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04.03.2011

Zu Ehren Marias

Mit „Stella Maris“ (2005) und „Folk Songs“ (2007) begründete das Osloer Trio Mediaeval seinen Ruf als wichtige Kraft der Vokalszene. Nach vier Jahren meldet es sich nun mit dem neuen Album „A Worcester Ladymass“ zurück.

Trio Mediaeval, Zu Ehren Marias © ECM / CF-Wesenberg / kolonihaven.de Trio Mediaeval Anna Maria Friman, Linn Andrea Fuglseth und Torunn Østrem Ossum © ECM / CF-Wesenberg / kolonihaven.de

Mittelalterliche Musik zu singen ist auch eine Frage der Abwägung. Niemand weiß genau, wie die in Codices überlieferten Melodien wirklich geklungen haben, und deshalb ist es vor allem eine Sache der Plausibilität und des historischen Gespürs, eine adäquate Umsetzung zu finden. Für Anna Maria Friman, Linn Andrea Fuglseth und Torunn Østrem Ossum war es daher Aufgabe und Freiheit zugleich, sich mit den Vorlagen von „A Worcester Ladymass“ zu beschäftigen. „Zur Aufführung von mittelalterlicher Musik gehört eine Menge Ratearbeit und individuelle Intuition“, erläutert Friman den besonderen Reiz dieser Alten Musik. „Wir empfinden diese Musik als Freiheit, unsere Ideen und Imaginationen fließen zu lassen, ganz ähnlich, als würden wir zeitgenössische Musik gestalten“.

Dabei geht es nicht um möglichst exaltierte Interpretationen, sondern eher um die angemessene Ausgewogenheit der stimmdramaturgischen Mittel. Die Vorlagen von „A Worcester Ladymass“ stammen aus dem 13.Jahrhundert. Die Originale der Handschrift dieser Votiv-Messe für die Jungfrau Maria werden in der Bibliothek der englischen Benediktinerabtei Abbey Of St. Mary's in Worcester verwahrt. Die Mönche dieses Klosters pflegten bereits im Hochmittelalter eine ausgeprägte Kunst des polyphonen Gesangs, die im Rahmen der Liturgie zum Einsatz kam. Zahlreiche Blätter und Fragmente, die deren Lieder festhielten, sind überliefert und bilden die Grundlage, auf der das Trio Mediaeval zusammen mit der Musikexpertin Nicky Losseff von der Universität York das Programm von „A Worcester Ladymass“ erarbeitet hat. Es wurde um zwei moderne Titel von Gavin Bryars ergänzt, im Februar 2010 in der Propstei von St. Gerold unter der Ägide von Produzent Manfred Eicher aufgenommen und bildet nun einen weiteren Markstein in der Geschichte des herausragenden norwegischen Vokalensembles.