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14.11.2012
Richard Wagner

Gesamtkunstwerk – Die Edition „Richard Wagner Complete Operas“

Das Wagner-Jahr 2013 wird ein großes Fest. Weltweit stehen neue Inszenierungen in den Startlöchern, um den 200.Geburtstag des Komponisten zu feiern.

Richard Wagner, Gesamtkunstwerk Wagner - Complete Operas

Am Anfang stand Beethoven. Richard Wagner war gerade 16 Jahre alt, als er in Leipzig den „Fidelio“ auf der Bühne erlebte und so beeindruckt war, dass er beschloss, Komponist zu werden. Als erstes entstanden Sonaten, bald darauf ein unvollendeter Opernversuch mit dem Titel „Die Hochzeit“. 1833 war er soweit, mit „Die Feen“ ein erstes vollständiges Musiktheater zu gestalten, nachdem er in Würzburg eine Anstellung als Chordirektor des dortigen Theaters gefunden hatte.

Bis zu seinen berühmt gewordenen spätromantischen Meisterwerken war es aber noch ein weiter Weg. Dem Debüt folgte „Das Liebesverbot“, das 1836 in Magdeburg uraufgeführt wurde, die ebenfalls wenig bekannte Oper „Rienzi“ (1840) und schließlich „Der fliegenden Holländer“ (1841), mit dem sich langsam das Blatt wendete. Denn in Dresden begann man sich für den jungen Komponisten zu interessieren. Richard Wagner wurde 1843 zum königlich-sächsischen Hofkapellmeister ernannt, konnte den „Holländer“ auf die Bühne bringen, arbeitete am „Tannhäuser“, bald darauf auch an ersten Skizzen zu den „Meistersingern“ und dem „Lohengrin“, im folgenden Jahrzehnt dann an „Tristan & Isolde“.

Die Revolution der Oper


Von da an folgten weitere Wanderjahre, die Richard Wagner nach Zürich und Luzern, Paris, München und schließlich nach Bayreuth führten. Trotzdem war schon damals klar, dass der Leipziger Komponist die Musikwelt nachhaltig verändern würde. Seit der Fertigstellung der Partitur des „Ring des Nibelungen“ 1874 und dessen vollständiger Aufführung zur Neueröffnung des Bayreuther Festspielhauses zwei Jahre darauf, hatte das Musiktheater seine neuen Bezugsgröße, an der sich von da an vieles messen lassen musste. Wagner selbst fügte dem Kanon noch sein Spätwerk „Parsifal“ (1865-82) hinzu, bevor er 1883 in Venedig starb.

Große Musik von New York bis Berlin

Zu den wichtigsten Bühnen, die sich Richard Wagner gewidmet haben, gehört über die Jahrzehnte hinweg die Metropolitan Opera in New York. Deshalb steht auch deren berühmt gewordene Einspielung des „Ring des Nibelungen“ im Zentrum der „Complete Operas“. Am Pult dieser wegweisenden Inszenierung aus den Achtzigerjahren stand James Levine und er hatte Solisten wie Jessye Norman und Hildegard Behrens, Christa Ludwig und Kurt Moll, Reiner Goldberg und James Morris unter den Darstellern, mit denen er dem Opernzyklus ein Maximum der Ausdruckskraft entlockte.

Für „Tristan und Isolde“ wiederum wurde eine Einspielung aus dem Jahr 1982 ausgewählt, nicht nur weil mit René Kollo und Margaret Price ein vorbildlich tragisches Liebespaar in Dresden auf der Bühne stand, sondern auch weil Carlos Kleiber der Musik faszinierende Intensität zu entlocken vermochte. Ein berühmter Hans Sachs wiederum war Dietrich Fischer-Dieskau, dessen Partie in den „Meistersingern“ 1976 in Berlin mit Eugen Jochum am Pult der Deutschen Oper festgehalten wurde. In Wien hingegen sang er den Amfortas mit René Kollo als Parsifal und Hans Hotter als Titurel an seiner Seite und Sir Georg Solti als Dirigent der Wiener Philharmoniker.

Hinzu kommen der legendäre Lohengrin, den Plácido Domingo 1976 in Wien verkörpert hat, und dessen Tannhäuser von 1989 in London. Nicht zu vergessen Cheryl Studer als Senta und Bernd Weikl als Holländer zwei Jahre später in Berlin, diesmal mit Domingo in der Rolle des Erik, und natürlich René Kollo als Rienzi in der Inszenierung Mitte der Siebzigerjahre aus Dresden. Ergänzt um Einspielungen der frühen Opern „Die Feen“ und „Das Liebesverbot“ aus Manchester, ist auf diese Weise eine gewaltige, sorgfältig edierte und umfangreich kommentierte Edition herangewachsen, die getrost als Basis für das Wagner-Jahr dienen kann. Denn kompetenter kann man sich dem Genie kaum widmen.