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14.03.2012

Wer Klassik erleben will, geht ins… KINO?

Anna Netrebko, Klassik im Kino © Ken Howard/Metropolitan Opera Anna Netrebko als Anna Bolena

Was vor einiger Zeit noch milde belächelt worden war, entpuppt sich mittlerweile als ein Erfolgsmodell: die Rede ist von Klassik im Kino. Die New Yorker MET hatte die Idee und startete mit großem technischem Aufwand eine Serie von Live-Übertragungen ihrer Neuproduktionen in hunderte Kinos rund um den Globus.

Foto: Anna Hult

Skeptiker bemängelten die fehlende Opernhaus-Atmosphäre und prophezeiten der kreativen Unternehmung ein schnelles, unrühmliches Aus. Allerdings hatte man hier wohl die Rechnung ohne den Wirt, sprich: das Publikum gemacht. Das nämlich zeigte sich nach anfänglichem Zögern begeistert und mittlerweile ist es fast ebenso schwer, ein Ticket für eine der „Live from the MET“-Kinovorführungen zu bekommen wie für die Aufführungen im New Yorker Operntempel daselbst.

Kein Wunder: die Übertragungen sind technisch auf höchstem Niveau, innovativ gefilmt und gespickt mit interessanten Pausengesprächen der beteiligten Sängerinnen und Sänger. So kommt man ganz schnell mal in den Genuss, zwischen dem 1. und 2. Akt ein Kurzinterview mit Anna Netrebko, Renée Fleming, Jonas Kaufmann oder Bryn Terfel serviert zu bekommen. Oder man erfährt brühwarm, dass Juan Diego Flórez kurz vorm Beginn der „Le Comte Ory“-Liveübertragung Vater geworden ist…

Und was sich als so gut erweist, sollte natürlich auch Schule machen. Mittlerweile haben die Royal Opera, Covent Garden, die Berliner Philharmoniker und das Moskauer Bolshoi Theater ihren Weg in die deutschen Kinos gefunden. Brandneu auf dem Plan: Anna Netrebko in Donizettis "L’elisir d’amore" am 13. Oktober live aus der MET und Renée Fleming in Verdis "Otello" am 27. Oktober. Es lohnt sich also durchaus, einen Opern- oder Konzertabend im Kino zu verbringen, zumal sich auch die Veranstalter größte Mühe geben, den Rahmen so festlich zu gestalten, wie es in einem Kino nun einmal möglich ist.