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08.11.2010

Bekenntnisse einer Grande Dame - Liza Minnelli

Im kommenden März feiert Liza Minnelli ihren 65.Geburtstag. Ein guter Anlass für die Sängerin, Schauspielerin und Broadway-Heldin, sich mit „Confessions“ den Liedern zu widmen, die ihr besonders am Herzen liegen.

Liza Minnelli, Bekenntnisse einer Grande Dame - Liza Minnelli © by Universal Music Liza Minnelli - Confessions © by Universal Music

Natürlich hatte Liza Minnelli von Anfang an ein besonderes Verhältnis zum Showbiz. Als Tochter der Schauspielerin Judy Garland und des Regisseurs Vincente Minnelli erlebte sie es zunächst als einen Kraken, der ihre Eltern fest im Griff hatte. Für das Mädel hieß das zum einen, Nachmittage am Set zu verbringen, vielleicht auch manchen lustigen Moment dabei zu erleben, etwa als Konfetti werfendes Mädel in „Ein Amerikaner in Paris“, vor allem aber, der Mutter zu Seite zu stehen, als Sitterin der Geschwister, kindliche Beraterin und knospende Partnerin. Als sie schließlich in den sechziger Jahren begann, ihre eigenen Wege zu gehen, war Liza Minnelli bereits Profi in Bezug auf Attitude und Hintergrundwissen über ein Business, das nur an der Oberfläche schillert. Mag sein, dass das der Grund war, warum ihr die Sally Bowles so auf den Leib geschneidert zu sein schien, die Varieté-Sängerin, mit der sie dann 1973 in Bob Fosses Film „Cabaret“ den internationalen Durchbruch schaffte.

Seitdem ist Liza Minnelli ein Star, der ganze Arenen begeistern kann und vom Broadway über die Leinwand bis zu den großen Musentempeln der Unterhaltungswelt zu den Konstanten des Geschäfts zählt, das ihr seit Kindertagen vertraut ist. Allerdings hat sie auch Phasen der Ernüchterung und des Rückzugs erlebt, in den späten Achtzigern, weil sie für eine Zeitlang aus der Mode gekommen war, Ende den Neunzigern dann, weil sie gesundheitliche Probleme in die Mangel nahmen. Doch schon mit „Liza's Back“ (2002) gab sie das Motto für das nächste Jahrzehnt auf der Bühne aus und bewies allen Skeptikern, dass sie den Laden weiterhin im Griff hatte. Sie spielte populäre Rollen wie etwa in der beliebten US-amerikanischen Sitcom „Arrested Development“ und präsentierte sich mit „Liza's At The Palace ...!“ (2008) wieder mit einem eigenen Showprogram am Broadway. Und so wurde es auch Zeit, einmal den Blick schweifen zu lassen über all die Jahre im Fokus der Öffentlichkeit und sich musikalisch an das zu erinnern, was ihre Wurzeln ausmacht.

Denn die liegen im Repertoire des Great American Songbook, das heißt dem Pool der großartigen Melodien des vergangenen Jahrhunderts, die sich von der Tin Pan Alley über den Broadway und die Filmmusik bis hin zum Blues und Jazz als Dauerbrenner der melodischen Identität der Nation etabliert haben. Dazu gehören Songs von Irving Berlin und Ray Noble, Arthur Schwartz und Bernice Petkere, Frank Loesser, Jimmy van Heusen und vielen mehr. Dabei sind die Bekenntnisse von „Confessions“ trotz und vor allem persönliche Lieder, die wie „On Such A Night As This“ den Zauber der  Entertainment-Ära beschwören, die swingend wie „Moments Like This“ die Intensität des Lebens einfordern oder wie „Close Your Eyes“ der Liebe huldigen. Überwiegend im Duo mit dem Pianisten Billy Stritch, stellenweise durch dezent begleitendes Cocktail Drum und eine Prise Bass ergänzt, verneigt sie sich vor dem Charme dieser Musik, mit großer Stimme, dem markanten, bluesig rauchigem Timbre und einer Dramatik in der Liedern, die selbst kurzen Verszeilen Charakter und Nachdruck verleiht. Das ist alte Schule, die mit der Gelassenheit einer erfahrenen Künstlerin den Bogen über ein halbes Jahrhundert großer Melodien zu spannen versteht. Und es ist zugleich das persönlichste Album, das sich Liza Minnelli in all den Jahren geleistet hat.