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13.07.2010

Biografie William Orbit

Madonna hat mal über William Orbit gesagt, dass er wahrscheinlich gar nicht wisse, wie talentiert er sei. Und das obwohl der Produzent und Musiker bereits mit U2, Sugababes, Depeche Mode, Pink, Prince, Blur, Katie Melua und Robbie Williams arbeitete. Aber Madonna weiß, wovon sie spricht, immerhin hat William Orbit ihr Bestseller-Album "Ray of Light" als Produzent und Autor betreut.

William Orbit ist einer dieser heimlichen Stars, deren Namen nur Fachleute kennen und der lieber jenseits des Rampenlichts arbeitet. Ein hochbegabter, und introvertierter Brite, der die extrovertierte amerikanische Pop Diva Madonna auch mal irritierte. Zum Beispiel wenn er im Studio einfach einen Kopfhörer aufsetzte, die Augen schloss und nicht mehr ansprechbar schien. "Ich musste ihn dann sanft wachrütteln und daran erinnern, dass ich auch noch da bin", hat sich Madonna mal amüsiert an die gemeinsame Zusammenarbeit erinnert.

Das ist nun auch schon wieder mehr als zwölf Jahre her, mehr als zwanzig Millionen Mal verkaufte sich "Ray of Light" und William Orbit gehört zu den Menschen denen man tatsächlich glaubt, dass ihn dieser Erfolg auch ein wenig erschreckt hat.

Aber kurz darauf landete Orbit noch einen Bestseller der noch überraschender war und das auch noch unter eigenem Namen. "Pieces in a modern Style" hieß das Album das zum Überraschungshit wurde. Ein Werk auf dem William Orbit klassische Kompositionen von Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Erik Satie, Ludwig van Beethoven, Maurice Ravel, Samuel Barber und anderen kunstvoll zu fragilen Tagtraum-Elektropop-Melodien umprogrammierte. Auf nie zuvor gehörte Art kombinierte Orbit Klassik mit Elektronik zu einem einlullenden Chill Out und Ambient Sound. Ein Experiment und ein voller Erfolg. Mehr als 350.000 Mal verkaufte sich das erstaunliche Werk. Die Single-Auskopplung von Samuel Barbers "Adagio for Strings" erreichte sogar Platz vier der britischen Charts. Selbst Madonna - "Sie liebt klassische Musik!" (William Orbit) war so begeistert das sie das Album bei ihrer eigenen Plattenfirma "Maverick" in Amerika veröffentlichte. Der verantwortliche Künstler William Orbit aber war so überrascht, dass er sich erst einmal zurückzog. In den letzten Jahren genoss er seine Ruhe. Nun meldet sich William Orbit mit "Pieces in a modern Style 2" zurück. Diesmal hat er Kompositionen von Camille Saint-Saëns, Edward Elgar, Edvard Grieg, Johann Sebastian Bach, Gabriel Fauré, Giacomo Puccini, Pyotr Ilyich Tschaikowski und anderen als "Classical Trip Hop" neu programmiert.

Virtuos mischt er Klassik "Hits" wie Tschaikowskis "Schwanensee" oder Griegs "Peer Gynt" mit weniger bekannten aber ebenso schönen Melodien. "Das unglaubliche an meinen Bearbeitungen ist, dass sie ein großes und unterschiedliches Publikum ansprechen",  sagt William Orbit mit leiser Stimme. "Die meisten Menschen finden diese Musik einfach enorm entspannend." In Chill Out Bars surrte "Pieces in a modern Style", in Techno Clubs, ja, selbst in Kinderzimmern wie ihm viele Eltern berichteten, sagt Orbit.

William Orbit begeistert sich für Klassische Musik seit seiner Kindheit. Im Hause Wainwright (Orbits richtiger Nachname!) lief sehr viel Klassische Musik. Er war acht als ihn seine Eltern mit zu einer Aufführung von Prokofjews "Peter und der Wolf" mitnahmen: "Das hat mich wirklich sehr beeindruckt. Ich liebte besonders Mozart und Benjamin Britten."

Auch für "Pieces in a modern Style 2" hat Orbit viel ausprobiert. "Es ist sehr schwierig diese Musik angemessen neu zu bearbeiten. Natürlich suchte ich nach passenden feinen Melodien, aber auch die Tiefe musste erhalten bleiben, nachdem ich meine Versionen davon aufgenommen hatte und oft klang das Resultat unbefriedigend." So dauerte es lange bis Orbit alle Stücke für seine zweite Klassik-CD beisammen hatte aber umso überzeugender ist das Resultat. Aber ist Klassik nicht eigentlich Musik für Rentner und Bildungsbürger? „Quatsch“, sagt Orbit vergnügt. "Es gibt so viele junge aufregende Klassische Komponisten die ein großes Publikum in ihrem Alter verdient hätten."

Im kommenden Jahr will der schüchterne William Orbit tatsächlich auf Tournee gehen um "Pieces in a modern Style 2" auf die Bühnen der Welt zu bringen. Unterstützen lassen will er sich dabei von einem ganzen Orchester. Sein Ziel ist, der Klassischen Musik ein neues Publikum zu verschaffen. Das könnte ihm gelingen.