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11.12.2012

Blick nach innen – „Sacred Songs“ von Valentin Silvestrov

Valentin Silvestrov, Blick nach innen © Sergey Gavrylov / ECM Records Valentin Silvestrov

Gesang, meint der ukrainische Komponist Valentin Silvestrov, sei zunächst nicht im Zentrum seines Interesses gewesen. Die „Sacred Songs“ jedoch dokumentieren sein Gespür für die Magie der Stimmen.

Text: Ralf Dombrowski | Foto: Sergey Gavrylov

Im Oktober 2011 verlieh die Universität von Kiev Valentin Silvestrov den Ehrendoktortitel, ein klares Zeichen der Anerkennung nach Jahren der Ablehnung zu Zeiten der Sowjet-Herrschaft. Tatsächlich wurde der ukrainische Komponist vor allem durch die Anerkennung im Ausland bekannt. Während des vergangenen Jahrzehnts trugen beispielsweise die Aufnahmen für ECM New Series nachhaltig dazu bei, seinen Ruf als reflektierter Modernist der Gegenwartsmusik zu festigen.

Die andere Avantgarde

„Die wichtigste Lektion der Avantgarde war es, frei von allen vorgeformten Ideen zu sein, auch von denen der Avantgarde selbst“, meint Silvestrov mit Blick auf sein eigenes Schaffen. Denn gerade das Verweilen im Melodischen stellte für den inzwischen 75-jährigen Meister einen Schritt gegen die Konventionen der Abstraktion dar. „Sacred Songs“ knüpft nun, wie schon die „Sacred Works“ (2010), an Regelwerke geistlicher Musik an, um sie in seinem Sinne neu zu gestalten.

Spirituelle Kraft

Die „Sacred Songs“ entstanden zwischen 2006 und 2008. Aufgenommen wurden sie in der St.Michaels Kathedrale in Kiev vom Kiev Chamber Choir unter der Leitung von Mykola Hobdych. „Die Melodien dieser Lieder sind Spuren im Ozean der Ewigkeit“, schreibt Paul Griffiths im Booklet des Albums. Genau das verleiht ihnen Kraft und einen bewegende, spirituelle Klarheit.