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28.07.2010

Ein Zentrum des Klassikkosmos - 50 Jahre Grosses Festspielhaus Salzburg

Ein Jahr der Jubiläen - die Salzburger Festspiele feiern ihr 90-jähriges Bestehen und zugleich das erste halbe Jahrhundert des großen Festspielhauses. Die Deutsche Grammophon gratuliert mit einer spektakulären 25 CD-Box mit Salzburger Highlights

Ein Zentrum des Klassikkosmos - 50 Jahre Grosses Festspielhaus Salzburg © Salzburger Festspiele / NN Salzburger Festspiele "Jedermann" 1920-21 © Salzburger Festspiele / NN

Pläne hatte es mehrere gegeben. Bereits 1890 hatten die Architekten Ferdinand Fellner d. J. und Hermann Hellmer die Idee, ein Schauspielhaus in Salzburg zu bauen, das sie am liebsten auf dem Mönchsberg errichtet hätten. Der Plan wurde abgelehnt und erst in den 1920er Jahren gab es den nächsten hoffnungsvollen Anlauf. Diesmal war es der Theaterpionier Max Reinhardt, der ein gewaltiges Gebäude mit bis zu 4.000 Plätzen vorschlug. Diesmal kam das Projekt immerhin bis zur Grundsteinlegung 1922, wurde dann aber aus wirtschaftlichen Gründen neu verhandelt und endete im Ausbau des kleinen Schauspielhauses.

Erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg schaffte es schließlich eine Initiative bis zur Verwirklichung. Am 26. Juli 1960 konnte das „Große Festspielhaus“ in Betrieb genommen werden. Die Pläne dazu hatte der Architekt Clemens Holzmeister entworfen und die eindrucksvoll an den Mönchsberg geschmiegte Bühne wurde zu einem der Wahrzeichen der Stadt. Das Gebäude war mit rund 2.200 Plätzen zwar deutlich kleiner als frühere Varianten ausgefallen. Es erwies sich aber auf diese Weise als ebenso operntauglich wie geeignet für Konzerte und Recitals. Eröffnet wurde das Gebäude dann mit Richard Strauss' „Der Rosenkavalier“, nachdem eine Aufführung des „Don Giovanni“ auf technische Probleme gestoßen war. Es erwies sich als gute Entscheidung, denn auf diese Weise wurde mit Strauss und Hugo von Hofmannsthal zwei wichtigen in Salzburg wirkenden Künstlern die Ehre erwiesen.

Am Pult der Wiener Philharmoniker übrigens stand an diesem Abend Herbert von Karajan, der zu einer der prägenden Pult-Persönlichkeiten der Festspiele werden sollte. Ihm folgten im Laufe der Jahre Maestri wie Sir George Solti und Claudio Abbado, Zubin Mehta und Pierre Boulez, Karl Böhm und Leonard Bernstein, die daher auch den Klang der Jubiläumsbox „50 Years Grosses Festspielhaus“ bestimmen. Es ist eine ungewöhnliche, opulent gestaltete Box mit Höhepunkten aus fünf Jahrzehnten Musik- und Kulturgeschichte, die im Großen Festspielhaus geschrieben wurde.

Dazu gehören die Premiere mit Strauss ebenso wie Verdis „La Traviata“ von 2005, die Anna Netrebko den internationalen Durchbruch bescherte. Wegweisende Aufführungen wie Leoš Janačeks „Aus einem Totenhaus“ 1992 unter Abbados Leitung mit dem Salzburger Rollendebüt von Nicolai Ghiaurov als Gorjantschikow gehören ebenso dazu wie die berühmt gewordene Version des „Idomeneo“ von 1961 unter der Leitung von Ferenc Fricsay.

Den noch umfangreicheren Teil der 25-CD-Box nehmen darüber hinaus die Orchester- und Solokonzerte ein. Da kann man Leonard Bernstein mit Gustav Mahlers „Achter Symphonie“ hören, Karl Böhm mit „Mozart-Symphonien Nr. 40 und Nr. 41“ aus dem Aufführungsjahr 1966, James Levine mit Beethovens „Missa Solemnis“, Sir George Solti mit Berlioz' „Symphonie Phantastique“ oder auch Pierre Boulez mit Stravinsky, Bartók und eigenen Werken. Aus der Vielzahl der famosen Solisten-Abende wurden Aufnahmen mit Alfred Brendel und Martha Argerich, Nelson Freire und auch Anne-Sofie Mutter im Gespannt mit Herbert von Karajan und „Violinkonzert D-Dur“ von Peter Tschaikowksy ausgewählt. Die Edition „50 Years Grosses Festspielhaus“ ist daher ein Füllhorn der musikalischen Klangerlebnisse und dokumentiert eindrucksvoll ein halbes Jahrhundert Kulturgeschichte.