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08.01.2013
Staatskapelle Dresden

Das Neujahrskonzert – same procedure as every year? Wir können‘s auch anders: Mit Emmerich Kálmáns unsterblichen Melodien beschwingt ins Jahr 2013

Sind Sie mittlerweile auch dessen überdrüssig: Quadrillen, Walzer, Polonaisen, Märsche, Polkas und… und…und…? Es ist zum Haare raufen! Jedes Jahr am Neujahrstag derselbe neue alte Trott vor ein und derselben Kulisse! Und dann zu allem Überfluss auch noch zum x. Male „An der schönen blauen Donau“ und „Radetzkymarsch“. Wie langweilig!

Aber zum Glück gibt’s ja eine hervorragende Alternative – das Silvesterkonzert aus der Dresdner Semperoper mit Christian Thielemann am Pult der Sächsischen Staatskapelle. Und waren es im vergangenen Jahr noch Melodien von Franz Lehár, widmete sich das diesjährige Konzert, welches am 30.12. zur Einstimmung auf den Jahreswechsel live im ZDF ausgestrahlt wurde, ganz dem Schaffen seines Komponistenkollegen Emmerich Kálmán. „Heia heia, in den Bergen“ oder „Einmal möchte‘ ich wieder tanzen“, „Heut Nacht hab‘ ich geträumt von Dir“ oder „Ich tanz mit Dir ins Himmelreich“: wer wollte behaupten, diese Ohrwürmer aus der glänzend-silbernen Ära der Operette nicht schon irgendwann, irgendwo einmal gehört zu haben?! An diesem Abend erklangen sie alle so, wie es die ewig junge Operette verdient: auf höchstem musikalischen Niveau und mit einer Ernsthaftigkeit, wie sie diesem lange Zeit sträflich vernachlässigten Genre einzig angemessen ist! Christian Thielemann und Tenor Piotr Beczala sind ausgewiesene Kálmán-Fans und –Kenner. Und wer hätte gedacht, dass diese Gala auch noch mit einer veritablen Überraschung aufwarten konnte? Denn für die krankheitsbedingt verhinderte Diana Damrau kam, sah und siegte auf ganzer Linie die Sopranistin Ingeborg Schöpf – die nicht nur diese Gala rettete, sondern als ausgewiesener Operettensopran den beiden Herren virtuos und souverän Paroli bot! Einige der größten Sängerinnen und Sänger unserer Zeit haben ihre Karriere einem solchen „Einspringen“ zu verdanken gehabt – man denke nur an Joan Sutherland und  Montserrat Caballé! Wer weiß, vielleicht gelingt ja Ingeborg Schöpf ein Gleiches…

Und mit „Gräfin Mariza“ und „Kaiserin Josephine“, mit „Die Csárdásfürstin“ und „ Die Herzogin von Chicago“ singt spielt und tanzt man auf dem Livemitschnitt der Deutschen Grammphon zum „Happy New Year“ schwungvoll gegen das Ewig-Gleiche an und präsentiert zu Beginn dieses neuen Jahres eine launige Alternative zum alljährlichen k.u.k.-Einerlei.