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07.12.2012

Eine Klassik für Sich - Der Klassik-Jahresrückblick, Teil 2

2012 neigt sich dem Ende zu – Zeit für ein Resümee der wichtigsten und besten Klassikveröffentlichungen des Jahres! Im Rahmen einer dreiteiligen Artikel-Serie präsentieren wir Ihnen, nach Themen sortiert, die herausragenden der vergangenen 11 Monate. Nachdem wir uns in der letzten Woche mit den besten Neuveröffentlichungen in Sachen LEGENDEN und NEUE RICHTUNGEN DER KLASSIK befasst haben, folgt nun ein Überblick über die herausragenden Gesangs- und Klavieralben des Jahres 2012.

Stimmwunder

Attraktivität, Talent und ein berückendes Wesen: Einige wenige Menschen haben einfach alles – und dazu gehört die bezaubernde Mezzosopranistin Elīna Garanča. Mit ihrem diesjährigen Album Romantique (DG, 479 0071) hat die lettische Diva ihr bislang wohl bestes Rezital vorgelegt. Garančas Gesang verströmt hier in majestätischer Gelassenheit einen Zauber wie man ihn in dieser Intensität selbst von ihr noch selten zuvor gehört hat. Wer aus diesem Album etwa Camille Saint-Saëns’ magische Arie Mon coeur s'ouvre à ta voix aus Samson et Dalila hört, der wird Elīna Garanča danach mit großer Wahrscheinlichkeit verfallen sein.

Als kleiner Junge hörte und sah Joseph Calleja den großen Mario Lanza in dem Film The Great Caruso – und beschloss prompt, dass er Sänger werden wollte. Jetzt hat der maltesische Tenor seinem Idol ein klingendes Denkmal gesetzt: Be My Love – A Tribute to Mario Lanza (DECCA, 478 3531) feiert einen der vielseitigen Tenöre aller Zeiten. Und Joseph Calleja hat glanzvoll unter Beweis gestellt, dass er – wie seinerzeit Mario Lanza – ebenso mühelos wie glaubwürdig von der fetzigen Musicalnummer über das neapolitanische Lied zur großen Opernarie wechseln kann. Umrankt von einem der schillerndsten Sängerensembles der letzten Jahre (u.a. Diana Damrau, Mojca Erdmann und Rolando Villazón) hat Ildebrando D’Arcangelo in diesem Jahr gezeigt, dass er der führende Don Giovanni seiner Generation ist. Die neue Gesamtaufnahme (DG, 477 9878) von Mozarts Meisterwerk unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin geriet darüberhinaus zu einer der bestbesprochenen Operneinspielungen der letzten Jahre.

„Eine CD wie Samt und Seide“ urteilte BR Klassik über Andreas Scholls neues Album Wanderer (DECCA, 478 4696), das melancholische deutsche Lieder von Schubert, Brahms, Haydn und Mozart vereint. Und die Frankfurter Neue Presse stellte klar: „Unter allen heutigen Countertenören bleibt Andreas Scholl eine Ausnahmeerscheinung.“

Tastenzauberer

In rasantem Tempo entwickelt sich die erst 24-jährige Chinesin Yuja Wang zur Großmeisterin des Klaviervirtuosentums. Klarer und tiefgründiger als sie interpretiert momentan kaum ein anderer Pianist die ehrfurchtgebietenden Höchstschwierigkeiten von Werken wie Balakirews Islamey oder Prokofieffs Klavierkonzert Nr. 3. Das spiegelt sich auch in Wangs diesjährigem Album Fantasia (DG, 479 0052) wider, auf welchem die Pianistin eine Reihe klassischer Zugabenstücke von Rachmaninoff, Dukas oder Scriabin versammelt hat. „Äußerste pianistische Kontrolle, stupende Brillanz und geschmackvoll-werktreues Spiel“ lobte das oftmals streng urteilende Fono Forum. Martha Argerich könnte man als Idealbild dessen bezeichnen, was eine junge Künstlerin wie Yuja Wang musikalisch anstrebt. 2012 widmete ihr langjähriges Label Deutsche Grammophon der legendären Pianistin eine liebevoll ausgestattete 4CD-Box (DG, 477 9884), die die besten ihrer seit 2002 beim Lugano Festival entstandenen Live-Aufnahmen zusammenfasst. Der Clou daran: Die Veröffentlichung erweitert das relativ schmale diskographische Repertoire Argerichs um zahlreiche Werke, die von ihr gespielt noch nie zuvor erhältlich waren.

