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06.11.2012

Elliott Carter stirbt im Alter von 103 Jahren

Elliott Carter, Elliott Carter stirbt im Alter von 103 Jahren © Decca Alisa Weilerstein und Elliott Carter

Nur wenige Tage nach dem Tod des deutschen Komponisten Hans Werner Henze ist ein weiterer bedeutender Tonkünstler des 20. Jahrhunderts gestorben: Elliott Carter starb am Montag in seiner Heimatstadt New York, kurz vor seinem 104. Geburtstag, wie der Musikverlag Boosey and Hawkes mitteilte.

Carters anspruchsvolle, rhythmisch komplexe Arbeiten brachten ihm internationale Anerkennung und zahlreiche Ehrungen ein. So erhielt er 1960 und 1973 für seine Streichquartette Nr. 2 und 3 den Pulitzer-Preis. Zu seinen weiteren Auszeichnungen gehören der deutsche Ernst-von-Siemens-Musikpreis und die National Medal of Arts, die bedeutendste Auszeichnung, die in den USA an Künstler verliehen wird.

Erst spät, im Alter von knapp 90 Jahren, schrieb der US-amerikanische Komponist seine erste Oper “What next”, die im September 1999 an der Berliner Staatsoper Unter den Linden unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim und der Regie von Nicolas Brieger mit großem Erfolg uraufgeführt wurde.

In einem Interview aus dem Jahr 1992 sagte Carter über seine Musik, sie erfordere konzentriertes Zuhören und große Aufmerksamkeit. “Die große Bandbreite und Vielfalt seiner Musik hat zahllose Komponisten und Interpreten weltweit beeinflusst und wird dies auch in Zukunft tun”, erklärte der Verlag Boosey and Hawkes.

Zu den führenden Interpreten der Musik Elliott Carters zählt Pierre-Laurent Aimard. Carter war dem französischen Pianisten in langjähriger Freundschaft verbunden und widmete ihm zahlreiche seiner Werke, wie etwa die Komposition "What Are Years" für Sopran und Ensemble, die im Jahr 2010 beim Aldenburgh Festival uraufgeführt wurde. 2009 hatte Aimard als künstlerischer Leiter des Festivals besonderen Augenmerk auf die Werke des Komponisten gerichtet. Immer wieder präsentiert der Pianist Carters Klavierwerke in Konzerten, so etwa im Rahmen des Konzertprogramms "Carter in Context", in dem er Auszüge aus Bachs "Kunst der Fuge" und Solowerke von Elliott Carter gegenüberstellte.

"Elliott Carter left us as we always knew him – peacefully and discreetly. We will always remember his smile, his joie de vivre and his sense of humour. He was and will always remain a composer of fantasy and structure, reflective yet alive, always reinventing and yet true to himself. By turns lyrical, dramatic, complex, amusing and poetic, this grand master of polyphony understood the challenges of his time and entertained us with great intelligence." (Pierre-Laurent Aimard über Elliott Carter)

Die junge amerikanische Cellistin Alisa Weilerstein, seit kurzem Decca-Exklusivkünstlerin, hat sich Carters Cello-Konzert für ihr Debütalbum mit Daniel Barenboim ausgesucht, welches im Januar 2013 veröffentlicht wird und über das Carter sagte: “What a great service you have done for me and my music. I do hope that Alisa performs this piece again many times in the future!”