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14.04.2011
Richard Wagner

Der Wagner-Kick - René Pape singt Wagner

Diesmal singt René Pape nicht auf der Bühne, sondern auf einem Album, das sich ausschließlich den großen Bass-Partien des Komponisten widmet. Eine kleine Sensation

Richard Wagner, Der Wagner-Kick - René Pape singt Wagner © Brescia & Amisano / Teatro alla Scala René Pape © Brescia & Amisano / Teatro alla Scala

Erstaunlich, dass René Pape bislang noch nicht mit einem eigenen Wagner-Album in Erscheinung trat. Immerhin gilt der Bassbariton aus Dresden weltweit als einer der führenden Interpreten seines Fachs, der gerade mit den Bühnencharakteren der romantischen Komponisten Aufsehen erregte. Überhaupt ist seine Kunst noch wenig systematisch auf CD festgehalten worden, wohl auch, weil Pape bei all den Engagements gar nicht immer die Muße hatte, Aufnahmen zu machen. Sein Karriere jedenfalls liest sich wie ein Musterbeispiel für das nachhaltige Erklimmen der Erfolgsleiter. Geboren in Dresden, ausgebildet im berühmten Kreuzchor und an der Dresdener Musikhochschule, debütierte er noch als Student in Mozarts „Zauberflöte“ an der Berliner Staatsoper. Er überzeugte das Team, so dass René Pape bereits 1988 fest an das Haus gebunden wurde und in den folgenden Jahren von Sarastro bis zum König Marke zahlreiche wichtige Rollen seines Fachs sang.

Schnell sprach sich herum, dass da ein neuer Bass auf der Szene erschienen ist, der durch außergewöhnliche Präsenz und Feingefühl für die Ausgestaltung der Rollen auffiel. Und so kam die Karriere in Schwung. Seit den frühen Neunzigern konnte man René Pape auf vielen der wichtigsten Bühnen der Opernwelt erleben. Anno 1991 holte ihn Sir Georg Solti als Sarastro zu den Salzburger Festspielen, drei Jahre später stand er auf Wolfgang Wagners Empfehlung hin in Bayreuth auf der Bühne. Bald gehörten auch die Mailänder Scala, das Royal Opera House in London und die Wiener Staatsoper zur Referenzen-Liste und an der Metropolitan Opera in New York zählte er zu den Sängern, die regelmäßig Kritik und Publikum verzückten.

Natürlich hörte man René Pape bald auch auf CD, dort ebenfalls so erfolgreich, dass er gleich zweimal bei einer mit einem Grammy prämierten Produktion mitwirkte, beide Male übrigens mit Wagners Opern. Zum einen handelte es sich um die „Meistersinger von Nürnberg“, die Sir Georg Solti 1998 mit dem Chicago Symphony Orchestra verwirklicht hatte, gefolgt vom „Tannhäuser“fünf Jahre später mit der Berliner Staatskapelle unter der Leitung von Daniel Barenboim. Insofern knüpft auch René Papes Wagner-Solo-Programm bereits an eine Erfolgstradition an. Denn das Team Barenboim und Pape ist aufeinander eingespielt und hat neben den Aufnahmen erst vor kurzem auch Jubel evoziert, als der Dirigent das Rollendebüt des Sänger als Wotan im „Rheingold“ an der Mailänder Scala begleitete („... ein herrliches Rollendebüt, das diese Wagnerfigur in den nächsten Opernjahrzehnten prägen wird“, schrieb damals Die Welt). Demnächst werden die beiden wieder gemeinsam zu erleben sein, wenn am 17. April die „Die Walküre“ in Berlin in der Oper in der Schillerstraße zu hören ist, mit René Papes Rollendebüt als Wotan dieser Oper.

Es passt daher perfekt, dass sich der Bass mit der faszinierend vitalen Stimme nach dem mit dem Echo-Klassik gekrönten Solo-Album „Gods, Kings & Demons“ (200) in diesen Tagen mit seinem Wagner-Album, Maestro Daniel Barenboim am Pult der Staatskapelle Berlin und dem großen Placido Domingo als Gast beim „Parsifal“ vorstellt. Drei Arien entstammen der „Walküre“, ebenfalls drei den „Meistersingern“, außerdem sind vier Arien aus eben jenem „Parsifal“, das mächtige „Gott grüß euch“ aus dem „Lohengrin“ und das bewegende „Wie Todesahnung – O du mein holder Abendstern“ aus dem „Tannhäuser“ zu hören . Das ist Wagner pur, ein Genuss herausragender Kunst und Interpretation in genialischer Verbindung.

Das Album ist inklusive digitalen Booklets ist ab sofort auch bei iTunes erhältlich.