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14.04.2011
Frédéric Chopin

Verwandte Seelen - Daniel Barenboims Chopin-Recital

Es war das Jahr von Frédéric Chopin. Vielen Künstlern war es ein Bedürfnis, sich vor dem Genius des Klaviers zu verneigen - auch Daniel Barenboim, der in Warschau zum Chopin-Recital lud

Frédéric Chopin, Verwandte Seelen - Daniel Barenboims Chopin-Recital © Felix Broede / DG Daniel Barenboim © Felix Broede / DG

Die Stücke wirken so leicht, so selbstverständlich. Dabei hat Frédéric Chopin oft Jahre an ihnen gefeilt, bis sie auch im kleinen Detail seinen Vorstellungen entsprachen. Das Resultat dieser Sorgfalt in Union mit der Inspiration eines herausragenden Komponisten ist bekannt. Es gibt kaum ein Klavierwerk, dass sowohl von Laien wie Spezialisten ähnlich feurig und überzeugt verehrt wird wie das des polnischen Meisters der musikalischen Rhetorik und Balance. Und er hat für alle Komplexitätsstufen etwas zu bieten: Große Polonaisen und Etüden für die Spitzeninterpreten, Nocturnes und Mazurken für den Fortgeschrittenen, aber auch manchen Walzer, der sich bereits mit weniger Erfahrung erarbeiten lässt.

Allen Kompositionen gemein ist aber die Intensität, die sie ausstrahlen, die harmonische Farbigkeit, melodische Noblesse und rhythmische Finesse, die in dieser Prägnanz kein anderer in Noten zu fassen verstand. Noch eine Besonderheit kennzeichnet alle Klavierwerke Chopins: Sie führen auch nach häufiger Interpretation zu immer weiteren Überraschungen: „Jedes Mal, wenn ich ein längst bekanntes Stück spiele, entdecke ich etwas Neues“, meint der Pianist, Dirigent und Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden Daniel Barenboim mit Blick auf seine Interpretation von Chopin. „Musik ist jedes Mal ein Unikat – und gleichzeitig lebt sie von der ewigen Wiederholung. Diese wunderbare Dialektik der Wiederholung und Einmaligkeit wohnt der Musik und ihrer Interpretation von jeher inne“.

Deshalb war es für Daniel Barenboim auch eine Herausforderung, bei seinem Konzert im Februar 2010 in der Philharmonie von Warschau nicht nur die Bravourstücke wie die „Fantasie f-Moll, op. 49“, die „Polonaise As-Dur, op. 53“ oder die „Sonate h-Moll op. 35“ zu spielen, sondern sich auch vermeintlich kleineren Werken wie mehreren Walzern, einer Barcarolle und einer Berceuse zu widmen. Das ganze „Warsaw-Recital“ war für ihn ein immenser Erfolg und für den Komponisten eine Ehre, denn hier trafen zwei Künstler auf Augenhöhe aufeinander. Unter dem Titel „Daniel Barenboim plays Chopin – The Warsaw Recital“ ist das Konzertereignis nun als eine von drei Veröffentlichungen erhältlich, mit der in diesem Frühjahr die Deutsche Grammophon und Decca das 60-jährige Bühnenjubiläum dieses herausragenden Künstlers feiern.

Das Album ist inklusive digitalen Booklets ist ab sofort auch bei iTunes erhältlich.