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17.09.2012
Joseph Calleja

Caruso - Lanza - Calleja

Enrico Caruso – Mario Lanza – Joseph Calleja. Eine Reihe wie aus dem Märchen, aber dennoch passt sie haargenau. Denn es war der legendäre Mario Lanza in seinem berühmtesten Film The Great Caruso, den der junge maltesische Tenor Joseph Calleja einst sah und hörte – und wie vom Donner gerührt beschloss, auch Sänger zu werden.

Text: Michael Horst | Foto: Simon Fowler

Das weitere ist bekannt: Als 19-Jähriger gab der Tenor sein Debüt, inzwischen hat der 35-Jährige längst mit mediterraner Leidenschaft und kultivierter Stimme die Opernbühnen in Europa und Amerika erobert. Gerade erst wurde er in London gefeiert, als er bei der spektakulären, weltweit übertragenen Last Night of the Proms einige der größten Tenor-Hits in das riesige Rund der Royal Albert Hall schmetterte.

Callejas Begeisterung für Mario Lanza ist im Laufe der Jahre nicht geringer geworden, ganz im Gegenteil: „Das ist der allerschönste Klang, den ein Mann mit seiner Stimme erzeugen kann“, schwärmt der Tenor in allerhöchsten Tönen. Deshalb auch machte er es sich zur Aufgabe, seinem großen Idol im Aufnahmestudio nachzueifern, mit genau jenen Titeln, mit denen Mario Lanza in seinen Filmen die Fans zum Rasen gebracht hat. Auf seinem neuesten Album „Be my love. A tribute to Mario Lanza“ sind sie alle zu finden: Das einschmeichelnde Arriverderci, Roma und das heißgeliebte Granada, die Serenaden von Paolo Tosti wie Marechiare oder ’A vucchella und natürlich die amerikanischen Evergreens von The loveliest night of the year bis zu You’ll never walk alone von Rodgers/Hammerstein.

Joseph Calleja wirft sich in diese wundervollen Kompositionen, als hätte er nie etwas anderes gesungen – mit Hingabe und einer guten Portion amerikanischem Entertainment. Man spürt die große Verehrung für sein Vorbild: „Auf dieser Aufnahme wollte ich Stücke singen, die ich liebe – Lieder und Arien, mit denen ich aufgewachsen bin, weil Mario sie gesungen hat.“ Aber Mario Lanza konnte auch anders, er beherrschte den Crossover zwischen Oper und Songbook mühelos, bevor das Wort dafür überhaupt erfunden war! Und daher dürfen auch die Lieblingsarien des Italo-Amerikaners bei Calleja nicht fehlen: die unverwüstlichen Highlights aus Cavalleria rusticana und den Pagliacci, dazu Nessun dorma aus Puccinis Turandot und Don Josés Blumenarie aus Bizets Carmen. Man kann sicher sein: Mario Lanza hätte seine Freude an diesem Album gehabt. Und der große Caruso, der erste Crossover-Tenorstar der Schallplattengeschichte, sowieso!