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Emerson String Quartet, Beethoven
28.08.2017 Schwarzenberg/Erzgebirge, Angelika-Kauffmann-Saal
Beethoven
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30.08.2017 Schwarzenberg/Erzgebirge, Angelika-Kauffmann-Saal
Beethoven: String Quartets opp. 130 & 132
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Emerson String Quartet Biografie

Im Jahr 1976 fanden sich vier junge Streicher, in der Mehrheit Absolventen der New Yorker Juilliard School, zusammen und gründeten eine Quartett, das sie nach dem amerikanischen Transzendentalphilosophen Waldo Emerson benannten. Die Charaktere harmonierten vorbildlich und so erreichten Eugene Drucker und Philip Setzer, die in unkonventioneller Weise bis heute ihre Plätze am ersten und zweiten Geigenpult tauschen, der Bratschist Lawrence Dutton (seit 1977) und der Cellist David Finckel (seit 1979) bereits 1980 ein Niveau, um Uraufführungen wie das "4.Streichquartett" von Mario Davidovsky zu verwirklichen. Seitdem haben sie ihren Ruf mit zahlreichen Tourneen und Plattenaufnahmen gefestigt und sich zu einem der angesehensten und produktivsten Kammerensembles Amerikas entwickelt, dessen Repertoire sich über das gesamte Spektrum der Quartett-Literatur erstreckt.

Dabei achtet das Emerson String Quartet bewusst auf eine Balance zwischen historischen, zum Teil enzyklopädischen Einspielungen, die sich kompletten Werkkomplexen eines Komponisten widmen, und neuen, progressiven Programmen, die die aktuelle Musikszene repräsentieren. Ein besonderes Projekt war beispielsweise die Gesamtaufnahme der sechs Streichquartette Béla Bartóks, die 1989 - erstmals in der Geschichte des Grammys für ein Streichquartett - nicht nur den Preis für die beste Kammermusik-Aufnahme erhielt, sondern auch als "Best Classical Album" prämiert wurde. Auch die Juroren der Fachzeitschrift Gramophone zeichneten die Bartók-Quartette 1989 als beste Aufnahme in dieser Gattung und als "Aufnahme des Jahres" aus. Für ihre Version der Streichquartette von Ives und Barber wiederum erhielten sie 1993 einen Grammy in der Kategorie "Best Chamber Music Performance", ebenso die Beethoven-Quartette von 1997. Im Jahr 1990 schließlich wiederholte sich die Situation von 1989 und das Emerson String Quartet wurde wiederum gleichzeitig als bestes Kammerensemble und für das beste Klassikalbum ausgezeichnet, weil ihre Interpretationen der Streichquarette von Shostakovich die Juroren in jeder Hinsicht überzeugten.

In jeder Saison spielen die vier Musiker darüber hinaus mindestens eine Uraufführung. Markante Dokumente solcher Auseinandersetzungen mit der Gegenwart sind unter anderem ihre Premieren von Werken von John Harbison (2. Streichquartett, 1987), George Tsoutakis (Streichquartett, 1984) oder auch Maurice Wright (Streichquartett, 1983), darüber hinaus Projekte mit Richard Werneck und Gunther Schuller. Gemeinsam mit Solisten wie Yefim Bronfman, Maria João Pires, Menahem Pressler oder Mstislav Rostropovich erweitern sie außerdem das Klangspektrum ihres Ensembles um andere Instrumentalfarben. Dazu kommen weitere Engagements etwa als Resident Quartet am Smithsonian Institut in Washington und an der Hartt School of Music an der Universität von Hartford. Die Musiker sind außerdem politisch und sozial engagiert, haben sich in Benefizkonzerten für den Weltfrieden, den Kampf gegen den Welthunger, gegen Aids oder auch für die Verbesserung der Situation behinderter Kinder eingesetzt.

Seit 1987 gehört das Emerson String Quartet zu den Exklusivkünstlern der Deutschen Grammophon. Aus dieser Zusammenarbeit gingen zahlreiche Einspielungen hervor unter anderem mit Werken von Beethoven, Debussy, Haydn, Mozart, Prokofieff, Ravel, Schubert und Tschaikowsky sowie eine Serie mit Oeuvres amerikanischer Komponisten des 20. Jahrhunderts. Auch hier ist die Ausgewogenheit wichtig, denn neben den gewichtigen CD-Boxen widmen sich die Musiker regelmäßig auch einzelnen herausragenden Stücke wie etwa der Zugaben-Sammlung "Encores" (2002). Und sie wagen weiterhin unkonventionelle Interpretationen wie Maßstäbe setzende Multitrack-Aufnahme von Mendelssohns "Streichoktett op.20" 2005, die der Einspielung der "Complete String Quartets" (2005) des Komponisten als studiotechnische Pioniertat beigefügt wurde.

6/2005