Klassik Newsletter

Sie wollen immer aktuell informiert sein? Unser Newsletterservice versorgt Sie wöchentlich mit allem zum Thema klassische Musik.

OK

Nichts verpassen

Nutzen Sie KlassikAkzente Online auch wenn Sie nicht auf unserer Seite sind:
Social Networks:

Artikel

20.12.2011
Joseph Calleja

Joseph Calleja manifestiert einmal mehr seinen Anspruch auf den Thron der Pavarotti-Nachfolge

Joseph Calleja, Anspruch auf den Thron der Pavarotti-Nachfolge © Bettina Stoess Joseph Calleja, Patrizia Ciofi, Etienne Depius, Ante Jerkunica in Perlenfischer

Am gestrigen Abend feierte der maltesische Tenor Joseph Calleja nach seinem überwältigenden Konzerterfolg im Münchener Prinzregententheater vom 21. November diesen Jahres einen weiteren spektakulären Triumph: in Georges Bizets selten zu hörender romantischer Oper „Les pêcheurs de perles“ sang er die Partie des Nadir und ließ bereits im hitverdächtigen Duett „Au fond du temple“ (an der Seite von Bariton Etienne Dupuis als Zurga) keinen Zweifel daran, wer diesen Abend dominieren würde. Mit schlanker, hervorragend kontrolliert geführter Stimme gelang es Calleja, seinem unverwechselbaren Timbre den nötigen Glanz und die Durchschlagskraft zu verleihen. Die italienische Sopranistin Patricia Ciofi, im Belcanto-Repertoire zur Zeit nahezu unangefochten, sang die Partie der Leila mit schlankem Ton, wobei sie hin und wieder Mühe hatte, in der musikalischen menage à trois mit Calleja und Dupuis sich - rein akustisch - zu behaupten. Ante Jerkunica sang die eher kleine Partie des Nourabad und Guillermo García Calvo leitete Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin.

Das Stück, ein Konvolut aus der Zeit des französischen Exotismus, dem auch Gounod und Massenet mit zahlreichen ihrer Werke Tribut zollten, ist heute kaum mehr inszenierbar. Insofern war die Entscheidung der Deutschen Oper, das Werk konzertant aufzuführen, völlig richtig und man vermied von vornherein, das klanggesättigte Opus der szenischen Lächerlichkeit preiszugeben. Und mit dem bereits erwähnten Duett der beiden männlichen Protagonisten „Au fond du temple“, der Arie der Leila „Come autrefois“ sowie zwei weiteren Duetten der rivalisierenden drei Protagonisten bietet das Werk in gut zwei Stunden auch einiges für Vociophile, wobei insgesamt vor allem die Liebhaber von prachtvollen Chören auf ihre Kosten kommen.

Das Publikum in der ausverkauften Deutschen Oper stimmte sich mit seinen Ovationen bereits nach d e m Hit der Oper, dem Eingansduett „Au fond du temple“ auf einen Opernabend ein, der nur wenig zu wünschen übrig ließ und am Ende in einem zu Recht gefeierten Triumph aller an dieser Produktion Beteiligten gipfelte, allen voran jedoch für the Maltese tenor, Joseph Calleja. Die Aufführung wurde mitgeschnitten und wird am 25. Februar 2012 ab 19.05 Uhr im DeutschlandRadio ausgestrahlt.

Die zweite und letzte Vorstellung von „Les pêcheurs de perles“ gibt es am Donnerstag, dem 22. Dezember, um 19.30 Uhr in der Deutschen Oper und wer Zeit und Muße hat, sollte sich diese Perle der französischen romantischen Oper in dieser exzellenten musikalischen Ausführung nicht entgehen lassen. Vereinzelte Restkarten sind an der Abendkasse sowie online unter www.deutscheoperberlin.de erhältlich.