Im Kanon der bedeutendsten Pianisten nach dem 2. Weltkrieg ist Maurizio Pollini ebenso fest verankert wie Martha Argerich. Für sein aktuelles Album (DG, 477 9530) beschäftigte sich Pollini einmal mehr mit der Musik des Komponisten, der wie kein anderer mit seinem Weltruhm verknüpft ist und legte eine abgeklärt reife, aber vielmehr überschwänglich spielfreudig denn altersweise daherkommende Interpretation der 24 Préludes op. 28 von Frédéric Chopin vor.

Weitere Höhepunkte der diskophilen „Klaviersaison“ 2012: Mit Jan Lisiecki debütierte einer der weltweit vielversprechendsten jungen Pianisten bei Deutsche Grammophon. Sein Programm: Mozarts Klavierkonzerte Nr. 20 & Nr. 21 (DG, 479 0061). Mit einem faszinierend vielfarbigen Repertoire präsentierte Benyamin Nuss mit Exotica (DG, 476 4872) die Einflüsse des Exotismus auf die klassisch geprägte Klavierliteratur. Pierre-Laurent Aimard sorgte mit seiner Interpretation von Debussys Préludes (DG, 477 9982) für einen der Höhepunkte des Debussy-Jahres 2012.


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02.11.2012

Benyamin Nuss live im A-Trane

Benyamin Nuss, Benyamin Nuss live im A-Trane © Dieter Eikelpoth Benyamin Nuss

„Ohne den Jazz hätte ich nie zur Musik gefunden!“, sagt der Pianist Benyamin Nuss. Als Sohn des renommierten Jazz-Posaunisten Ludwig Nuss kommt er früh in Berührung mit der Musik von John Coltrane, Herbie Hancock und Bill Evans. Doch bald fesseln ihn die Kompositionen Claude Debussys und Maurice Ravels ebenso stark. „Anfangs hat es mich fasziniert, wenn ich Jazzharmonien bei diesen Klassikern entdeckt habe“, erinnert sich Nuss. „Dann bin ich immer mehr in diese fesselnde und tiefe musikalische Welt eingedrungen. Und weiter zurückgegangen zu Liszt, Haydn oder Beethoven.“ Ein umfassendes musikalisches Bewusstsein bringt Benyamin Nuss auf seinem aktuellen Album „Exotica“ zum Ausdruck, seiner musikalischen Weltreise hin zu den schönsten und zugleich exotischsten Gefilden klassischer Klaviermusik.

Auf seine Jazz-Wurzeln besinnt sich Benyamin Nuss am 13.11.2012 im Berliner A-Trane. Hier wird der Ausnahmepianist mit der Unterstützung namhafter Jazzmusiker, wie seinem Vater Ludwig Nuss, Saxofonist Peter Weniger, Bassist Christian von Kaphengst und Schlagzeuger Tobias Backhaus eine Mischung aus Eigenkompositionen und Standards spielen.


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21.09.2012

Premiere der Yellow Lounge Concerts beim Reeperbahn-Festival

Benyamin Nuss, Premiere der Yellow Lounge Concerts beim Reeperbahn-Festival Yellow Lounge Concerts

Das Gruenspan, in unmittelbarer Nähe der Hamburger Reeperbahn gelegen, ist sicherlich nicht als Austragungsort klassischer Konzerte bekannt. Dort, wo noch am Mittwochabend zum Auftakt des bereits siebten Reeperbahn-Festivals von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz ein Loblied auf die Clubkultur gehalten wurde, präsentierten nun Universal Music Classics & Jazz und die Elbphilharmonie die Premiere der Yellow Lounge Concerts.

Die Yellow Lounge ist seit 10 Jahren eine feste Größe in der Berliner Clublandschaft und präsentiert klassische Musik von internationalen Spitzenkünstlern live in einem ungewöhnlichen Kontext, eben im Club. Die neue Konzertreihe „Yellow Lounge Concerts“ knüpft genau dort an und soll ähnlich wie die bereits seit mehreren Jahren viel beachtete CD-Serie „Recomposed“ ein neues Format etablieren, das musikalische Genregrenzen durchbricht und damit vor allem neue Zielgruppen an die klassische Musik heranführen soll.

Diese Zielsetzung der Konzertreihe wurde gestern Abend erreicht. Es strömten nicht nur junge Konzertbesucher, vorwiegend durch das Reeperbahnfestival von der Veranstaltung informiert, in das Gruenspan, sondern auch auf der Bühne wurde ein spannender und gelungener Mix aus Barock, moderner Klassik bis hin zur Minimalmusik präsentiert. Die Hamburger Symphoniker unter der Leitung des Dirigenten André de Ridder präsentierten zusammen mit der Solistin Elfa Run Kristinsdottir das Werk „Recomposed by Max Richter: Vivaldi - Die Vier Jahreszeiten“ und begeisterten das Publikum. Der Komponist Max Richter war anwesend, ebenso wie der Komponist und Arrangeur Johannes Motschmann, der einige der Stücke bearbeitet hat, die die klassische Band Spark zum Besten gab. Das Quintett stellte seine ganz eigene Interpretation seiner „Folk Tunes“, einer Fusion aus klassischer Kammermusik mit Flötenspiel und Doom-Folk-Anleihen vor. Der musikalisch höchst spannende und abwechslungsreiche Abend wurde von Benyamin Nuss komplettiert. Der junge Pianist führte das Publikum auf einer musikalischen Reise von Werken des japanischen Komponisten für Videospielmusik Nobuo Uematsu über Debussy bis hin zu Eigenkompositionen. Yellow Lounge Resident DJ David Canisius, der als Mitbegründer der Veranstaltungsreihe den Abend musikalisch am DJ Pult umrahmte, war wie die anderen Beteiligten von der Vielseitigkeit der gelungenen Premiere begeistert. Bleibt nur noch abzuwarten wo die zweite Ausgabe der Yellow Lounge Concerts gastieren wird.


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12.09.2012

Compilation präsentiert neue Wege in der Klassik

Benyamin Nuss, New Directions in Classical Music new directions in classical music

Ein neuer Sampler von Deutsche Grammophon präsentiert in Kooperation mit dem Magazin 'Cicero' einige der faszinierendsten jungen Akteure der internationalen Klassikszene. Die CD ist als Beilage in der Oktoberausgabe der Cicero erhältlicht. In dieser Ausgabe ist auch ein Artikel von Daniel Hope zu lesen in dem er über das Musikprojekt "Recomposed by Max Richter" spricht sowie ein spannender Artikel über Cecilia Bartolis neues Album 'Mission'. Als Interpreten und Komponisten stehen die Protagonisten der Compilation "New Directions in Classical Music" für neue Wege in der Klassik zwischen Traditionsbewusstsein und Experimentierfreude. Auf der Compilation vertreten sind der britische Komponist Max Richter, der Vivaldis “Vier Jahreszeiten” mithilfe aktueller Kompositions- und Produktionstechniken in einen faszinierenden Hybrid zwischen klassischem Violinenkonzert und modernem Klangdesignobjekt verwandelt, der luxemburgische Pianist und Komponist Francesco Tristano, dessen aktuelles Album “Long Walk” mit Interpretationen von Klavierwerken Buxtehudes und Bachs sowie Eigenkompositionen erstaunliche Verbindungslinien zwischen Barockmusik und elektronischer Clubmusik nachzeichnet, die US-amerikanische Geigerin Hilary Hahn und der deutsche Pianist Hauschka mit ihrem frei improvisierten Dialog zwischen klassischer Geige, präpariertem Klavier und Electronica, der deutsche Pianist Benyamin Nuss, dessen jüngste Einspielung “Exotica” den Exotismus als Inspirationsquelle der klassischen und zeitgenössischen Klaviermusik erforscht, und das deutsche Quintett Spark, dessen erfindungsreiche und virtuose Verschmelzung von europäischer Volksmusik und Elementen der Kammermusik, Minimal Music, Filmmusik, Weltmusik und Folk sich jeder Kategorisierung entzieht.


