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31.03.2011
Audior

Alte Perlen - Das Frühjahrsprogramm von Audior

Connaisseure schwören darauf, dass vieles der Alten Musik spannender ist als neuere Klänge. Der Hör-Versuch ist es wert, gerade wenn eine Reihe wie Audior die Schätze der Vergangenheit besonders kompetent und preiswert hebt

Audior, Alte Perlen - Das Frühjahrsprogramm von Audior Die Serie Audior von Decca und DG

Zum Beispiel Johann Sebastian Bach. Das imposante Werk des barocken Meisters hat bereits viele Interpreten inspiriert und zu stilistisch weit gefächerten Aufnahmen geführt. Der französische Pianist Christophe Rousset etwa ist einer der Spezialisten des historisch orientierten Fachs und er hat im Fall der „Goldberg-Variationen“ sich weit in die Forschung vertieft, um aus deren Erkenntnissen seine Version für Cembalo heraus zu arbeiten. Anno 1995 entstanden die Aufnahmen für das Label L'Oiseau Lyre und wurden umfassend von Presse und Publikum rezipiert. Denn Roussets Interpretation bestach zum einen durch die Vollständigkeit sämtlicher Variationen, auf der anderen durch eine Intensität der Deutung, so dass der enigmatische Zyklus in neuem Glanz erstrahlte und nun in der Reihe Audior wieder brillieren kann.

Zum Beispiel Händel und Rameau. Emma Kirkby ist längst als herausragende Sopranistin mit klarem barockgeschulten Profil ein Begriff. Besonders fulminant aber arbeitete sie im Team mit dem Historiker und Dirigenten Christopher Hogwood, der als Leiter der Academy Of Ancient Music ein ausgezeichnetes Ensemble zur Umsetzung seiner Ideen hat. Die „Italienischen Kantaten“ von Georg Friedrich Händel erklingen daher in imposanter Frische, so als habe man dem Meister des 18. Jahrhunderts selbst über die Schulter gesehen. Ähnliches gilt auch für Frans Brüggen und das Orchestra Of The 18th Century, das seinen Schwerpunkt schon im Namen dokumentiert hat. Für die Reihe Audior wurde sein Programm mit Instrumentalfassungen der Ballettoper „Les Indes Galantes“ und des Bühnendramas „Castor et Pollux“ ausgewählt, die eine weitere Facette filigran klingender Barockmusik präsentieren.

Beispiel Mozart und „Carmina Burana“. Noch eine Perle der Barockmusik in Bearbeitung durch Christopher Hogwood und seine Academy Of Ancient Music gehört zum aktuellen Frühjahrsprogramm von Audior. Denn zusammen mit dem Geiger Simon Standage wagte er 1991 das Experiment, Violinkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart im Sinne der historischen Aufführungspraxis zu deuten. Die Aufnahmen wurden ein großer Erfolg, schon weil sie den Werken manche verklärende Note raubten, und sind nun im Rahmen von Audior wieder erhältlich. Am weitesten in der Zeit zurück geht schließlich die Sammlung „Carmina Burana“, die sich diesmal nicht an Carl Orffs Bearbeitungen, sondern an den Originaltexten und Notenskizzen des mittelalterlichen Kodex aus dem Kloster Benediktbeuern orientiert. Auf immerhin 4 CDs verwirklichte Philip Picket mit dem New London Consort im Jahr 1989 diese bahnbrechende Einspielung, deren Höhepunkte nun auf einer CD der Audior-Serie zusammengefasst werden. Ein Schatz der Kulturgeschichte, wie auch die anderen Aufnahmen.