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02.02.2012

Was lange währt … - Chick Corea nimmt “The Continents” auf

Chick Corea gehört seit Ende der sechziger Jahre zu den stilbildenden Interpreten und Komponisten des Jazz. 30 Jahre nach seiner ersten Zusammenarbeit mit der Deutschen Grammophon legt er nun eine Aufnahme vor, in der Jazz und Klassik aufeinander treffen.

Chick Corea, Was lange währt … © John Rogers Chick Corea The Continents

“Im Sommer 2006 konnte ich mir einen lange gehegten musikalischen Traum erfüllen”, erinnert sich Chick Corea. Er hatte von den Veranstaltern des Wiener Mozartjahrs 2006 anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten den Auftrag erhalten, ein Werk in dessen Geist zu schreiben. “Doch was ist der Geist Mozarts?”, fragte sich der US-amerikanische Jazzmusiker mit italienischen und spanischen Wurzeln. Er fand die folgende Antwort: “Die reine Schaffensfreude, die Freude an der Kreativität, die Freude am Musizieren.” Den Kompositionsauftrag nahm er als willkommene Gelegenheit wahr, die Erfahrungen aus vorangegangenen Experimenten mit klassischer Musik - etwa die gemeinsamen Improvisationen mit dem Pianisten Nicolas Economou während der frühen 80er Jahre - in die Realisierung eines weitaus ambitionierteren Projekts einfließen zu lassen. Das Ergebnis, das sechssätzige Konzert “The Continents”, vereint die Spontaneität einer Jazzgruppe und den Klangsinn eines Kammerorchesters, verbindet vom Jazz und der Musik der Kontinente geprägte Rhythmen mit klassischen Streicher- und Bläserfarben.

Aufnahmeprojekt “The Continents”

Nach der Fertigstellung präsentierten Chick Corea und seine Mitstreiter das Werk auf einer Reihe von Konzerten in Europa, doch zu einer Aufnahme kam es damals nicht. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen in der Folgezeit nahm sich Corea mit dem Abstand von vier Jahren schließlich doch noch einmal die Partitur vor. Und mit neu entfachter Faszination beschloss er, das Projekt “The Continents” mit einer Aufnahme zu krönen. Über die Zusammenarbeit im Studio mit Marcus Gilmore (Schlagzeug), Hans Glawisching (Bass), Tim Garland (Saxofon), Steve Davis (Posaune) und einer Gruppe New Yorker Kammermusiker unter Leitung von Dirigent Steven Mercurio, der auch die musikalische Leitung des Symphonicites-Projekts von Sting inne hatte, sagt der Jazzmusiker: “Die Arbeit an der Aufnahme war magisch. Die Moral der Musiker und des Aufnahmeteams war so außerordentlich, dass wir die Aufnahmen der sechs Sätze eineinhalb Tage schneller abschließen konnten als geplant. Und nach der Verabschiedung vom Orchester jamte das Quintett noch ein wenig zum Spaß herum.“ Glücklicherweise lief die Aufnahme dabei weiter und der inspirierte Jam wurde ebenso zum Bestandteil des Doppelalbums, das nun auf Deutsche Grammophon erscheint, wie die abschließenden Solo-Improvisationen, elf “Solo Continua”, in denen Corea Ideen aus “The Continents” weiterspinnt, die er im Rahmen seiner Konzeption für Jazzquintett und Kammerorchester nicht vertiefen konnte.  

Wiederauflage des Debüts für Deutsche Grammophon

Zeitgleich zur Veröffentlichung von “The Continents” legt Deutsche Grammophon anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der ersten Zusammenarbeit mit Chick Corea auch das Album “On Two Pianos” noch einmal auf. Der Live-Mitschnitt eines Konzerts beim Münchner Klaviersommer 1982 dokumentiert die gemeinsame musikalische Sprache, die Corea und der 1993 bei einem Autounfall gestorbene Pianist Nicolas Economou im Rahmen von Improvisationen gefunden hatten, in denen Jazz und Klassik sich gegenseitig befruchten.