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17.06.2011

Vexierbild der Technik - Ricardo Villalobos und Max Loderbauer remixen ECM und ECM New Series

Es ist eine grundsätzliche Frage: Wie remixt man Improvisation? Ricardo Villalobos und Max Loderbauer haben das Experiment gewagt und mit „Re: ECM“ eine Antwort gefunden

Re: ECM von Villalobos & Loderbauer, Vexierbild der Technik - Ricardo Villalobos und Max Loderbauer remixen ECM und ECM New Series © Stefen Stern / ECM Ricardo Villalobos und Max Loderbauer © Stefen Stern / ECM

„Der Ursprung der Idee: Die Rhythmusformel repräsentiert die reine Energie und ist das, was die Menschen am schnellsten miteinander verbindet. Was aber im Clubkontext oft vermisst wird, ist eine emotionale Sensation, wie sie etwa den bewussten Hörer von Musik zu überwältigen vermag“, meinen die beiden Remix-Spezialisten Ricardo Villalobos und Max Loderbauer in ihren Anmerkungen zu dem Projekt „Re: ECM“. „Kombiniert man also auf der Tanzfläche den Funktionalismus reduzierter elektronischer Strukturen mit den lebenden Texturen von ECM-Produktionen, werden auf einer unterschwelligen Ebene bei den Tänzern neue Leidenschaften entfacht. Die Kombination aus beiden Welten schafft viele neue Adressen, bei denen diese Musik ankommen kann.“

Um diesen Punkt zu erreichen, haben sich der Berliner DJ Ricardo Villalobos und der Produzent Max Loderbauer tief in das Archiv des ECM-Katalogs vergraben und bei sehr unterschiedlichen Künstlern Ausgangspunkte für ihre musikalische Kommentararbeit gefunden. Die Vorlagen stammen unter anderem von Großmeistern der Improvisation wie John Abercrombie, Miroslav Vitous, Enrico Rava oder Louis Sclavis, aber auch von Künstlern der Neuen und zeitgenössischen Musik wie Arvo Pärt und Alexander Knaifel. Remixed wurde strukturell und assoziativ, analytisch und intuitiv, je nachdem, was die Originale an Arbeitsweise nahelegten. Zum Einsatz kamen ein Live-Mischpultsystem und ein Modularsynthesizer, die nicht mit Einzelspuren der Originale, sondern jeweils mit den vollständigen Klangereignissen experimentierten.

So entstanden in akribischer Soundarbeit zwei CD-Seiten ungewöhnliche Musik, die aus Bekanntem neu Gehörtes, aus Erkanntem neu Verstandenes machen. „Auf Re: ECM findet ein mehrfacher Brückenschlag zwischen dem Wirkungsraum der Original-Interpreten und unserem Wirkungsraum statt. Die Relation von Entspannung zu Aufgewühltsein wird über die Regeln der Dynamik zweier Bezugssysteme permanent verschoben. Auf diese Weise taucht der Hörer immer wieder auf unterschiedliche Weise in den Flow unserer Produktion ein, was ihn – das wünschen wir uns – im Idealfall in ein sinnlich berauschendes Abenteuer mitreißt“. Das Doppelalbum „Re: ECM“ jedenfalls steht nun zum Selbstversuch bereit.

Am 7. Juli 2011 wird anlässlich der Veröffentlichung von „Re: ECM“ eine Record-Release-Party im Berliner Berghain stattfinden.