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23.09.2011

Göttliche Stimmen - Das Doppelalbum "Credo" mit einer Zeitreise die schönsten gregorianischen und lateinischen Gesänge

Beim zweiten Vatikanischen Konzil wurde 1963 der Gregorianische Choral als originale Musik der Römischen Liturgie festgelegt. Und seine Schönheit ist zeitlos, wie das Projekt „Credo“ beweist.

Schola Regina, Göttliche Stimmen - Das Doppelalbum Credo mit einer Zeitreise die schönsten gregorianischen und lateinischen Gesänge Credo © Decca / DG Credo © Decca / DG

Kaum eine Musik der Welt hat mehr historische Tradition als der Gregorianische Choral. Die ältesten Gesänge reichen zurück bis in die Frühzeit des Christentums, bis in das Zeitalter des Heiligen Benedikts und sogar noch früher. Als im 8.Jahrhundert sich Kirche und Frankenreich annäherten, erfuhr die Gregorianik ihre erste große Blüte und bis ins 17.Jahrhundert hinein wurde am modalen System der Melodieführungen gefeilt. Dann setzte mit der Aufklärung eine Zeit des Vergessens ein, die jedoch bereits im 19.Jahrhundert durch verschiedenen Wellen der Renaissance abgefedert wurde, bis hin eben zum zweiten Vatikanischen Konzil, das die Gregorianik als eine der Grundlagen der Christlichen Klangkunst bestätigte.

So gehört sie auch zur gegenwärtigen Zeit zu den anerkannten Grundfesten der abendländischen Musik und wird wieder von zahlreichen Chören und Klöstern gepflegt. Eine übergreifende Darstellung der schönsten Melodien der gregorianischen und lateinischen Tradition unter einer künstlerischen Leitung allerdings stand noch aus. Das dachte sich auch der Sänger und Produzent Max Guazzini. „Ich hatte das Glück, diese Gesänge selbst in der Schule der Notre Dame de la Visite in Marseille zu lernen, wo damals die ganze Liturgie noch in Latein gesungen wurde“, erinnert er sich an seine eigenen Anfänge. „Diese Eindrücke sind mir präsent geblieben und begleiten mich, wohin auch immer mich der Weg führt. Um das Credo-Projekt in Gang zu bringen, habe ich dann Philippe Nikolov angerufen, der in Paris einen Gregorianischen Chor leitet, den ich ganz gut kenne. Wir stellten Listen mit möglichen Stücken zusammen und trafen eine Wahl, die uns am stimmigsten erschien“.

Auf diese Weise wuchs „Credo“ heran. Nikolovs Chor, der gleichermaßen aus Laien und Profi-Sänger besteht, bekam für die Aufnahmen den Namen Schola Regina, und so entstand mit viel Sorgfalt und Begeisterung ein Programm mit 23 Chorälen, deren Wurzeln bis in das sechste Jahrhundert zurückreichen. Sie stammen aus Klöstern und Archiven, haben uralte Texte, aber auch Verse aus der Feder von Meistern wie Thomas von Aquin. Es sind einige der schönsten Melodien des Christlichen Abendlandes, die sowohl im Rahmen der Liturgie als auch unabhängig davon ihren Glanz entfalten. Denn gerade die archaische Kraft, die über das unmittelbare Erfahren hinaus geht, macht den besonderen Reiz der Gregorianik aus - die Kraft des „Credo“: