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02.05.2013

Zeitlose Schönheit und exzessive Gefühlswelten - Die größten Opernsängerinnen auf der neuen CD "Classic Icons"

Diverse Künstler, Zeitlose Schönheit und exzessive Gefühlswelten © Deutsche Grammophon "Classic Icons"

Maria Callas, Joan Sutherland und Anna Netrebko verkörpern schlichtweg göttlichen Operngesang. Und auch all die anderen, auf „Classic Icons“ versammelten Sopranistinnen und Mezzosopranistinnen gelten als Inbegriff der Primadonna, der Diva. Von Barock bis Belcanto, von Wagner bis Strauss reicht der Bogen, hier sind die Jahrhundertstimmen in ihren Opernparaderollen zu erleben. Und selbst in den tragischen Arien erweist sich ihre Kunst als schönster Balsam für die Seele.

Diven und Opera-Queens

Das unerfüllte Begehren einer Frau, deren Machtlosigkeit schließlich im Tod mündet, steht in vielen berühmten Opern im Mittelpunkt. Und von jeher geriet das Publikum in völlige Ekstase, wenn diese verstoßenen Opernheldinnen plötzlich von Operngöttinnen aus Fleisch und Blut zum wahren Leben erweckt wurden. Die erste, die zum Inbegriff der dramatischen Belcanto-Sängerin wurde und damit den Diven-Kult begründete, war die Französin María Malibran (1808-1836). Ihre Fans gingen in ihrer Verehrung schon mal so weit, dass sie die Kutsche der Malibran eigenhändig zum Hotel zogen.

Ähnliche Bewunderung schlägt seitdem auch den Diven des 20. Jahrhunderts und 21. Jahrhunderts entgegen, ob Maria Callas, Birgit Nilsson, Marilyn Horne oder Cecilia Bartoli. Schließlich schaffen sie es mit ihrem ausdruckstarken Gesang, dass man  sich auf Anhieb mit den besungenen Sehnsüchten, Wünschen und Verletzungen identifizieren kann. Selbst in den ausweglosen oder gar von Hass erfüllten Arien-Bekenntnissen stellt sich dieser magische Moment ein, in dem der strahlende und innige Klang der weiblichen Stimme zum schönsten Seelentröster wird.

Um ganz große Emotionen, die das erhoffte Glück genauso widerspiegeln wie die bedrohte Existenz, drehen sich auf  „Classic Icons“ die ausgewählten, für Sopran bzw. Mezzosopran geschriebenen Jahrhundertpartien. Und gesungen werden diese ausnahmslos von glamourösen Jahrhundertsängerinnen. So ist Maria Callas gleich in drei Paraderollen (u.a. Puccinis „Tosca“) ungeschminkt abgründig zu erleben. Dieser hohen Kunst stand die Australierin Joan Sutherland in nichts nach, die allein mit der Arie „Casta Diva“ wie keine andere Sängerin am Thron der Callas gerüttelt hatte. Und mit Hilde Güden und Lisa della Casa sorgten gemeinsam gleich zwei Kult-Sopranistinnen für aufwühlende Richard Strauss-Wonnen, in der legendären Aufnahme der „Arabella“ von 1957 mit Sir Georg Solti am Pult.

Allein diese historischen Aufnahmen erzählen von aufwühlenden Seelenzuständen, die nur die Opern-Diven mit all ihrem stimmschauspielerischen Charisma zum Klingen bringen konnten. Aber nicht nur die Callas & Co. werden dafür bis heute zu Recht wie Heilige verehrt. Auch die aktuellen Primadonnen wie Anna Netrebko, Angela Gheorghiu, Renée Fleming, Cecilia Bartoli und Diana Damrau singen jedem aus tiefstem Herzen – und garantieren zugleich, dass bei ihren Stimmen jedem Opern-Afficionado das Herz aufgeht.