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17.08.2012

Yellow Lounge Concert im Rahmen des Reeperbahn Festivals

Benyamin Nuss, Yellow Lounge Concert im Rahmen des Reeperbahn Festivals © Erik Weiss André De Ridder, Max Richter und Daniel Hope

Am Donnerstag, den 20. September präsentieren Universal Music Classics & Jazz und die Elbphilharmonie beim Reeperbahn Festival im Gruenspan in Hamburg den Start der »Yellow Lounge Concerts«. Die Konzertreihe durchbricht – wie auch die »Yellow Lounge« und die CD-Reihe »Recomposed« – die Grenzen zwischen Klassik und Pop und präsentiert neuartige, zukunftsweisende Formate. Im Mittelpunkt des Abends stehen der britische Komponist Max Richter und seine Bearbeitung von Vivaldis »Vier Jahreszeiten«, präsentiert von den Hamburger Symphonikern und der Solistin Elfa Rún Kristinsdóttir unter Leitung von André de Ridder.

Klassische Musik von ihrem verstaubten Image befreien und einem neuen Publikum nahebringen, die Grenzen zwischen Klassik und Unterhaltungsmusik aufbrechen und althergebrachte Denkschranken überwinden – mit diesem Antrieb initiierten die Deutsche Grammophon und Universal Music Classics & Jazz erstmals 2001 die so genannte »Yellow Lounge«. Die Reihe präsentiert klassische Komponisten und Ensembles in Clubs und Bars in Berlin, Frankfurt, Dresden, Salzburg, Dublin und New York. Seit 2005 erscheint zudem die CD-Reihe »Recomposed«, bei der u.a. der amerikanische Techno-Star Carl Craig, der finnische Musiker und Komponist Jimi Tenor und der Elektronik-Künstler Matthew Herbert Klassiker von Ravel, Mussorgsky oder Mahler neu interpretieren.

Im Rahmen des »Reeperbahn Festivals« 2012 in Hamburg startet nun die Reihe »Yellow Lounge Concerts«, mit der die »Yellow Lounge« räumlich aber auch inhaltlich ausgeweitet wird. Im Mittelpunkt des Konzertes steht der britische Komponist Max Richter, der seit seinem Soundtrack zu Ari Folmans »Waltz With Bashir« zu den begehrtesten Filmmusik-Komponisten weltweit zählt. Gemeinsam mit dem deutschen Dirigenten André de Ridder und dem britischen Geiger Daniel Hope hat Richter für die »Recomposed«-Reihe Vivaldis »Vier Jahreszeiten« kompositorisch bearbeitet und neu aufgenommen. Das Gruenspan-Publikum erwartet ein spannungsreicher Mix aus Vivaldi und Richter, aus Barock und Minimal – präsentiert von den Hamburger Symphonikern unter der Leitung von André de Ridder und mit Elfa Rún Kristinsdóttir als Solistin.

