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20.02.2013

Der Jahrhundert-Pianist: Wilhelm Kempff

Wilhelm Kempff steht für Qualität. Das war schon zu Lebzeiten so und hat sich bis heute nicht geändert. Kein Wunder, dass sich die Box mit Klavier-Soloaufnahmen 2012 zu einem Publikumsliebling entwickelte. Ihr folgen nun die gesammelten Konzerte.

Wilhelm Kempff, Der Jahrhundert-Pianist © Susesch Bayat / DG Wilhelm Kempff

Übrigens war Wilhelm Kempff auch Komponist. Zahlreiche Opern und Oratorien, Lieder, Orchesterwerke, Streichquartette und Klavierstücke hat er geschrieben. Sie blieben jedoch angesichts seines überragenden pianistischen Talents im Hintergrund des öffentlichen Interesses. Wilhelm Kempff, der Sohn eines protestantischen Kantors, der so umfassend begabt war, dass ihm beim Studium in Berlin die Abschlussklasse erlassen wurde, war der bedeutendste deutsche Pianist des Nachkriegsjahre und auch einer der wichtigsten Künstler der Deutschen Grammophon.

Umfassende Aufnahmetätigkeit

So kommt es, dass bereits die limitierte Edition mit den Solo-Klavieraufnahmen 35 CDs und das große Spektrum des klassischen, romantischen und modernen Repertoires umfasste. Sie entwickelte sich in Windeseile zu einem Bestseller und das obwohl mehr als zwei Jahrzehnte nach Wilhelm Kempffs Tod 1991 eine Vielzahl großartiger jüngerer Künstler die internationale Szene bereichert. Die Popularität der Meisters der interpretatorischen Balance ist ungebrochen und so erscheint nun mit Wilhelm Kempf – Concertos eine weitere Edition, die auf 14 CDs die Konzertstudioaufnahmen für die Deutsche Grammophon und Decca in einer Box vereint.

Meisterstücke und Raritäten

Ein wichtiger Schwerpunkt dieser Zusammenstellung sind die fünf Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven. Im Laufe seiner Karriere hat sich Wilhelm Kempff immer wieder unter neuen Aspekten mit diesen Meilensteinen der Konzertkultur beschäftigt. So verwirklichte er noch zu Schellackzeiten die Aufnahme des 1.Klavierkonzerts mit der Kapelle der Berliner Staatsoper, die erste Aufnahme, die überhaupt von diesem Werk entstand. Es folgten Einspielungen mit Paul van Kempen, Peter Raabe oder Ferdinand Leitner am Pult der Berliner Philharmoniker, die die Entwicklung nicht nur des Künstlers Kempff, sondern auch der Vorstellung der Beethoven-Interpretation an sich dokumentieren.

Mozart, Schumann, Brahms, Liszt

Der zweite Schwerpunkt der Concerto-Box spannt den Bogen von Mozart-Konzerten, die Wilhelm Kempf von den Vierzigern bis in die Siebzigerjahre hinein festgehalten hat, bis hin zu den Höhepunkten der Romantik. Auch hier zeigt sich ein Pianist, der sich Schritt für Schritt vom direkten hin zu einem visionär intensiven Klangverständnis der berühmten Werke entwickelt hat. Die beiden opulenten Liszt-Konzerte gehören zu diesem Part ebenso wie das populäre a-Moll-Konzert von Robert Schumann und das wuchtige 1.Klavierkonzert von Johannes Brahms. Kommentiert wird diese Ausgabe von einem ausführliche Booklettext des Klavierexperten Gregor Willmes – eine Edition, die die Kempff Legacy würdig fortsetzt.