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Rolando Villazón

Vaga Luna (Ausschnitt)

Startenor Rolando Villazón singt Vaga Luna, komponiert von Vincenzo Bellini.

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Nemanja Radulovic

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Tracklisting

Robert Schumann, Streichquartette Nr. 1 & 3, 00028947216926

Streichquartette Nr. 1 & 3

Robert Schumann, Zehetmair Quartett
Format:
CD
Label:
ECM New Series
VÖ:
11.02.2003
Bestellnr.:
00028947216926
Produktinformation:

Das Zehetmair Quartett widerlegt glanzvoll das lange gehegte ausschließende Vorurteil von Robert Schumann, dem Klavierkomponisten der Romantik schlechthin. Es feiert Schumann als einen Meister des Streichquartetts, wenn auch nur in wenigen Ex-emplaren dieser Gattung. Nicht nur Beethoven warf seinen langen Schatten, Schumann blickte auch zu dem nur ein Jahr älteren Mendelssohn hin "wie zu einem hohen Gebirge. Er ist wie ein Gott". So schrieb er 1836 in einem Brief. Sechs Jahre später, in einer Phase kammermusikalischer Kreativität zwischen psychischen Krisen, widmete er die drei Streichquartette op. 41 "Seinem Freunde", eben Mendelssohn.

Das Zehetmair Quartett spielt hier das erste und dritte in einem so umflorten Ton, dann wieder mit einer Leidenschaft, dass darin Schumanns Suchen und Finden eigener Wege mit vibriert. Die wunderbare Balance dieser Werke kosten die Vier voll aus. Eine Balance, austariert zwischen dem Maß gerader Takte und häufiger Dreier-Metren, zwischen rhythmisch akzentuierter Unrast und strömender Ruhe, zwischen Ausbruch und Bändigung.

Nach einer ausdrucksvollen Introduzione und viertaktigen Überleitung mündet der erste Satz des a-Moll-Quartetts in ein lyrisches F-Dur-6/8-Allegro, das die klassische Sonatenform mit Leben erfüllt; Themenimitation und Fugato huldigen der Tradition. Wieder im 6/8-Takt huscht das Scherzo dahin. Leicht synkopierte Bewegung und lange Melodiebogen durchwandern alle Stimmen im harmonisch changierenden F-Dur-Adagio, Bratsche und Cello singend im Wettstreit mit den Oberstimmen. Virtuos stürzt sich das Quartett in die ersten a-Moll-Akkorde und rasenden Achtelketten des Presto. Schier allgegenwärtig ist das Thema, in der Wiederkehr und Umkehrung mar-cato, ja marcatissimo bezeichnet, bis kurz vor dem Schluss ein Moderato-Einschub sich nach A-Dur wendet und mit überraschenden Dudelsack-Klängen zu einem cho-ralähnlichen Passus in lang ausgehaltenen Noten führt. Die rasante Coda hält die Dur-Tonalität fest.

Noch souveräner gießt Schumann in Nr. 3, dem A-Dur-Quartett, seine Ideen von der poetischen Aussagekraft der Musik in die überkommene Form ein, gibt seiner freien Fantasie in Melodik und Kontrapunkt einen klaren Rahmen. Wieder eine kurze espressivo-Einleitung, die das Thema tastend anspielt, das im Allegro molto moderato exponiert wird. Aber bald verunsichert ein raffinierter Kunstgriff das Hören - durch eine im Abstand einer Achtelnote versetzte Stimmführung wird der Rhythmus des Seitenthemas außer Kraft gesetzt und schafft so eine irisierende Un-Wirklichkeit. In anderer Form tauchen solche Trauminseln wiederholt auf, und auch das synkopierte fis-Moll-Thema des Assai agitato lässt sie anklingen, erfährt aber in einem Variatio-nensatz kunstvolle Veränderungen, denen die Spieler ebenso zart und zupackend fol-gen. Einem stillen Abgesang, der kurz nach Es-Dur weicht, antwortet der langsame D-Dur-Satz, auch er ein vielfältig verflochtener Gesang, den insistierende Tonrepetitionen der Bratsche gliedern. Als vorwärts treibendes Rondo kommt das Finale daher, das zwischen den A-Dur-Eckpunkten mit tänzerischem Elan mehrere verwandte Tonarten durchstreift. Es ist die Musikalität des Zehetmair Quartetts, das diese Kunst sinnlich erfahrbar macht.