Klassik Newsletter

Sie wollen immer aktuell informiert sein? Unser Newsletterservice versorgt Sie wöchentlich mit allem zum Thema klassische Musik.

OK

Nichts verpassen

Nutzen Sie KlassikAkzente Online auch wenn Sie nicht auf unserer Seite sind:
Social Networks:

Artikel

24.04.2013
Walter Braunfels

Die Große Messe von Walter Braunfels – eine erstklassige (Wieder-)Entdeckung

Walter Braunfels, Eine erstklassige (Wieder-)Entdeckung © Archiv Bruse-Braunfels Walter Braunfels

Der deutsche Komponist Walter Braunfels ist  – leider zu Unrecht – etwas in Vergessenheit geraten, obwohl er in den 1920er Jahren neben Franz Schreker und Richard Strauss zu den meistgespielten deutschen Opernkomponisten gehörte. Berühmte Dirigenten wie Otto Klemperer, Bruno Walter und Wilhelm Furtwängler führten seine Werke auf.

Erfolg hatte er aber nicht nur mit seinen Opern, sondern auch mit anderen Kompositionen, wie beispielsweise seinen geistlichen Werken, darunter dem Te Deum op. 32 (1920/1921) und der Großen Messe op. 37 (1923-1926). Als „Halbjude“ durften seine Kompositionen während der Zeit des Dritten Reiches nicht mehr aufgeführt werden und nach dem 2. Weltkrieg konnte Braunfels, wie viele andere verfemte Musiker aus jener Zeit, nicht mehr an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen. Er starb 1954 in Köln und sein Erbe geriet in Vergessenheit.

Erst in der jüngeren Vergangenheit wurden seine Werke vereinzelt wiederentdeckt und gespielt, so präsentierte beispielsweise Christoph Schlingensief an der Deutschen Oper Berlin 2008 eine spektakuläre Lesart seiner Oper „Jeanne d’Arc“.

Der renommierte Dirigent Manfred Honeck avancierte dabei zu einem engagierten Anwalt für das Erbe von Walter Braunfels und führte in seiner Zeit als Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart zahlreiche Werke auf, darunter die Große Messe im Juni 2010. Es war die erste Aufführung dieses Werkes nach der Uraufführung 1927 in Köln. An der Seite von Manfred Honeck stand das Solistenquartett Simone Schneider, Gerhild Romberger, Matthias Klink und Attila Jun, der Staatsopernchor und der Knabenchor collegium iuvenum .

Das Magazin „Das Opernglas“ schrieb über die Aufführung:  „Das einhundertminütige Werk war über die Uraufführung 1927 in Köln nicht hinaus gelangt, sodass die Stuttgarter Oper eine echte Ausgrabung präsentierte. Dass sie auch eine erstklassige Entdeckung wurde, lag am engagierten Betreiben von Manfred Honeck, dessen umsichtige, von großer Souveränität getragene Leitung den gewaltigen Dimensionen mit ruhiger Hand begegnete und die Ensembles hervorragend in Einklang brachte.“

Der Mitschnitt dieses Konzertes erscheint jetzt  bei Decca in einer Deluxe-Ausgabe mit einem ausführlichen Essay über Braunfels und sein Wirken.

Die „Große Messe“ wurde in der Interpretation durch Manfred Honeck mit Lob förmlich überschüttet:

"Der Hörer taucht in eine spätromantische Klangwelt ein,  die ihre Faszinationskraft aus monumentaler Wirkung bezieht." (Die Welt)

"Das wichtigste Argument für die 'Große Messe' ist ihre innere Wahrhaftigkeit,  die spürbare Identifikation des Komponisten mit seinem Werk." (FAZ)

"Grandios dirigierte Klangexplosionen." (Stuttgarter Nachrichten)

"Eine Entdeckung für die Freunde großer geistlicher Chormusik. Jubel und Begeisterung!" (Schwäbische Zeitung)