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22.08.2012

"Der schwierigste Komponist" - Michail Lifits spielt Mozart

Decca präsentiert das Albumdebüt des deutsch-usbekischen Pianisten Michail Lifits. Der ehemalige Schüler von Karl-Heinz Kämmerling legt eine Auswahl von Soloklavierwerken Mozarts vor.

Michail Lifits, Der schwierigste Komponist © Decca Michail Lifits

Es gehe diesem Pianisten nicht um die technische Herausforderung, schrieb die Süddeutsche Zeitung nach einem Recital mit Werken von Chopin und Schumann über Michail Lifits und schwärmte von dessen durchgeistigtem, beinahe weise anmutendem Ton. Es scheint, als wolle Lifits, den man bereits mit dem legendären Wilhelm Kempff verglichen hat, diese Aussage nun untermauern. Der in Taschkent geborene deutsch-usbekische Pianist bestreitet sein Aufnahmebedüt für das Label Decca mit einer Auswahl von Soloklavierwerken Mozarts.

Prüfstein interpretatorischer Reife

Die Klaviersonaten, Fantasien, Rondos und Variationenwerke von Mozart sind weitgehend frei von technischen Fallstricken. Gern drückt man die leicht fasslichen Partituren jungen Klavierschülern in die Hand, die begierig sind, endlich erste Werke eines großen Komponisten zu spielen. Doch der Anschein des Einfachen trügt. Reife Pianisten wissen: Die anmutige Schlichtheit und die Raffinesse von Mozarts Klaviersatz, in dem jede Note zählt, jede Phrase vollendet ausgewogen ist, bieten dem Interpreten keinerlei Gelegenheit sich zu verstecken. Mit Mozart gibt ein Pianist den ungeschönten Blick auf sein ganzes Können frei: sein dynamisches Differenzierungsvermögen, seine Anschlagskultur, seinen Sinn für Tempo und Rhythmus, Proportion und Form, und nicht zuletzt auf sein Gefühl und seinen Geschmack. So sah der große Vladimir Horowitz die Zeit für eine intensive Beschäftigung mit Mozarts Klavierwerk erst spät gekommen: "In meinen letzten Lebensjahren habe ich mich Mozart zugewandt, weil er der schwierigste Komponist ist", erklärte der Jahrhundertpianist.

Michail Lifits’ Solodebüt für Decca

Michail Lifits war langjähriger Schüler des weltweit als Koryphäe unter den Klavierpädagogen angesehenen Karl-Heinz Kämmerling und hat seine Studien bei Boris Petrushansky und Bernd Goetzke, einem Freund und Schüler Arturo Michelangelo Benedettis, fortgesetzt. Er glänzte bei zahlreichen internationalen Klavierwettbewerben. Seit seiner erfolgreichen Teilnahme beim 57. Internationalen Klavierwettbewerb Ferruccio Busoni in Bozen, wo er den 1. Preis gewann, erobert er die internationale Konzert- und Festivalszene im Sturm. Seit 2011 ist er Exklusivkünstler bei Decca. Auf seinem Debütalbum präsentiert Michail Lifits Mozart für Genießer: die oft als Vorgriff auf die Romantik gerühmte Fantasie in d-Moll, das zu Herzen gehende Adagio in h-Moll, zwei frühe, dem Geist Haydns noch eng verpflichtete Klaviersonaten, die gefälligen Duport-Variationen und die gegensätzlichen Rondos in a-Moll und D-Dur.