Über das Projekt
Die Schönheit deutscher Weihnachtslieder erreicht seit über 800 Jahren die Welt. Die Geburt Jesu, Gemeinschaft in der Familie, tradierte Werte werden besungen. Für ein einzigartiges Projekt sind nun hochkarätige Künstler der Deutschen Grammophon sowie die Augsburger Domsingknaben und das Deutsche Kammerorchester Berlin unter Reinhard Kammler in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem zusammengekommen. Junge Klassikstars nehmen eine alte Tradition auf und interpretieren Weihnachtslieder. Es spielen Daniel Hope und Albrecht Mayer. Es singen Anna Prohaska und das Vokalensemble Adoro. Gemeinsam zelebrieren sie Besinnlichkeit. Frohe Weihnachten ist ihr Soundtrack zum Fest.
»Wir sind zu Hause richtige Weihnachtsjunkies«
»Wir sind zu Hause richtige Weihnachtsjunkies«, verrät Anna Prohaska, die in Neu-Ulm geborene, britisch-österreichische Sopranistin. »Meine Mutter hängt grüne Zweige auf, Weihnachtslichter schmücken unsere Fenster und unseren Balkon. Und natürlich hören wir auch Weihnachtsmusik.«
Bereits im 14. Jahrhundert wurden Leisen zu bekannten Hymnen aus den Messen gesungen – etwa in »Gelobt seist du, Herr Jesu Christ« oder in »In dulci jubilo« – Letzteres wird auf dem Album von den Augsburger Domsingknaben interpretiert. Durch die Reformation gewann das Weihnachtslied erneut an Bedeutung. Wirklich populär wurde es jedoch erst im 19. Jahrhundert – damals zog die Kirche in die Wohnzimmer ein, das Bürgertum holte sich ein Stück Gottesdienst in die eigenen vier Wände. Das kirchliche Chorallied wandelte sich zum Solo-Lied mit Klavierbegleitung, und viele Komponisten schrieben Weihnachtslieder für den familiären Hausgebrauch.
»O Tannenbaum« war ursprünglich ein trauriges Liebeslied Das bekannteste ist sicherlich »Stille Nacht, heilige Nacht«. Es wurde 1818 vom Dorfschullehrer Franz Xaver Gruber in Oberndorf bei Salzburg erdacht und trat einen Siegeszug durch die Welt an – nun wird es von Anna Prohaska und den Domsingknaben gesungen. »O du fröhliche« wurde auf die Melodie des italienischen Marienliedes »O sanctissima« gesungen, hier in einer Einspielung von Anna Prohaska und Adoro. Nach und nach entstanden Weihnachtslieder ohne einen explizit christlichen Bezug. So war »O Tannenbaum« ursprünglich ein trauriges Liebeslied. »O Mägdelein, o Mägdelein, wie falsch ist dein Gemüte«, hieß es einst. Adoro besinnt sich in seiner Interpretation auf den weihnachtlichen Text.
Der Geiger Daniel Hope und der Oboist Albrecht Mayer sind gemeinsam in einer Transkription des berühmten »Largo ma non tanto« aus Bachs Konzert für zwei Violinen (BWV 1043) zu hören.
Das ultimative Fest der Liebe
Frohe Weihnachten erinnert an eine Zeit, in der Weihnachten noch nicht vom Konsum geprägt war, sondern als spirituelles Fest gefeiert wurde. »Das größte Geschenk zu Weihnachten ist es, mit den Lieben und der Familie zusammen zu sein«, sagt Laszlo Maleczky von Adoro. Und Daniel Hope formuliert schlicht: »Weihnachten ist einfach das ultimative Fest der Liebe.«
Axel Brüggemann

















