiner Laufbahn gehörten unter anderem seine Arbeit als erster Solo-Cellist des Metropolitan Opera Orchestra, aber auch seine enge Kooperation mit Künstlern und Kollegen wie dem Dirigenten Antal Dorati und im Trio mit Josef Suk und Julius Katchen, die zum Teil auch in Aufnahmen für die Firma Mercury festgehalten wurde. Am 28.April 2013 starb János Starker in seiner Wahlheimatstadt Bloomington. Mit ihm verliert die Musikwelt nicht nur „einen der größten Virtuosen des letzten Jahrhunderts, sondern den wohl schaftsinnigsten Lehrer und Analytiker der körperlichen Bedingungen des Cello-Spiels“ (SZ), der von vielen Musikliebhabern überhaupt für den größten Cellisten aller Zeiten gehalten wurde.