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18.02.2011
Tigran Hamasyan

Biografie 2013

Der armenische Pianist Tigran Hamsayan schien von Anfang an von der Idee besessen zu sein, das Spektrum seiner Musik so breit wie nur möglich zu gestalten. Er war erst 19 Jahre alt, als er 2006 den Klavierwettbewerb des renommierten Thelonious Monk Institute of Jazz gewann. Die Jury präsidierte damals ein gewisser Herbie Hancock, der selbst für seine Vielseitigkeit und Experimentierlust bekannt ist. Und auf die Plätze 2 und 3 verwies Tigran damals mit Gerald Clayton und Aaron Parks zwei Kollegen, die heute ebenfalls zur Elite der zeitgenössischen Jazzpianisten zählen. Noch im selben Jahr brachte Tigran sein erstes Soloalbum “World Passion” heraus, auf dem er im Zusammenspiel mit Saxophonist Ben Wendel, Bassist François Moutin, Schlagzeuger Ari Hoenig sowie dem Duduk- und Zurnaspieler Rouben Hairapetyan seine musikalischen Visonen vorstellte. Diese waren vom modernen Jazz ebenso geprägt wie von der traditionellen Volksmusik seiner Heimat Armenien. Mit Wendel, Bassist Sam Minaie und dem Schlagzeuger Nate Wood formierte Tigran 2009 auch die Band Aratta Rebirth, mit der er sich auf dem Album “Red Hail” noch experimentierfreudiger zeigte. Und zu dieser Besetzung kehrt er nach dem Soloausflug von “The Fable” (2011) nun auf seinem neuen Album “Shadow Theater” zurück.

Auf “Shadow Theater” lädt Tigran den Hörer ein, ihm in eine imaginäre, traumhafte Welt zu folgen, die von den fantastischen Werken Tim Burtons ebenso beeinflusst ist wie vom eigentlichen Schattentheater, nach dem der Pianist sein Album betitelte. Die Kunst des Schattentheaters scheint auf den ersten Blick recht simpel: Hinter einer beleuchteten Fläche werden die nur als Silhouetten zu sehenden Spielfiguren zum Leben erweckt.  “Es ist eine kleine, falsche Welt”, meint Tigran, “aber eine Welt, die durch diese Vortäuschung etwas Wahres erzählt.” Auch die Musik dieses neuen Albums scheint, oberflächlich betrachtet, recht einfach zu sein. Aber tatsächlich wird sie von Dutzenden von inspirierenden Figuren bevölkert, die im Kopf des Pianisten herumspuken: Figuren wie der HipHop-DJ und Rapper Madlib, die Ambient-Rocker von Sigur Rós oder der Minimal-Music-Komponist Steve Reich. Tigran fusioniert hier voller Leidenschaft atmosphärische Punk-Jazz-Improvisationen mit der reichen Folklore seines Vaterlandes Armenien und elektronischer Musik. Immens bereichert wird das Album auch durch die betörende Stimme der Sängerin Areni Agbabian.