Top Video

Elina Garanca

Dokumentation zu Meditation

Sie sehen hier die Dokumentation zu "Meditation" von Elīna Garanča. In diesem Album erkunden Elīna Garanča, Karel Mark Chichon, die Deutsche Radio Philharmonie und der Latvian Radio Choir zwischenweltliche Klänge – von Gregorio Allegri und Wolfgang Amadeus Mozart, von Charles Gounod, Georges Bizet, Giacomo Puccini und Pietro Mascagni bis zu Gegenwartskomponisten wie William Gomez, Pēteris Vasks und Uģis Prauliņš.

Termine
Rolando Villazón, Mozart, Gluck
23.08.2014 Salzburg, Mozarteum
Mozart, Gluck

weitere Highlights
23.08.2014 Salzburg, Grosses Festspielhaus
R. Strauss: "Der Rosenkavalier"

23.08.2014 Redefin, Landgestüt
Brahms: Violin Concerto

Klassik Newsletter

Sie wollen immer aktuell informiert sein? Unser Newsletterservice versorgt Sie wöchentlich mit allem zum Thema klassische Musik.

OK

Gewinnspiel

Rolando Villazón, Wir verlosen das neue Buch Kunststücke von Rolando Villazón
Rolando Villazón

Wir verlosen das neue Buch "Kunststücke" von Rolando Villazón

Labels

Im Bereich Labels finden Sie Informationen zu den wichtigsten und bekannstesten Klassiklabels der Welt:
Kalendarium
Das geschah am 23. August: 1937

Albert Roussel (Komponist) starb in Royan in Frankreich.

1905 *

Constant Lambert (Komponist) wurde in London geboren.

1900 *

Ernst Krenek (Komponist) wurde in Wien geboren.

1727 *

Friedrich Hartmann Graf (Komponist) wurde in Rudolstadt geboren.

1996

Juriaan Andriessen (Komponist) starb in Den Haag.

1944

Nikolaj Roslavetz (Komponist) starb in Moskau.

1987

Siegfried Borris (Komponist) starb in Berlin.

1784

Uraufführung von Giovanni Paisiellos "Il Rè Teodoro in Venezia". (Oper)

Datum wählen:

Nichts verpassen

Nutzen Sie KlassikAkzente Online auch wenn Sie nicht auf unserer Seite sind:
Social Networks:

Über das Label

Die Deutsche Grammophon (DG) ist eine der agilsten und renommiertesten Plattenfirmen der Klassikwelt. Gegründet 1898 von dem Multitalent Emil Berliner, der als Mit-Erfinder der Schallplatte und des Grammophons gilt und bereits 1877 ein Patent für Mikrophone anmeldete, entwickelte sich das Unternehmen zum künstlerischen Impulsgeber und zur Referenz für ein Höchstmaß spieltechnischer, tontechnischer und gestalterischer Qualität. Im Laufe von mehr als einem Jahrhundert haben Legenden wie Leonard Bernstein, Vladimir Horowitz und Herbert von Karajan ebenso für die DG aufgenommen wie die Talente und Stars der vergangenen Jahre und der Gegenwart. Das Portfolio der DG-Künstler liest sich wie ein Who's is Who der klassischen Musik und umfasst Koryphäen wie Anne-Sophie Mutter, Krystian Zimerman, Claudio Abbado, Placido Domingo, Valery Gergiev, Magdalena Kozena, Anna Netrebko, Rolando Villazon, Bryn Terfel und Sting.

Das erste Jahrzehnt (1898–1909)

Die Geschichte der Deutschen Grammophon geht bis in die Anfänge der Tonaufnahme zurück. Im Dezember 1898 wird die Firma zusammen mit den ersten Schallplatten- und Grammophonfabriken in Hannover gegründet. Direktoren sind Emil Berliner – der aus Hannover stammende amerikanische Erfinder der Schallplatte und des Abspielgeräts – und sein Bruder Joseph. Ihre Fabrik verwendet in Amerika hergestellte hydraulische Pressen, um Schellack-Platten für die Gramophone Company herzustellen, die in jenem Jahr von Emil Berliners Geschäftspartner William Barry Owen in London gegründet worden ist und für deren Aufnahmen Emils amerikanischer Partner Fred Gaisberg verantwortlich zeichnet.