Das Quintett SPARK ist ebenfalls auf dem ersten »Yellow Lounge Concert« zu erleben. Nach ihrem »Yellow Lounge«-Auftritt 2010 im Berghain veröffentlichen SPARK im September 2012 ihr Debüt auf Deutsche Grammophon (ihr zweites Album insgesamt), auf dem klassische Orchesterklänge, Flötenspiel und Doom-Folk-Anleihen miteinander einhergehen. Und auch der junge Pianist Benyamin Nuss gibt sich die Ehre: Gerade erst erschien sein zweites Album »Exotica«, eine musikalische Reise von Debussy und Ginastera bis hin zu eigenen Kompositionen wie »Elegie für Fukushima«. Wie immer bei Yellow-Veranstaltungen wird der Abend vom Geiger des Deutschen Kammerorchesters und »Yellow Lounge«-Mitbegründer DJ David Canisius musikalisch umrahmt.


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20.07.2012

KlassikAkzente TV Episode 15 mit Benyamin Nuss, Milos, Daniel Barenboim und Giovanna Pessi

Benyamin Nuss, KlassikAkzente TV Episode 15 mit Benyamin Nuss u.v.m. © Dieter Eikelpoth Benyamin Nuss 2012

In unserer neuen KlassikAkzente TV Episode spricht Benyamin Nuss über sein aktuelles Album „Exotica“, mit dem er sich auf eine musikalische Weltreise begibt und dabei die – wie der Name schon sagt – exotischeren Gefilde klassischer Klaviermusik streift.

Außerdem fordert Gitarrist Milos im Musikvideo zu „Libertango“ zum Tänzchen auf und stellt Ihnen sein aktuelles Album „Latino“ vor. Daniel Barenboim und sein West-Eastern Divan Orchestra präsentieren „Beethoven für Alle“ und bringen uns einen der wohl einflussreichsten Komponisten nicht nur in zahlreichen Konzerten und Open-Air-Veranstaltungen näher, sondern veröffentlichen in diesem Jahr verschiedene CD-Boxen mit den kompletten neun Symphonien, Klavierkonzerten und Klaviersonaten Ludwig van Beethovens.

Ausschnitte aus dem Musikvideo „If grief could wait“ von Harfenistin Giovanna Pessi und Sängerin Susanna Wallumrød erinnern an ihren gemeinsamen Auftritt in der Yellow Lounge in Berlin im Februar diesen Jahres.

Viel Spaß mit dem von uns zusammengestellten Video-Podcast wünscht die KlassikAkzente-Redaktion.


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12.06.2012

Reise durch die Klang-Kulturen der Welt - Benyamin Nuss präsentiert “Exotica”

Der Pianist Benyamin Nuss hat eine von modernem Jazz und der Musik des Impressionismus geprägte Vorliebe für exotisch gefärbte Klangwelten. Sein neues Album ist klassischen Komponisten gewidmet, deren Musik den Geist ferner musikalischer Kulturen atmet.

Benyamin Nuss, Reise durch die Klang-Kulturen der Welt © Dieter Eikelpoth Benyamin Nuss

Was kann es Schöneres geben, als an einem kalten Wintertag die Gedanken schweifen zu lassen und in der Phantasie Bilder von sonnendurchfluteten Landschaften, die Gerüche exotischer Gewürze und den Klang unbekannter Sprachen vorüberziehen zu lassen? Im Dezember 2011 begab sich der Pianist Benyamin Nuss für die Aufnahme seines zweiten Albums auf eine solche, musikalische Traumreise.

Fantastische Klangwelten

Bereits mit seinem ersten Album "Benyamin Nuss Plays Uematsu" für Deutsche Grammophon hatte der Pianist einen besondere Vorliebe für fantastische (Klang-)Welten gezeigt. Er überraschte die Klassikszene mit virtuosen Solo-Klavierfassungen von Musikstücken, die der japanische Komponist Nobuo Uematsu für die Soundtracks von "Final Fantasy", "Blue Dragon" und "Lost Odyssey" geschrieben hat - Computerspiel-Epen, deren Zusammenführung von komplexen Handlungssträngen und Interaktivität, atemberaubenden Bildwelten und suggestiver musikalischer Untermalung herkömmliche Kinounterhaltung wie ein Relikt aus einem vergangenen Jahrhundert erscheinen lässt. Nuss’ ebenso unkonventionelles wie brillant gespieltes Albumdebüt begeisterte die Hörer und schaffte den direkten Einstieg in die deutschen Klassikcharts.

