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10.08.2017

Ausnahmepianist – Sämtliche Solo-Aufnahmen von Daniel Barenboim

Er gilt als das "letzte Genie der klassischen Musik" (Joachim Kaiser). Jetzt veröffentlicht Deutsche Grammophon sämtliche Solo-Aufnahmen, die Daniel Barenboim für das Gelblabel getätigt hat: Ein Lebenswerk, ein imponierendes Panorama meisterlicher Klavier

Daniel Barenboim, Ausnahmepianist – Sämtliche Solo-Aufnahmen von Daniel Barenboim © Felix Broede / DG Daniel Barenboim

Daniel Barenboim ist ein Tausendsassa. Er hat nie nur auf einem einzigen Gebiet gewirkt, sondern stets versucht, seine Augen offen zu halten, zu experimentieren und seine Gaben multidimensional einzusetzen.

Musikalische Lichtgestalt: Daniel Barenboim

Als Dirigent erwarb er sich Weltruhm. Als politische Figur, die seine öffentliche Prominenz in die Waagschale warf, trug er maßgeblich zur friedlichen Vermittlung palästinensischer und israelischer Künstler bei. Sein Geschick auf dem organisatorischen Feld ist seit Jahrzehnten bekannt. Materialisierte Resultate wie das West-Eastern Divan Orchestra, die Barenboim-Said-Akademie und der im Vorjahr eröffnete Pierre Boulez Saal sprechen für sich.

Bleibt – last but not least – seine Rolle als Meisterpianist, die sich parallel zu seinen sonstigen Tätigkeiten wie ein Automatismus fortgesetzt hat und dabei ein starkes Resultat nach dem nächsten zeitigte. Daniel Barenboim und das Klavier – das ist eine Einheit, das ist eine Liebe fürs Leben, die seit über sechzig Jahren auf der Bühne zu bewundern ist. Dass der Meister selbst kein großes Aufhebens um sein Klavierspiel macht, ist überdeutliches Understatement.      

Quadratur des Kreises: Hochemotionale Coolness

Aber es ist auch eine Stilfrage. Daniel Barenboim ist ein Meister der Coolness. Obwohl er seine Emotionen nicht zurückhält, beherrscht er den entspannten Auftritt in der Öffentlichkeit wie kaum jemand sonst. Man hat nie den Eindruck, dass er sich verstellen muss. Keine Allüre verunstaltet seine Gesten. Egal wo er in Erscheinung tritt: Er ist er selbst. Er bleibt gelassen, und er lässt sich durch nichts beirren. Darin könnte das Geheimnis seiner überzeugenden Persönlichkeit begründet liegen, von der auch sein Klavierspiel unüberhörbar zeugt.

In einer Zeit, die nach Originalität giert, ist es reifen Größen wie Daniel Barenboim vorbehalten, auf dem Boden zu bleiben, die Ruhe zu bewahren und große Kunst einfach geschehen zu lassen. Originalität ereignet sich oder ereignet sich nicht, und kaum ein Künstler der Gegenwart versteht sich so glänzend darauf, Freiräume zu schaffen, wie Daniel Barenboim. Ironischerweise hat er gerade mit dieser Methode, die nicht krampfhaft um Originalität bemüht ist, den Klangreichtum der klassischen Klavierliteratur instinktsicher hervorgezaubert.  

Edle Edition: Lebenswerk eines Genies 

Das beweist in überwältigender Weise seine Solo-Edition, die Deutsche Grammophon jetzt im Vorausblick auf seinen 75. Geburtstag am 15. November 2017 auf den Markt bringt. "Daniel Barenboim: The Solo Recordings on Deutsche Grammophon & Westminster" umfasst 38 CDs und enthält sämtliche Solo-Aufnahmen, die Daniel Barenboim für das Gelblabel und Westminster Records getätigt hat, darunter 300 Minuten Musik, die erstmals überhaupt digital erscheinen. Hinzu kommt eine Bonus-CD, die mit frühen Aufnahmen bei Philipps aufwartet.

Der hochbegabte 13-Jährige ist in der limitierten Edition genauso präsent wie der Barenboim der mittleren Jahre und der gereifte Grandseigneur des 21. Jahrhunderts. Was sich hier auftut, ist eine pianistische Sensation. Das Lebenswerk eines großen Tastenmagiers tritt vor die Öffentlichkeit. Dabei staunt man nicht schlecht, wie Daniel Barenboim schon in jungen Jahren seinen ebenso legeren wie hochemotionalen Stil pflegte. Bereits die frühen Aufnahmen zeugen von einer enormen Souveränität, die sich im Laufe der Jahre immer weiter verfeinerte.

Das in der Edition dominierende romantische Repertoire erklingt weltbürgerlich, großzügig. Ob Beethoven oder Schubert, Schumann oder Brahms, Chopin oder Liszt – Barenboim versteht es stets, die Spannung zu halten. Das macht die Ausgabe zu einem kurzweiligen, nie stockenden Hör-Erlebnis. Gelungen abgerundet wird die Edition gestalterisch: Die CD-Hüllen sind dem Design der LP-Cover nachempfunden, und das 72-seitige Booklet mit dem Essay von Jürgen Otten und den Fotos von Daniel Barenboim gerät zu einem faszinierenden Künstlerportrait.