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09.03.2016

Händels "Armino": Wiederentdeckung eines musikalischen Schatzes

Countertenor Max Emanuel Cencic erweckt auf seinem neuen Album die fast vergessene Oper "Arminio" von Georg Friedrich Händel furios zum Leben.

Max Emanuel Cencic, Händels Armino: Wiederentdeckung eines musikalischen Schatzes Ⓒ Decca /Julien Benhamou Max Emanuel Cencic

Man mag es kaum glauben: Nur fünf Mal wurde die Oper "Arminio" von Georg Friedrich Händel im Jahre 1736 aufgeführt, dann wurde das Stück abgesetzt und galt fortan als mittelmäßig und dementsprechend uninteressant. Erst 200 Jahre später kam es zu einer erneuten Aufführung, doch auch heute noch ist "Arminio" unter den rund 40 von Händel komponierten Opern relativ unbekannt. Dies dürfte sich spätestens jetzt ändern. So hat sich mit dem Countertenor Max Emanuel Cencic einer der derzeit gefragtesten Solisten seines Fachs der verkannten Händel-Oper angenommen. Zusammen mit einem erstklassigen Solisten-Ensemble und begleitet durch das exzellent musizierende Orchester Armonia Atenea unter der Leitung von George Petrou ist ihm eine fulminante Gesamteinspielung des "Arminiogelungen, die das Stück als musikalische Kostbarkeit reich an musikalischen Raffinessen und mitreißender Dramatik offenbart. Am 11. März erscheint das Album bei Decca.

Politische Intrigen und aufbrausende Gefühle: "Arminio" fasziniert als dramatisches Musik-Spektakel

Mit der Schlacht im Teutoburgerwald im Jahre 9 n. Chr., auch bekannt als "Varusschlacht", hat Georg Friedrich Händel für seine Oper "Arminio" einen bekannten politischen Stoff als Material verwendet. So steht im Zentrum des musikalischen Dramas der Kampf zwischen dem heroischen Cheruskerfürsten Arminius und dem römischen Feldherren Varus. Von Varus gefangen genommen und von seinem Schwiegervater Segeste verraten, ist Arminius fest entschlossen, dem Feind zusammen mit seinem Schwager Sigismund zu trotzen – stets geleitet von der Liebe zu seiner Ehefrau Tusnelda, die Segeste mit Varus neu vermählen will. Es ist ein dramatischer Stoff, der die Musik von Händel bestimmt, reich an politischen Intrigen und aufbrausenden Gefühlen. Verzweiflung und Wut, Liebe, Hass und Verrat: die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen ist spürbar und zieht den Hörer in virtuosen Arien und spannungsvollen Rezitativen unmittelbar und faszinierend in ihren Bann.

Starensemble rund um Countertenor Cencic begeistert mit lebendiger Interpretation

Neben der Tatsache, dass "Arminio" lange Zeit in Vergessenheit geraten war, ist eine weitere Besonderheit der Oper die Besetzungsanforderung für gleich zwei Countertenöre. Bei der Neuerscheinung bei Decca wurden die Rollen bestmöglich besetzt und es brillieren mit Max Emanuel Cencic als Arminio und Vince Yi als Sigismund zwei Künstler mit Ausdruckskraft und Feingefühl gleichermaßen. Gemeinsam mit der Sopranistin Layla Claire, dem Tenor Juan Sancho und dem Bassisten Petros Magoulas bilden sie ein fein abgestimmtes Solistenensemble, das die Oper mit einnehmender Spielfreude und lebendiger Interpretationskunst durchdringt. Als Orchester überzeugt mit Armonia Atenea ein homogener Klangkörper, der unter der Leitung von George Petrou federnd, transparent und tänzerisch die Musik gestaltet und äußerste Präzision beweist.

Leidenschaftlich, virtuos und strahlend: Max Emanuel Cencic begeistert ein weiteres Mal

Nach den Alben "Alessando", "Rokoko" und "Arie Napoletane" ist die Gesamtaufnahme von "Arminio" ein weiterer Stern am Himmel des Max Emanuel Cencic. Mit beeindruckender Leichtigkeit und betörender Wärme zugleich legt der Sänger bei Händels Werk die musikalischen Strukturen offen, meisterhaft und agil gestaltet er die Koloraturen und wechselt mit überlegener Technik fließend die Register. So erweckt er den heldenhaft kämpfenden Arminio furios zum Leben und erweist Händels vergessener Oper verdientermaßen die Ehre.