Musikalische Entdeckungsreise

Als Ausgangspunkt und thematische Klammer für sein neues Album "Exotica" wählte Nuss die drei "Estampes" von Claude Debussy, dessen 150. Geburtstag die Klassikwelt in diesem Jahr feiert. Der als Sohn eines international renommierten Jazzposaunisten mit der Musik unterschiedlicher Genres und Kulturen aufgewachsene Benyamin Nuss teilt die in Debussys musikalischen "Holzschnitten" zum Ausdruck gebrachte Faszination für die exotischen Klänge fremder Kontinente. Mit Milhauds “Saudades do Brasil”, Villa-Lobos' “Impressoes Seresteiras” und Ginasteras “Danzas Argentinas” begibt er sich auf eine musikalische Entdeckungsreise nach Lateinamerika und Balakirews “Islamey”, Hovhanness' “Dance Ghazal” sowie Tansmans “Les Tours du silence a Bombay” führen ihn in Richtung Orient.

“Elegie für Fukushima”

Mit dem 2011 komponierten Zyklus “Sanzui” von Nasashi Hamauzu, einem weiteren bekannten Komponisten von Soundtracks für Computerspiele, erreicht die musikalische Weltreise von Benyamin Nuss ihren Zielort Japan. Bewusst bricht der Pianist hier mit dem Thema des musikalischen Exotismus'. Denn während der Vorbereitung zu den Aufnahmen von “Exotica” ereignete sich die Katastrophe von Fukushima. Unter dem Eindruck der Tragödie entschloss sich Benyamin Nuss, den Opfern ein Zeichen seines Mitgefühls und der Solidarität zu senden. Er komponierte die “Elegie für Fukushima”, auf seiner neuen CD eingerahmt von dem ebenfalls aus Nuss' Feder stammenden Präludium für seine japanische Freundin und einer Fantasie über die Elegie für Fukushima, die der befreundete Komponist Jonne Valtonen schrieb.


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07.06.2012

Benyamin Nuss stellt sein neues Album 'Exotica' vor

Benyamin Nuss, Benyamin Nuss stellt sein neues Album 'Exotica' vor © Dieter Eickelpoth Benyamin Nuss Exotica Shooting 2012 c Eiceklpoth

2010 lieferte Benyamin Nuss sein vielbeachtetes Albumdebüt für Deutsche Grammophon ab. Die “Benyamin Nuss Plays Uematsu” betitelte CD enthielt - charakteristisch für das künstlerische Selbstverständnis des Pianisten - nichts von der Konfektionsware, derer Aspiranten auf Titel wie “neuer Stern am Pianistenhimmel” oder “hoffnungsvolles Ausnahmetalent“ sich für ihre Debütaufnahmen in der Regel gern bedienen. Vielmehr begeisterte Nuss mit Interpretationen eigens angefertigter Klavier-Arrangements der Werke des Japaners Nobuo Uematsu, eines hierzulande nur der Gamer-Community und Insidern bekannten Komponisten von Soundtracks für Computerspiele. Der in Japan kultisch verehrte Meister hatte dem jungen Pianisten aus Bergisch Gladbach sogar die ausdrückliche Einwilligung zu dessen ambitioniertem Aufnahmeprojekt erteilt.

