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Rolando Villazón

Vaga Luna (Ausschnitt)

Startenor Rolando Villazón singt Vaga Luna, komponiert von Vincenzo Bellini.

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Ólafur Arnalds, Herzensprojekt: Ólafur Arnalds Island Songs
Ólafur Arnalds

Herzensprojekt: Ólafur Arnalds "Island Songs"

Tracklisting

John Potter, Field: Being Dufay, 00028947669487

Field: Being Dufay

John Potter, Ambrose Field
Format:
CD
Label:
ECM New Series
VÖ:
06.02.2009
Bestellnr.:
00028947669487
Produktinformation:

Ex-Hilliard-Tenor John Potter und der Electronic-Arts-Guru Ambrose Field wagen es mit „Being Dufay", vokale Fragmente des Renaissance-Komponisten Guillaume Dufay neu zu deuten.

Im Jahr 1428 wurde Guillaume Dufay (um 1400 - 1474) in Bologna zum Priester geweiht. Damit standen dem jungen Franzosen aus Cambrai viele Türen offen, um im klerikal geprägten Spätmittelalter seinen Weg als Musiker und Komponist zu gehen. Noch im selben Jahr wurde er Mitglied der päpstliche Kapelle in Rom, der er mit Unterbrechungen bis 1437 angehörte. Dann führte ihn der Lebensweg zurück in seine Heimatstadt, zwischenzeitlich an den Hof von Savoyen, schließlich in geistliche Ämter bis zu seinem Tod im damals biblischen Alter von 74 Jahren. Seinen Zeitgenossen galt Dufay als einer der größten Komponisten der Epoche, immerhin hatte er im Laufe seines Lebens mehr als 200 Werke zu Pergament gebracht, geistliche und weltliche Stücke, Messen und Messsätze, Motetten und Chansons in lateinischer, italienischer und französischer Sprache.

Guillaume Dufays musikgeschichtliches Verdienst liegt in der Perfektionierung der Polyphonie als System gleichberechtigter Stimmen. Über englische Adelige, die wegen des Hundertjährigen Krieges in Frankreich weilten, lernte er neuartige Klang- und Formimpulse kennen, die sich auf der Insel entwickelt hatten, und verschmolz diese Erkenntnisse mit seinen eigenen Erfahrungen der italienischen und französischen Tradition. Berühmt wurde etwa seine Motette „Nuper rosarum flores", die er in päpstlichem Auftrag für die Weihe des Florentiner Doms am 25.März 1436 komponierte. Deren Tempoverhältnisse der vier Abschnitte (6 : 4 : 2 : 3) entsprachen den räumlichen Verhältnissen von Langhaus, Querschiff, Apsis und Kuppelhöhe und versinnbildlichen damit akustisch die ästhetischen Vorstellungen des Goldenen Schnitts.

„Being Dufay" ist zum einen ein Dokument künstlerischer Herausforderung. „Damals wie heute", meint der Komponist und dreifache Gewinner des begehrten International Prix Ars Electronica von Linz, Ambrose Field, „war und ist Musik nicht für immer fixiert, sondern lebt und atmet durch die Imagination der einzelnen Musiker und deren Zuhörer. 'Being Dufay' ist die Antwort auf unsere 'neue' Renaissance, ein Raum, wo das Altehrwürdige mit einigen unserer aktuellsten musikalischen Entwicklungen koexistieren kann". Es ist ein Experiment, das nicht mit großen Gesten protzt, sondern seinen Reiz aus der intimen Kenntnis Ambrose Fields der spätmittelalterlichen Musik bezieht, die sich auf der einen Seite in elektronischen Kommentaren, auf der anderen in den fragilen, eindringlichen Vokalpartien John Potters wieder findet.

Sieben Kapitel hat der Komponist der Hommage gewidmet, die in individueller Weise an die Klanggestalt der Vergangenheit heranführen. Die Vorlagen entstammen dem weltlichen wie dem geistlichen Schaffen Dufays. Sie sind Fragmente der Inspiration, um die herum neue akustische Räume gebaut werden, die mit Assoziationen und Distanzen, mit Gewohnheiten und Überraschungen spielen. Plakatives wird sorgsam vermieden, dafür bettet Field die klare Stimme und erfahrene Gestaltung John Potters in changierende Farben und flankierende Atmosphären. So entsteht ein Ineinander klanglicher Nuancierungen, das in seiner fragilen Schönheit Seinesgleichen sucht.