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14.02.2001

Gemischtes Doppel: Maria João Pires

Maria Joao Pires, Gemischtes Doppel: Maria João Pires

Lange haben wir auf ihre neue Einspielung gewartet. Und mit dem Warten wuchs die Sehnsucht. Immer wieder haben wir die Aufnahmen der beiden Chopin-Klavierkonzerte aus dem Regal genommen und ihr schmales, ruhiges Gesicht betrachtet. Jetzt hat Maria João Pires eine Neuaufnahme vorgelegt: Auf Robert Schumann ist ihre Wahl gefallen.

Was für eine Entscheidung: Das Klavierkonzert von Robert Schumann, das Maria João Pires neu eingespielt hat, liegt schließlich beim Publikum an der Spitze der Beliebtheitsskala - was zu nicht weniger als 60 Aufnahmen geführt hat. Doch wenn Maria João Pires sich mit Claudio Abbado und dem Chamber Orchestra of Europe zusammentut, sind zwei Dinge sicher: Das sensible Spiel der Pianistin scheut kritisch jede Effekthascherei und - es gibt zum altbekannten Werk Neues zu sagen. Dass Dirigent, Orchester und Pianistin künstlerisch auf derselben Linie liegen, war durch die stete Zusammenarbeit garantiert. Schließlich hatten sie bereits das 1. Klavierkonzert von Frédéric Chopin zusammen eingespielt - und gemeinsam hohes Lob von der Presse geerntet. Die Neueinspielung verblüfft durch die Kopplung: Auf das prächtige Klavierkonzert folgt das Klavierquintett op. 20 von Robert Schumann. Maria João Pires, die seit Jahren schon die oft unterbewertete Kammermusik gleich wichtig nimmt wie das große Konzert, wünschte das so.

 

An ihrer Seite musizieren, wie schon seit Jahren, der Geiger Augustin Dumay und der junge chinesische Cellist Jian Wang. Doch diesmal stießen zwei weitere, befreundete Streicher dazu: Renaud Capuç, Violine, und Gérard Caussé, Viola. Und Schumanns Klavierquintett zeigt sich von seiner besten Seite: ein feuriges Hauptthema, herrliches Skalenspiel und ein glanzvolles, mächtiges Finale. Da kann keiner mehr lamentieren, bei Kammermusik höre man immer nur das Kratzen der Violinen: Dieses Quintett kann sich neben dem a-moll-Klavierkonzert hervorragend behaupten. Und das will etwas heißen, denn Schumanns Klavierkonzert ist nun mal das schönste Klavierkonzert der Romantik - vor Johannes Brahms.

 

Wer irgendwann mit klassischer Klaviermusik in Kontakt kommt und dieses Konzert hört, verliert es nie mehr aus den Ohren: Klavier und Orchester sind ineinander verzahnt, trennen sich, um eigene Weg zu gehen, und finden wieder zueinander. Unsentimental-rhythmische Passagen wechseln mit einem schwärmerischen Hauptthema ab. Dabei lag es nur am Widerstand der Verleger, dass dieses Konzert überhaupt entstand: Sie hatten eine "Phantasie für Klavier und Orchester" abgelehnt. Schumann war enttäuscht, doch Clara, die mittlerweile als Pianistin zu Weltruhm gelangt war, ermunterte ihn, die Phantasie zu einem dreisätzigen Klavierkonzert zu erweitern. Clara Schumann spielte die Erstaufführung am 4. Dezember 1845 und, nur vier Wochen später, am Neujahrstag 1846 im Leipziger Gewandhaus das zweite Konzert. Am Pult stand übrigens Felix Mendelssohn Bartholdy.