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14.03.2012
Magdalena Kozena

Eine Reise nach Innen

Magdalena Kozena, Eine Reise nach Innen © Esther Haase / DG Magdalena Kozena

Die persönlichen sorgsam verborgenen Sehnsüchte als zarten Puls des Lebens wieder zu gewinnen - das kann man in Magdalena Koženás jüngstem Liederprogramm. Sie gibt mit ihrer Stimme diesen intimen Zeugnissen großer Komponisten eine naive Unschuld, die betört. Sie öffnet den Raum mit der überbordenden Sinnlichkeit, die sich in einer schrankenlosen Schlichtheit und puristischen Klarheit der Stimme eingegraben hat. Diese Welt der tschechischen, französischen und wienerischen Expressivität zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird als poetischer Lebensraum hinzugewonnen.

Text: Margarete Zander | Foto: Esther Haase

In den biblischen Liedern von Antonín Dvořák findet man den persönlichen Trost in der eigenen, von Magdalena Koženás tschechischer Muttersprache in feinste Details ausgeloteten, natürlichen Verwurzelung in der Heimat. Mit betörender Sinnlichkeit wird der Liebesbrief Gustav Mahlers an seine geliebte Alma zur Insel des Glücks. „Liebst Du um Schönheit“? „Ja“, möchte man ergriffen hauchen. Hoffnungsvoll helle Farben dagegen findet Magdalena Kožená in Gustav Mahlers schönstem Orchesterlied “Ich bin der Welt abhanden gekommen". Oft wird es als süßlich-melancholische Begleitung einer Flucht vor der Welt in den Tod gelesen, aber Magdalena Kožená öffnet die psychische Dimension. Mit ihrer sanften klaren Stimme findet sie den poetischen Puls des Lebens, fordert sie ein Innehalten: Was will ich wirklich? Wofür schlägt mein Herz? Die Antwort liegt in uns, die Musik wird zum hoffnungsvoll tröstlichen Freiraum.

Mit dem Hauch eines exotischen Parfums schwängert Magdalena Koženás auch in den Höhen verführerisch warme Stimme die Luft bei Ravels „Shéhérazade“ und betört mit ihrer erotischen Fantasie, welche sie im Dialog mit dem Geliebten in seiner musikalischen Gestalt einer Flöte entfaltet. Eine Reise nach Innen. Zart. Betörend. Exotisch.