Im Jahr 1900, in dem die Deutsche Grammophon Gesellschaft zur Aktiengesellschaft mit Sitz in Berlin wird, setzt sich Berliners Schallplatte gegen Edisons Walze als Industriestandard durch. Gaisberg setzt daraufhin alles daran, dem neuen Medium durch die Verpflichtung berühmter Künstler zu Ansehen zu verhelfen.

Enrico Caruso macht seine erste Aufnahme für die Gramophone Company 1902 in Mailand. Rasch folgen weitere große Sänger wie Mattia Battistini, Emma Calvé, Alessandro Moreschi (der letzte Kastrat), Antonio Scotti, Leo Slezak, Francesco Tamagno (Verdis erster Otello), Geraldine Farrar, Mary Garden und Elena Gerhardt.

Der russische Bass Fjodor Schaljapin ist der erste Sänger, der seinen Ruhm der Schallplatte verdankt. 1904 kann die Firma endlich die große Nellie Melba zu Aufnahmen überreden, und ein Jahr später bringt Gaisberg sein Aufnahmeteam nach Wales auf das Schloss von Adelina Patti, dem größten internationalen Opernstar nach der Melba.

Deutsche Grammophon wird schon bald Hoflieferant der Königshäuser in Großbritannien und Spanien und erhält damit Zustimmung von höchster Stelle. 1907 bringt die Fabrik in Hannover, die jetzt mit etwa 200 Schallplatten-Pressen arbeitet, die erste doppelseitige Platte heraus.

Das zweite Jahrzehnt (1910–1919)

Die erste Orchesteraufnahme erscheint 1910: der Kopfsatz von Griegs Klavierkonzert mit Wilhelm Backhaus, der zwei Jahre zuvor mit Stücken aus Bachs Wohltemperiertem Klavier sein Debüt bei der Firma gegeben hat. Ein weiterer berühmter Pianist, Ignace Jan Paderewski, macht seine ersten Aufnahmen 1911.

1913 sorgt Deutsche Grammophon mit der ersten Gesamtaufnahme eines Orchesterwerks für eine Sensation: Beethovens Fünfte Symphonie mit den Berliner Philharmonikern unter ihrem Chefdirigenten Arthur Nikisch erscheint auf vier doppelseitigen Platten zu je 9,50 Mark (vergleichbar heute etwa mit 1,70 €); in Großbritannien kommt die Aufnahme über mehrere Monate verteilt auf einseitig bespielten Platten heraus. In dieser Zeit werden auch Auszüge aus Wagners Parsifal mit den Berliner Philharmonikern unter Alfred Hertz veröffentlicht.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird das Vermögen der Deutschen Grammophon von der deutschen Regierung beschlagnahmt, da es sich um eine englische Firma und folglich feindliches Eigentum handele. 1916 trennen sich der deutsche und englische Teil der Gesellschaft – letzterer wird später zur EMI. Deutsche Grammophon darf nicht länger das Warenzeichen »His Master’s Voice« (»Die Stimme seines Herrn«) verwenden und auch keine im Ausland entstandenen Aufnahmen mehr aus Deutschland exportieren.

Da die Firma keine Aufnahmen von Stars wie Caruso, Melba und Patti verkaufen darf, muss ein neues Repertoire aufgebaut werden. Die Aufnahmetätigkeit der nächsten Jahre konzentriert sich auf die besten Künstler aus Deutschland und Mitteleuropa.

Das dritte Jahrzehnt (1920–1929)

1920 macht der 25-jährige Wilhelm Kempff seine erste Aufnahme für Deutsche Grammophon (Beethoven), ebenso Elisabeth Schumann (»Non so più« aus Mozarts Figaro, gesungen in deutscher Sprache).

Damit beginnt ein neuer Weg für die Firma mit Künstlern wie der Sopranistin Maria Ivogün oder den Dirigenten Hermann Abendroth, Leo Blech und Hans Pfitzner; eingespielt werden möglichst ungekürzte, werktreue Aufführungen. 1921 nimmt Frida Leider Elisabeths »Dich, teure Halle« aus Tannhäuser auf, Richard Strauss begleitet am Klavier seine eigenen Lieder in der Interpretation von Heinrich Schlusnus, der zu einem der wichtigsten Sänger des Labels wird. 

