Klassik Newsletter

Sie wollen immer aktuell informiert sein? Unser Newsletterservice versorgt Sie wöchentlich mit allem zum Thema klassische Musik.

OK

Nichts verpassen

Nutzen Sie KlassikAkzente Online auch wenn Sie nicht auf unserer Seite sind:
Social Networks:

Artikel

04.08.2010

William Orbits persönliche Worte zum neuen Album

William Orbit, William Orbits persönliche Worte zum neuen Album © Marc Marot William Orbit © Marc Marot

In der kommenden Woche erscheint das neue Album von William Orbit, der als Produzent in der Vergangenheit mit vielen Größen des Popgeschäfts wie Madonna, Seal und den All Saints zusammengearbeitet hat. Auf "Pieces In A Modern Style Vol. 2" unterzieht Orbit erneut Klassiker des Konzertsaals von Bach bis Elgar und Grieg bis Fauré einer Frischzellenkur mit Anklängen an Ambient, Trance und House. Der Brite aus der Londoner Club-Szene ist es gewohnt, über den Tellerrand seines Business zu sehen und Verknüpfungen zu schaffen, die Wege weisen. Gegenüber KlassikAkzente erläuterte er seine Arbeit.

"Ich kann zwar keine Noten lesen, aber ich verstehe die Musik.  Was mich an der klassischen Musik besonders anzog, war, wie sie gebaut ist. Ich liebe an ihr die Herausforderung; ich untersuche sie immer wieder und versuche, herauszufinden, wie sie funktioniert. Ich wollte verstehen, warum Musik, die im 'klassischen Idiom' geschrieben ist, so faszinierend sein kann und einen auf eine Reise voller Abenteuer mitnimmt.

Dieses neue Album ist im Prinzip eine Fortsetzung der Aufnahme, die ich vor ungefähr zehn Jahren gemacht habe. Es war einfach aus Spaß an der Freud’ – so wie manche auf Berge klettern und andere Sudoku spielen. Mir bereitet es eben ein riesiges Vergnügen, diese Remixe zu machen. Ich spiele dabei mit den verschiedensten Farben, arbeite mit Umkehrungen, nehme mir unverschämte Freiheiten heraus, halte mich aber manchmal auch absolut getreu an das Original. Alles durchläuft eben meinen eigenen künstlerischen Prozess.

Nachdem ich das Remixen für mich entdeckt hatte, fiel mir auf, dass es so etwas überall in der klassischen Musik gibt (Orchestrierungen, Transkriptionen, Variationen usw.), aber auch, wie sehr unsere heutige Kultur vom 'Zusammenmischen' geprägt ist. Durch das Internet und das Schwinden von Copyright-Schranken wird alles fließend. Das heißt, überall wird mit Musik herumgespielt, jeder kann das, und es kostet nicht viel. Vielleicht führt uns das dazu, das Original wieder mehr zu schätzen und auch zu bewahren.

Es ist mir klar, dass manche Leute mein Vorgehen nicht billigen, aber aus meiner Sicht ist es wirklich eine Hommage. Ich kenne jeden Ton ganz genau, und wenn ich einen verändere, dann tue ich es bewusst! Eines der Stücke, die ich gemixt habe, ist die Arie aus Bellinis Oper La Sonnambula – kennengelernt habe ich sie durch die Callas-Aufnahme, und ehrlich gesagt möchte ich sie von niemandem sonst hören: Ich habe sie sehr zurückhaltend, nur instrumental bearbeitet. Bei Elgars Nimrod dagegen bin ich richtig in die Vollen gegangen. Es ist ein wundervolles Stück und von enormer emotionaler Spannung."

Besuchen Sie die Künstlerseite von William Orbit auf KlassikAkzente.