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Birgit Nilsson Biografie

Die Sopranistin Birgit Märta Nilsson (geb. Svensson) wurde am 17. Mai 1918 im schwedischen Städtchen Västra Karup geboren. Sie bekam erste Gesangstunden bei C. Blennon, studierte daraufhin von 1941 an an der königlichen Musikhochschule in Stockholm bei Arne Sunnegårdh und Joseph Hislop. Im Jahre 1946 war sie soweit ausgebildet, dass sie sich mit ihrem Debüt an der Stockholmer Oper als Agathe in Webers "Freischütz" präsentieren konnte. Nilsson blieb zunächst zurückhaltend in der Erarbeitung eines umfassenden Repertoires und konzentrierte sich auf die Rollen, die für lyrischen Sopran geeignet waren. Sie sang 1947 die "Lady Macbeth" an der Königlichen Oper in Stockholm unter der Leitung von Fritz Busch und machte sich einen Namen als ausdrucksstarke Interpretin, den sie von 1948 an ein Jahrzehnt lang als Ensemblemitglied der Königlichen Oper ausbaute.

Im Jahr 1951 wagte sich Nilsson erstmals ins Ausland und gastierte in Berlin und beim Opernfestival von Glyndebourne als Elektra in Mozarts "Idomeneo". Zwei Jahre später war sie zum ersten Mal an der Wiener Oper zu hören, in der Rolle der Sieglinde in "Die Walküre" und außerdem als Elsa im "Lohengrin". Damit setzte eine drei Jahrzehnte währende Zusammenarbeit ein, die Nilsson zum festen Bestandteil der Wiener Opernwelt werden ließ. 1954 gab sie ihr Debüt an der Bayerischen Staatsoper als "Aida", damals noch im Prinzregententheater, und präsentierte außerdem eine eindrucksvolle "Salome" an der Königlichen Oper in Stockholm. In der folgenden Saison stellte sie sich mit viel Erfolg als Brünnhilde im "Ring des Nigelungen" an der Münchner Oper vor. Spätestens von diesem Zeitpunkt an galt sie als eine der herausragenden Wagner-Sängerinnen ihrer Generation. Ihren Einstand in den USA feierte sie 1955 bei einem Konzert in der Hollywood Bowl, außerdem war sie erstmals am Teatro Colon in Buenos Aires (als Isolde) zu hören.

So dauerte es nicht lange, bis man Nilsson auch nach Bayreuth einlud. Ihre Premiere am Grünen Hügel als Isolde in "Tristan und Isolde" 1957 war brillant, man verglich sie mit der legendären Kirsten Flagstad, und lud sie an den Londoner Covent Garden Opera als Brünnhilde im "Ring" unter Rudolf Kempe ein. Im folgenden Jahr stellte sie sich als "Turandot" an der Mailänder Scala vor wiederum ein Jahr später sang sie an der Met (Isolde unter Karl Böhm), wo sie bis 1983 regelmäßige Gastspiele geben sollte. Auch Bayreuth hatte ihre Qualitäten erkannt und besetzte sie bis 1970 als Isolde, Ortlinde, dritte Norn und in den drei Brünnhilden-Rollen im "Ring". Ihre subtile Dynamikarbeit, der reine Ansatz und die Differenziertheit der Stimme setzten dabei Maßstäbe der zeitgenössischen Wagner-Interpretation. 1967 sang sie die Brünnhilde aus der "Walküre" unter der Leitung Herbert von Karajans an der New Yorker Met.

Während der siebziger Jahre zählte Birgit Nilsson zu den erfahrensten Sängerinnen ihres Fachs. Sie wurde in die ganzen Welt eingeladen. Sie sang 1973 drei Konzerte zur Eröffnung des neuen Opernhauses in Sydney, war vor allem mit ihren Strauss- und Wagner-Rollen und der Turandot an zahlreichen berühmten Openhäusern zu Gast. 1976 stimmte sie an der Wiener Staatsoper zum 200.Mal die Isolde an, dirigiert wurde das Jubiläum von Karl Böhm. Bis 1986 war sie noch weiterhin mit Konzerten zu erleben, dann zog sie sich von der Bühne zurück und widmete sich vorrangig pädagogischen Aufgaben. Nilsson gab zahlreiche Meisterklassen, unter andrem bis 1993 an der Manhatten School of Music in New York. Unter den vielen berühmten Aufnahmen ragen vor allem die Wagner-Interpretationen hervor. Bereits 1960 war sie an ihrer ersten Grammy-Verleihung beteiligt, als ihre Aufnahme von "Tuandot"mit Erich Leinsdorf als "Best Classical Opera Production" ausgezeichnet wurde. Im Jahr 1966 bekam sie dann zusammen mit Georg Solti die Trophäe für die "Walküre" als "Best Opera Recording" überreicht.

6/2005