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04.12.2006
Claudio Abbado

Biografie: September '02

Biografie
Claudio Abbado

Claudio Abbado wird am 26. Juni 1933 als Sohn des Violinisten und Lehrers Michelangelo Abbado in Mailand geboren. Als der Junge zum ersten Mal Debussys La Mer hört, fasst er spontan den Beschluss, Dirigent zu werden. Er besucht Proben von Wilhelm Furtwängler und Arturo Toscanini in Mailand. Seine unprätentiöse und ruhige Art zu dirigieren soll aus der Abneigung resultieren, die er Toscaninis bestimmendem Stil schon damals gegenüber empfindet. Er lernt zunächst Klavierspielen bei seinem Vater, dann studiert er bis 1955 am Mailänder Konservatorium zusätzlich Orchesterleitung und Komposition. Anschließend lässt er sich an der Musikakademie in Wien von Hans Swarowsky im Dirigieren unterrichten.

1958 gewinnt Abbado den Kussewitzky-Preis und erhält in Folge den Auftrag, am Konservatorium in Parma Kammermusik zu lehren. Im selben Jahr leitet er mit Prokofieffs Die Liebe zu den drei Orangen in Triest zum ersten Mal eine Opernaufführung, ab 1961 tritt er als Operndirigent regelmäßig an der Mailänder Scala in Erscheinung, wo er bereits ein Jahr zuvor im Rahmen des 300. Geburtstages von Alessandro Scarlatti debütierte. 1963 erhält er den 1. Preis beim Mitropoulos-Wettbewerb in New York und darf für fünf Monate mit dem New York Philharmonic Orchestra arbeiten, was ihm zu großem Renommee verhilft. 1965 holt ihn Herbert von Karajan zu den Salzburger Festspielen, und dort debütiert er mit Giacomo Manzonis Atomtod. Es folgen erste Schallplattenaufnahmen. Obwohl zunächst auf das Repertoire des 20. Jahrhunderts konzentriert, macht er sich sehr schnell auch einen Ruf als hervorragender Interpret von klassischen und frühen romantischen Werken wie den Symphonien Beethovens und Mendelssohns.

1968 leitet Abbado Bellinis I Capuleti e i Montecchi zur Eröffnung der Opernsaison an der Scala und debütiert am Londoner Covent Garden mit seiner ersten Verdi-Oper, Don Carlo. An der Scala erhält er 1969 eine Festanstellung als Dirigent; zwei Jahre später wird er deren Musikdirektor und von 1980 bis 1986 ihr Chefdirigent. Seine Jahre an diesem Haus zeichnen sich durch Aufführungen seltener italienischer Opern, sowie dem von ihm gesetzten Schwerpunkt auf Rossini, Mussorgsky, Debussy und Berg aus. Mit Orchester und Ensemble der Scala geht er auf Tournee in Europa, den USA und Japan, worunter viele denkwürdige Aufführungen sind, wie 1976 mit Simon Boccanegra in Wien. Seine Engagement für zeitgenössische Musik trägt ebenfalls Früchte: 1975 leitet er die Uraufführung von Luigi Nonos Al gran sole carico d'amore, 1982 diejenige von Wolfgang Rihms Die Abreise.

1984 debütiert Abbado an der Wiener Staatsoper, zu deren Musikdirektor er zwei Jahre später berufen wird. 1987 wird er zum Generalmusikdirektor der Stadt Wien ernannt. Das London Symphony Orchestra, dessen Chefdirigent er bereits seit 1979 ist, macht Abbado von 1983 bis 1986 zu seinem Musikdirektor - eine Zeit, in der viele Aufnahmen mit dem berühmten Orchester entstehen. Mit dem Chicago Symphony Orchestra arbeitet er von 1982 bis 1985 als dessen Erster Gastdirigent zusammen.

1990 tragen die Berliner Philharmoniker ihm das schwierige Amt des Chefdirigenten in Nachfolge Herbert von Karajans an. Die Berliner können unter seiner Leitung nicht nur ihre Vorrangstellung als eines der führenden Orchester der Welt behaupten, sondern auf seine Anregung hin ihr Repertoire um viele Werke des 20. Jahrhunderts erweitern. 1999 überrascht er jedoch die Musikwelt durch die Ankündigung, seinen Posten in Berlin im Jahr 2002 freiwillig aufzugeben.

Abbado verwendet viel Aufmerksamkeit auf die Entdeckung und Förderung junger Talente. So gründet er beispielsweise auch das European Community Youth Orchestra, als deren Musikdirektor er bis heute fungiert. Darüber hinaus ist er auch Gründer des Gustav Mahler Youth Orchestra und künstlerischer Leiter des Chamber Orchestra of Europe, dass sich aus ehemaligen Mitgliedern des European Community Youth Orchestra rekrutiert.

Claudio Abbado hat für EMI Classics mehrere Aufnahmen mit den Berliner Philharmonikern vorgelegt. Zu nennen sind davon vor allem die Kammermusiken von Paul Hindemith mit Lars Vogt, Wolfram Christ, Wayne Marshall und anderen, sowie Mozarts Flötenkonzerte mit Emmanuel Pahud und das Klarinettenkonzert mit Sabine Meyer. Im Verdi-Jahr 2001 führte Claudio Abbado mit den Berliner Philharmonikern und bedeutenden Sängern wie Roberto Alagna und Angela Gheorghiu in der Philharmonie dessen Requiem auf. Ein Mitschnitt dieses von Publikum wie Kritik gefeierten Konzertes wurde bei EMI Classics im Oktober 2002 veröffentlicht und fand sofort Eingang in die deutschen Klassik-Charts.

Am 13. Oktober 2002 wird Claudio Abbado in der Alten Oper Frankfurt mit der Verleihung eines ECHO Klassik 2002 der Deutschen Phono-Akademie als Dirigent des Jahres geehrt.
Stand: September 2002

Weitere Infos finden Sie unter: www.emiclassics.de




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