Klassik Newsletter

Sie wollen immer aktuell informiert sein? Unser Newsletterservice versorgt Sie wöchentlich mit allem zum Thema klassische Musik.

OK

Nichts verpassen

Nutzen Sie KlassikAkzente Online auch wenn Sie nicht auf unserer Seite sind:
Social Networks:

Artikel

16.06.2010

Carl Orff-Festspiele 2010

Everding wagt Uraufführung am Heiligen Berg

Carl Orff-Festspiele 2010 Carl Orff-Festspiele 2010

Marcus Everding bringt in seiner zweiten Saison als Künstlerischer Leiter der Carl Orff-Festspiele ein eigenes Stück auf die Bühne des Florian-Stadls im Kloster Andechs: „2 nach Orff“ heißt die Komödie, die am 18. Juni uraufgeführt wird. „Aus dem Kontinuum ein Novum schaffen.“ Diesen vielzitierten Wahlspruch zu Beginn seiner künstlerischen Leitung der Carl Orff-Festspiele Andechs setzt er damit konsequent um. Dass er bei den Festspielen bereits in seinem zweiten Jahr ein selbstgeschriebenes Stück präsentiert, ist dabei durchaus mutig zu nennen.

Umso besser, dass er nicht zu den Theatermännern gehört, die in ihre Arbeit hineingeheimnissen und ihre Probenarbeiten bis zur Premiere von der Öffentlichkeit abschirmen. Im Gegenteil: ‚Wenn schon, denn schon’, scheint sich der Autor und Regisseur gedacht zu haben und lud bei einem Besuch im Ministerium kurzerhand den bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, zu einer Probe ein. Der hielt Wort und sah sich im Florian-Stadl die ersten zwanzig Minuten von „2 nach Orff“ an, die ihn sichtlich amüsierten. Hinterher versprach der Staatsminister, sich auch in Zukunft für die Förderung der Carl Orff-Festspiele einzusetzen. „Kultur ist in Bayern sehr wichtig, sie ist gleichsam das Fundament des Freistaats“, sagte Heubisch. Und „2 nach Orff“? Als eine unterhaltsame Hommage an Carl Orff versteht Everding sein Stück. Spritzige Dialoge nehmen die heutige Theaterszene aufs Korn, versteckte Referenzen an Carl Orff werden am Schlagwerk improvisiert: Stefan Blum kommentiert das Geschehen auf der Bühne augenzwinkernd und zitiert dabei aus Orffschen Werken.

Gespielt wird das Stück von einem jungen, dynamischen Ensemble. Alexander Beisel gibt den an Einfallslosigkeit leidenden Komponisten Arthur, Sebastian Goller spielt dessen Alter-Ego Klaus, der zunehmend ungehalten auf das ewige „Mir fällt nichts ein“ Arthurs reagiert. Die den beiden zu Hilfe eilenden vergessenen Musen Krypto, die Muse des Geistes zwischen den Zeilen, und Thea, die Muse des Unsinns, werden von Katharina Friedl und Sabine Kölbl dargestellt. Sie verteilen ihre Musenküsse an die beiden in ihrer Schaffenskraft gehemmten Herren. Anschließend reisen die vier in das Reich der Phantasie, wo sie sich in Figuren eines Märchens verwandeln. Da gibt es Helden, Gefährten, Drachen, wundersame Frauen und einen großen Sprechchor. Das erste Werk des Komponisten entsteht. Insgesamt ist Marcus Everding mit „2 nach Orff“ eine glückliche Kombination aus lustig-unterhaltsam und existenzialistisch-dramatisch gelungen. Zu seinem Antritt 2009 schrieb er: „Neues wird sich neben dem Bewährten präsentieren, und bewähren muss sich schließlich beides.“ Man möchte ihm dafür die Daumen drücken.

Gewinnen Sie 5x2 Freikarten für „2 nach Orff“!