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Artikel

29.07.2010
Christoph Willibald Gluck

Biografie

Ohne den Reformer Christoph Willibald Gluck (* 2.7.1714, Erasbach; † 15.11.1787, Wien) hätte sich die barocke Oper anders entwickelt. Musikalische Grundlagen erlernte Gluck nach kurzen Studien in Prag und Wien in Mailand bei Giovanni Battista Sammartini. In der norditalienischen Metropole wurde 1741 auch seine erste Oper „Artaserse“ erfolgreich aufgeführt. Sieben weitere Bühnenwerke im italienischen Stil folgten bis 1745, dann machte sich der Komponist auf den Weg und bereiste Europa. In London traf er mit Georg Friedrich Händel zusammen, mit den Operntruppen von Pietro Mingotti und Giovanni Battista Locatelli gastierte er in vielen Städten, bis er sich 1752 in Wien niederließ.

Es folgte eine Phase der Konsolidierung mit Arbeit an verschiedenen Fürstenhäusern, unter anderem am Wiener Hof. Im Jahr 1774 wurde Christoph Willibald Gluck zum Kaiserlich-königlichen Hofkomponisten ernannt. Da hatte er sein Reformwerk bereits in Gang gesetzt. Denn enttäuscht von der Formelhaftigkeit der italienischen Oper und beeinflusst von der Gedankenwelt der Aufklärung forderte Gluck eine neue Einfachheit, Wahrhaftigkeit und Natürlichkeit der Empfindung und der Handlung auf der Bühne ein, die mit den Klischees und übertriebenen Affekten der Opera seria brach. Daraus entbrannte ein international geführter akademischer Streit, bei der die Gluckisten den nach Niccolò Piccini benannten, die Showoper bevorzugenden Piccinisten gegenüberstanden.

Christoph Willibald Gluck komponierte einige Triosonaten und Symphonien, vor allem aber über 100 Bühnenwerke, wovon etwa die Hälfte erhalten ist. Am bekanntesten wurde die Reformoper „Orfeo et Euridice“ (1762), die die neue Linie mit klar strukturierter, auf die Bühnencharaktere und deren Empfindungen konzentrierte Handlung auf den Punkt bracht. Zu den bis heute viel gespielten Opern gehören außerdem „Alceste“ (1767), „Paride ed Elena“ (1770), „Armide“ (1777) und „Iphiénie en Tauride“ (1779).