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14.09.2011

Irisierende Hörlandschaften

„Landscapes“ ist das zehnte Album, das das Münchner Kammerorchester zusammen mit Produzent Manfred Eicher und ECM New Series verwirklicht. Im Zentrum stehen Kompositionen von Toshio Hosokawa.

Toshio Hosokawa, Irisierende Hörlandschaften © Schott Promotion / Christopher Peter Toshio Hosokawa c Schott Promotion / Christopher Peter

Geboren in Hiroshima und inspiriert von europäischer klassischer Musik von Schubert bis Schönberg, reiste Toshio Hosokawa in den Siebzigerjahren nach Deutschland, um die Wurzeln der frühen Einflüsse auf seine eigene Arbeit zu erkunden. Er ließ sich bei Isang Yun und Klaus Huber ausbilden und fand bereits in den Achtzigern einen eigenen Platz im Klanggefüge der Avantgarde, indem er sich im Besonderen auf die Verbindung von japanischer und neumusikalischer Gestaltungswelten konzentrierte. Bei Toshio Hosokawa stehen sich rituelle und konzertante, traditionelle und experimentelle, orchestrale und minimalistische Elemente gegenüber und treten in einen Dialog, der die Strenge einer am Zen-Buddhismus geschulten Spiritualität mit der Offenheit einer zeitgenössisch vielfarbigen Klangsprache verbindet.

Für das international längst als eines der versiertesten Ensembles seiner Art anerkannte Münchner Kammerorchester und dessen Dirigenten Alexander Liebreich sind die Kompositionen von Toshio Hosokawa daher eine nahezu maßgeschneiderte Herausforderung. Denn das Programm „Landscapes“ setzt in besonderem Maße die Fähigkeit zur Differenzierung detaillierter Nuancen in Klang und Struktur voraus. Die 2008 entstandenen Werke Hosokawas „Sakura für Otto Tomek“ und „Cloud And Light“ werden früheren Stücken wie „Ceremonial Dance“ aus dem Jahr 2000 und dem 1993 ursprünglich für Streichquartett geschaffenen „Landscape V“ gegenüber gestellt. Sie bilden auf diese Weise einen markanten Überblick über verschiedene Schwerpunkte in Hosokawas Oeuvre, die von irisierenden orchestralen Klangräumen bis hin zum dynamischer Finesse der solistischen Passagen reichen.

Als Solistin steht Mayumi Miyata im Zentrum dieser Aufnahme, eine der weltweit wichtigsten Spezialistinnen für die japanische Mundorgel Sho, für die unter anderem der späte John Cage mehrere eigens der Künstlerin aus Tokio gewidmete Kompositionen schrieb. Sie trat in früheren Aufnahmen von ECM New Series unter anderem als Solistin von Helmut Lachenmanns „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ in Erscheinung und ist in diesem Fall mit den Sho-Partien in Hosokawas Orchesterpassagen und dem unbegleiteten Solo „Sakura“ zu erleben.