Ab 1924 darf DG wieder das alte Warenzeichen »His Master’s Voice« mit dem dazugehörigen Hund Nipper verwenden und für Veröffentlichungen in Deutschland die vor dem Krieg produzierten Matrizen nutzen; Exporte erscheinen unter dem Label Polydor. Viele Veröffentlichungen aus dieser Zeit gelten Wagner, häufig sind die Staatskapelle Berlin unter Leo Blech und die Berliner Philharmoniker unter Max von Schillings zu hören.

1925 wird die elektrische Aufnahmetechnik eingeführt. Deutsche Grammophon hat inzwischen nicht nur die neun Beethoven-Symphonien mit der Staatskapelle Berlin unter Oskar Fried und anderen herausgebracht, sondern auch umfangreiche Symphonien wie Bruckners Siebte und Mahlers Zweite. 1926 überwindet Wilhelm Furtwängler seine Bedenken gegenüber dem neuen Medium und nimmt Beethovens Fünfte sowie Webers Freischütz-Ouvertüre mit den Berliner Philharmonikern auf.

Im Beethoven-Jahr 1927, in dem DG das amerikanische Brunswick-Label übernimmt, enthält der Katalog auch Beethovens Symphonien unter Otto Klemperer, Hans Pfitzner und Richard Strauss sowie das Adagio aus Bruckners Achter unter Klem­perer, Haydns »Oxford-Symphonie« unter Hans Knappertsbusch, Mozarts Symphonien Nr. 39 und 41 (»Jupiter«) unter Strauss, Tschaikowskys »Pathétique« unter Bruno Walter und die Fledermaus-Ouvertüre unter Erich Kleiber, alle mit der Staatskapelle Berlin, die auch in Strauss’ Aufnahme seiner Symphonischen Dichtungen spielt (1926–33).

Joseph Berliner stirbt 1928, sein Bruder Emil im folgenden Jahr. Zu der Zeit umfasst die Jahresproduktion der Deutschen Grammophon fast 10 Millionen Schallplatten, und die Fabrik in Hannover beschäftigt etwa 600 Mitarbeiter.

Das vierte Jahrzehnt (1930–1939)

Im Jahr 1930 nimmt Ravel mit dem Orchestre Lamoureux seinen Boléro für die neue französische Tochter des Unternehmens auf – Société phonographique française Polydor S. A.

Die Weltwirtschaftskrise lässt den Schallplattenverkauf einbrechen. 1932 fusioniert Deutsche Grammophon mit Polyphon und verlegt ihren Sitz zurück nach Hannover. 1937 wird die Deutsche Grammophon AG nach Jahren weiter sinkender Verkaufszahlen liquidiert und an ihrer Stelle die von der Deutschen Bank und der Telefunken Gesellschaft finanzierte Deutsche Grammophon GmbH gegründet.

Trotz zunehmender Einschränkungen durch das Dritte Reich entstehen weiterhin bedeutende Aufnahmen. Im Dezember 1938 wird Herbert von Karajans erste Schallplatte veröffentlicht (die Ouvertüre zur Zauberflöte mit der Staatskapelle Berlin).

Zu den anderen DG-Künstlern dieser Zeit gehören die Dirigenten Paul van Kempen, Carl Schuricht und Victor de Sabata, die Pianistin Elly Ney, der Geiger Georg Kulenkampff sowie die Sänger Erna Berger, Tiana Lemnitz, Walther Ludwig und Julius Patzak.

Das fünfte Jahrzehnt (1940–1949)

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und angesichts des Mangels an Rohmaterial stagniert das Unternehmen erneut. 1941 wird es vom Elektrokonzern Siemens & Halske übernommen.

Trotz Produktionsbeschränkungen werden Projekte wie die 1942 entstandene fast vollständige Aufnahme der Matthäus-Passion unter Bruno Kittel verwirklicht (die Matrizen werden mit dem U-Boot nach Japan gebracht, wo Nippon Polydor 17.000 Kassetten bestellt hat).

Am 9. Mai 1942 verbietet die Gestapo dem Unternehmen formell, Aufnahmen mit jüdischen Künstlern zu produzieren, und ordnet die Vernichtung aller entsprechenden vorhandenen Einspielungen an.

Doch auch in diesem und dem folgenden Jahr werden noch einige Aufnahmen veröffentlicht, vor allem mit Karajan am Pult der Staatskapelle Berlin, des Concertgebouworkest, der Berliner Philharmoniker und des Turiner Orchesters der RAI, aber auch Strauss’ Ein Heldenleben unter der Leitung des Komponisten im Jahr 1943.

Nach Kriegsende wird eine kleine Produktionsstätte für Schallplatten in Berlin eröffnet, während die zerstörten Fabrik- und Verwaltungsgebäude in Hannover wieder aufgebaut werden.

1946 wird Deutsche Grammophon das erste Unternehmen, das für Aufnahmen ausschließlich Magnetbänder verwendet. Im folgenden Jahr wird Archiv Produktion gegründet, um Alte Musik zu fördern – die ersten Aufnahmen des Labels sind Orgelwerke von Bach, die Helmut Walcha in der Jakobikirche zu Lübeck spielt. Walcha bleibt dem Label 30 Jahre lang eng verbunden.

1949 werden die Exklusivrechte am Warenzeichen »His Master’s Voice« in Deutschland an Electrola (EMI Deutschland) verkauft und die gelbe DG-Kartusche mit der Tulpenkrone eingeführt.

Eugen Jochum, Ferenc Fricsay, der in den 1950er-Jahren zu den wichtigsten DG-Künstlern gehören wird, und Dietrich Fischer-Dieskau machen ihre ersten Aufnahmen für das nunmehr »gelbe« Label.

Das sechste Jahrzehnt (1950–1959)

1950 werden 78-U/min-Platten mit maximal 9 Minuten Spielzeit pro Seite eingeführt – Grundlage ist DGs Erfindung der variablen Rillen. Im Jahr darauf bringt das Unternehmen seine ersten 33-U/min-Langspielplatten (LP) heraus.

Wilhelm Kempff beginnt 1950 einen neuen Zyklus von Beethovens Klaviersonaten und nimmt 1953 Beethovens Klavierkonzerte auf (beide Werkgruppen spielt er in den 1960er-Jahren noch einmal in Stereo ein).

1951 nimmt Furtwängler seine Beziehungen zu Deutsche Grammophon wieder auf. Das Amadeus Quartet und der Geiger Wolfgang Schneiderhan machen ihre ersten Aufnahmen für DG 1951 bzw. 1952. Nachdem es bereits Brahms, Haydn, Mozart und Schubert eingespielt hat, beginnt das Amadeus Quartet 1959 eine Stereo-Gesamtaufnahme mit Beethovens Streichquartetten. Im selben Jahr kehrt Karajan von EMI zur Deutschen Grammophon zurück – in den nächsten 30 Jahren wird er etwa 330 Schallplatten für DG einspielen, darunter drei Beethoven-Zyklen und den kompletten Ring.

Zwei andere Dirigenten haben bedeutenden Anteil an der Entwicklung der starken Position, die Deutsche Grammophon nach dem Krieg im klassischen und romantischen Repertoire erwirbt: Karl Böhm (besonders durch seinen Mozart und Richard Strauss, mit dem Böhm befreundet war) und Rafael Kubelik (vor allem durch seinen Dvořák und Smetana, Lohengrin und seinen kompletten Mahler-Zyklus).

Der vielseitige amerikanische Dirigent Lorin Maazel wird 1957 unter Vertrag genommen. Archiv Produktion veröffentlicht in ihren ersten Jahrzehnten Maßstab setzende Aufnahmen von Musik des Mittelalters und der Renaissance. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Barock, insbesondere dem gesamten Orgelwerk von Bach mit Walcha sowie dem deutschen und italienischen Repertoire unter den Dirigenten Rudolf Baumgartner, Fritz Lehmann, August Wenzinger und Karl Richter, der nach Lehmanns Tod zum wichtigsten Bach-Interpreten des Labels wird.

1956 verlegt Deutsche Grammophon ihren Hauptsitz nach Hamburg, die Fabrikation bleibt jedoch in Hannover. Im folgenden Jahr wird DGs neues Markenzeichen, die »Kartusche«, eingeführt.

Das siebte Jahrzehnt (1960–1969)

1960 schließt Deutsche Grammophon einen Exklusivvertrag mit Martha Argerich. Weitere große Pianisten folgen während der nächsten Jahrzehnte.

1962 erscheint Karajans erste Stereoaufnahme der neun Beethoven-Symphonien mit den Berliner Philharmonikern – erstmals bei DG zur Subskription.

Zu Beginn des Jahrzehnts nimmt DG Verdi-Opern an der Mailänder Scala auf – Claudio Abbado, der 1967 zum Gelblabel stößt, setzt die Reihe Mitte der 1970er-Jahre fort. Zu seinen zahlreichen Aufnahmen während der nächsten Jahrzehnte gehören sämtliche Symphonien von Beethoven, Brahms, Mahler, Mendelssohn und Schubert, die Orchesterwerke von Ravel und über ein Dutzend vollständige Opern.

Bedeutende Großprojekte dieser Zeit sind u. a. Fischer-Dieskaus Gesamteinspielung der Schubert-Lieder; während der nächsten zehn Jahre folgen seine umfassenden Sammlungen der Lieder von Brahms, Liszt, Schumann und Wolf.

Den 200. Geburtstag Beethovens im Jahr 1970 im Blick, veröffentlicht DG 1969 ihre erste Beethoven-Edition auf 76 LPs. Weitere großzügig ausgestattete Komponisten-Editionen zu besonderen Anlässen gelten wiederum Beethoven (1977 und 1997), Bach (1975 und 1985), Brahms (1983 und 1997) und Berg (1985).

Die Elektrokonzerne Siemens (München) und Philips (Eindhoven) fusionieren ihr Schallplattengeschäft 1962 und gründen die neue Gesellschaft DGG/PPI (Philips Phonographic Industry). DG bleibt jedoch verantwortlich für ihre eigene Aufnahmetätigkeit und ihren Katalog.

Das achte Jahrzehnt (1970–1979)

Auf eine Umstrukturierung von DGG/PPI 1971 folgt die Gründung der PolyGram mit Hauptsitz in Baarn (Niederlande) und Hamburg.

Anlässlich ihres 75. Geburtstags veröffentlicht Deutsche Grammophon 1973 Die Welt der Symphonie auf 93 LPs. In diesem Jahrzehnt setzt DG die Erweiterung ihres internationalen Spektrums fort. Arturo Benedetti Michelangeli startet ab 1971 mit einer Reihe überragender Aufnahmen; 1972 beginnen drei Dirigenten ihre langjährige Partnerschaft mit dem Unternehmen: Daniel Barenboim (auch als Pianist), Seiji Ozawa und, an prominentester Stelle, Leonard Bernstein, der 1981 Exklusivkünstler der DG wird.

Bernstein beginnt mit Aufnahmen des österreichisch-deutschen symphonischen Repertoires, überwiegend Mitschnitte von seinen Konzerten mit den Wiener Philharmonikern. Darüber hinaus spielt er viele eigene und andere amerikanische Werke ein (seine 1985 entstandene Aufnahme von West Side Story wird eines der meistverkauften Alben in der Firmengeschichte).

Carlo Maria Giulini macht 1976 seine ersten Aufnahmen für Deutsche Grammophon mit dem Chicago Symphony Orchestra. In den folgenden Jahren dokumentiert DG seine Rückkehr zur Oper, die er lange gemieden hat – es entstehen Aufnahmen von Rigoletto in Wien, Falstaff in Los Angeles und Il trovatore in Rom.

Auf Carlos Kleibers erste Aufnahme, den Freischütz im Jahr 1973, folgen im Verlauf des nächsten Jahrzehnts La Traviata, Die Fledermaus und Tristan – sowie symphonische Werke von Beethoven, Brahms und Schubert.

1978 startet die 14-jährige Anne-Sophie Mutter eine glanzvolle Karriere, als sie ihre erste Aufnahme (Mozart) mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung ihres Mentors Herbert von Karajan macht. Auch Gidon Kremer nimmt das erste seiner viel gerühmten Alben für Deutsche Grammophon auf.

Die Aufnahmen des LaSalle Quartet mit Werken der Neuen Wiener Schule erhalten zahlreiche Preise. Archiv Produktion unterzeichnet 1977 Exklusivverträge mit Reinhard Goebel und dessen Musica Antiqua Köln sowie im Jahr darauf mit dem Cembalisten Trevor Pinnock und dessen English Concert. Die beiden Gruppierungen sind seit Wenzingers Schola Cantorum Basiliensis in den 1950er-Jahren die ersten Ensembles bei DG, die auf Originalinstrumenten spielen.

Ebenfalls 1978 macht John Eliot Gardiner mit den English Baroque Soloists seine erste Aufnahme für Archiv Produktion.

1980 erfolgt die Übernahme von Decca Records durch PolyGram.

Das neunte Jahrzehnt (1980–1989)

Giuseppe Sinopoli dirigiert 1980 seine erste Aufnahme für Deutsche Grammophon und unterzeichnet drei Jahre später den ersten von mehreren langfristigen Exklusivverträgen mit DG – das Ergebnis sind ein vollständiger Mahler-Zyklus mit dem Philharmonia Orchestra, Bruckner-Symphonien mit der Staatskapelle Dresden und mehrere Opernprojekte. 

1987 wird James Levine Exklusivkünstler der DG. Zu seinen Aufnahmen gehören sämtliche Symphonien und Violinkonzerte von Mozart mit den Wiener Philharmonikern und Itzhak Perlman sowie Wagners Ring in einer Produktion der Metropolitan Opera.

Die drei nach Kempffs Rückzug aus dem Konzertleben wichtigsten Pianisten der DG – Martha Argerich, Maurizio Pollini und Krystian Zimerman – legen hervorragende Einspielungen des Repertoires vor, das Kempff eher gemieden hat, insbesondere Chopin, Liszt und Musik des 20. Jahrhunderts. Ivo Pogorelich macht 1981 seine ersten Aufnahmen. Zwei legendäre Pianisten kommen zu DG: Rudolf Serkin im Jahr 1981 und Vladimir Horowitz – Letzterer bringt zwischen 1985 und 1989 fünf erfolgreiche CDs heraus.

Eine neue Generation von Künstlern beginnt die Zusammenarbeit mit DG: Sänger (Kathleen Battle, 1984; Anne Sofie von Otter, 1985; später Bryn Terfel, 1993, und Thomas Quasthoff, 1999), Instrumentalisten (der Cellist Mischa Maisky, 1982; die Pianistin Maria João Pires, 1989), Streichquartette (Hagen, 1985; Emersons, 1987) und Orchester (Orpheus Chamber Orchestra, 1985).

Ende 1984 verkauft Siemens – die 50% der Anteile an der PolyGram International hält – 40% ihrer Beteiligung an Philips, die restli­chen 10% folgen 1987. 1986 gehen die Fertigungsanlagen in Hannover – die ersten und größten Hersteller von CDs – als Teil eines Joint Venture mit dem Chemiekonzern DuPont von PolyGram an Philips über; Hannover bleibt der wich­tigste Lieferant des Labels.

1987 beginnt DG zusammen mit ihren PolyGram-Schwester-Labels Philips und Decca, Videokassetten und Laser Discs vor allem von Konzert- und Opernaufnahmen der Unitel zu veröffentlichen – eine neue Ära von Videoaufnahmen klassischer Musik ist angebrochen.

Das zehnte Jahrzehnt (1990–1999)

1989 bzw. 1990 verliert die Musikwelt zwei große Dirigenten, die der Deutschen Grammophon über viele Jahre verbunden waren: Herbert von Karajan und Leonard Bernstein.

Zur selben Zeit treten zwei andere gefeierte Dirigenten in eine neue Phase der Zusammenarbeit mit DG ein: Pierre Boulez und André Previn, die Werke des 20. Jahrhunderts einspielen (einschließlich ihrer eigenen). Für Archiv Produktion dirigiert John Eliot Gardiner Aufführungen mit Originalinstrumenten von Werken des Barocks (Bach-Oratorien, Monteverdi-Opern), der Wiener Klassik (Mozart-Opern und Beethoven-Symphonien) sowie der Romantik.

Neue Aufnahmeverträge werden mit den Dirigenten Myung-Whun Chung (1990), Oliver Knussen und Christian Thielemann (1995) geschlossen. Archiv Produktion wird noch internationaler durch die Verpflichtung von Paul McCreesh und dessen Gabrieli Consort & Players, Marc Minkowski und dessen Musiciens du Louvre und des Renaissance-Bläserensembles Piffaro.

1998 wird PolyGram von Seagram erworben und mit dessen Tochter Universal zur größten Schallplattengesellschaft der Welt fusioniert: Universal Music Group.

Im selben Jahr feiert Deutsche Grammophon ihren 100. Geburtstag als größte und erfolgreichste klassische Schallplattengesellschaft.

Das elfte Jahrzehnt (2000–2009)

Zu Beginn des neuen Jahrtausends wird die Universal Music Group vom Vivendi-Konzern erworben, der damit seinem Geschäft die größte Schallplattengesellschaft eingliedert, während er sein Medien-Konzept ausbaut.

Im Juli 2001 wird Michael Lang Direktor der Deutschen Grammophon, später wird er Präsident des Unternehmens. Schlüsselwort seines Unternehmenskonzepts ist »Neu­belebung« – Deutsche Grammophon richtet alle Kraft darauf, durch neue Exklusivverträge das Aufgebot an Künstlern zu verstärken.

Zu den Neuverpflichtungen gehören Sänger (Anna Netrebko, 2002; Rolando Villazón, 2005; Measha Brueggergosman, Elīna Garanča und René Pape, 2006; Patricia Petibon, 2008; Ildebrando D’Arcangelo, 2009); Pianisten (Hélène Grimaud, 2002; Lang Lang, 2003; Rafał Blechacz, 2006; Pierre-Laurent Aimard, 2007; Yuja Wang und Alice Sara Ott, 2008); Geiger (Hilary Hahn, 2002; Giuliano Carmignola, 2003; Vadim Repin, 2006; Daniel Hope, 2007). In dem Jahrzehnt, das den Tod legendärer Dirigenten wie Giulini, Kleiber und Sinopoli zu verzeichnen hat, beginnt eine neue Generation von Dirigenten die Zusammenarbeit mit DG (Esa-Pekka Salonen und Andrea Marcon, 2003; Gustavo Dudamel, 2005; Daniel Harding, 2006). Die Musik unserer Zeit ist durch den gefeierten Komponisten Osvaldo Golijov repräsentiert, der 2005 seinen Liederzyklus Ayre herausbringt und damit eine Reihe von Ersteinspielungen bei DG beginnt.

Ein neues Label, edge, wird 2003 für ein breites Spektrum von Musik geschaffen und zum Forum für erfolgreiche Soundtracks (Frida, Motorcycle Diaries), legendäre Künstler (Mercedes Sosa) und faszinierende Projekte wie das Tango-Album Café de los Maestros.

Ab 2006 bringt die neue, nur als Download erhältliche Serie DG Concerts erstklassige Live-Aufnahmen von Orchestermusik zu den iTunes-Hörern, die damit per Internet in die großen Konzertsäle der Welt eingeladen sind.

Als nächstes wird Deutsche Grammophon die erste große Klassik-Schallplattenfirma, die ihre Aufnahmen direkt über das Internet an Musikliebhaber verkauft. Nach Start des DG Web Shops 2007 ist der gesamte Katalog nun in über 180 Ländern verfügbar; zudem sind mehr als 1.000 vergriffene Aufnahmen als Download wieder erhältlich. 2008 wird das Online-Angebot um den Versand von CDs und DVDs an Kunden in Europa erweitert.

In Anerkennung dieser außergewöhnlichen Leistungen wird Deutsche Grammophon von der Fachzeitschrift Gramophone zum »Label des Jahres 2007« gekürt – dort heißt es: »Deutsche Grammophon ist der Inbegriff für das Beste in der klassischen Musik.«