Endlich legt Benyamin Nuss am 15.06. sein zweites Album “Exotica” vor. Es wirft einen Blick in die virtuose Klavierliteratur der Klassik durch die Brille eines musikalisch wie stilistisch gleichsam kosmopolitisch Denkenden. Der Sohn des Jazzposaunisten Ludwig Nuss wuchs mit der Musik J. J. Johnsons, John Coltranes und Kai Windings auf und erhielt ab 6 Jahren Klavierunterricht. Doch erst als Zehnjähriger lenkte er seine Aufmerksamkeit auf die Welt der klassischen Musik. Mit wachsender Faszination entdeckte er hier, dass die Ursprünge der farbenreichen Jazzharmonik bereits bei Debussy, Ravel und sogar schon früher bei Liszt, Beethoven und Haydn zu finden sind. Auf “Exotica” präsentiert Nuss das Bild einer grenzenlosen musikalischen Welt in den Farben von Debussy, Milhaud, Villa-Lobos und unbekannterer zeitgenössischer Komponisten wie Alexandre Tansman und Masashi Hamuzu. Die musikalische Solidaritätsbekundung “Elegie für Fukushima” stammt sogar aus seiner eigenen Feder.

Am Freitag, 15.06.2012 um 20.00 Uhr können Sie Benyamin Nuss im Bouvier Kunstsalon, Fürstenstraße 1 in Bonn live erleben. Hier wird er seine Hörer bei einem Glas Wein in die wunderbare Klangwelt seiner neuen CD “Exotica” entführen. Der Eintritt ist frei!


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17.02.2012

“Stars von morgen” mit Rolando Villazón auf Erfolgskurs

Benyamin Nuss, Stars von morgen mit Rolando Villazón auf Erfolgskurs © Patrick Walter / DG Rolando Villazon

Nach dem erfolgreichen Auftakt der von Arte ausgestrahlten Sendereihe “Stars von morgen”, in der Rolando Villazón pro Sendung jeweils vier aussichtsreichen Aspiranten auf eine Karriere in der internationalen Klassikszene die Bühne in der Berliner Kulturbrauerei bereitet, kommen auch schon die nächsten Folgen. Zu Gast in der Sendung am 19. Februar sind die israelische Sopranistin Chen Reiss, die aus Hannover stammende Harfistin Teresa Zimmermann, Cellist Maximilian Hornung aus Augsburg und der in Bergisch Gladbach geborene Pianist Benyamin Nuss.

Auf seinem Albumdebüt “Benyamin Nuss Plays Uematsu” für Deutsche Grammophon hatte Nuss Klavierarrangements der Werke von Nubuo Uematsu, einem der führenden Komponisten für Musik in Computerspielen, vorgestellt. Damit positionierte sich der klassisch ausgebildete Pianist und Sohn eines Jazzposaunisten auf der Seite junger Musiker, die keine Berührungsängste vor Überschreitungen von Genregrenzen zeigen.

Die Kandidaten werden auch diesmal wieder durch die Musiker der Jungen Sinfonie Berlin unter Leitung von Dirigent Patrick Lange unterstützt. Den prominenten Experten wird Emmanuel Pahud, der Soloflötist der Berliner Philharmoniker, abgeben. Am 26. Februar wird die 3. Sendung ausgestrahlt. Zu Gast werden sein: Sopranistin Nino Machaidze, Flötistin Eva-Nina Kozmus, Geigerin Vilde Frang und das Orlowsky Trio.

“Stars von morgen”
mit Rolando Villazón
Arte
19.02.2012, 18.30 Uhr (Chen Reiss, Teresa Zimmermann, Maximilian Hornung und Benyamin Nuss)
26.02.2012, 18.30 Uhr (Nino Machaidze, Eva-Nina Kozmus, Vilde Frang und Orlowsky Trio)


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04.04.2011

Benyamin Nuss Takes the A-Trane

Benyamin Nuss, Benyamin Nuss Takes the A-Trane © Deutsche Grammophon / UMG Benyamin Nuss © Deutsche Grammophon / UMG

Eigentlich heißt es ja “Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm”. Aber für Nüsse scheint diese Regel auch zu gelten. Den Verdacht legt zumindest der Pianist Benyamin Nuss nahe, der letztes Jahr mit dem klassischen Album “Symphonic Fantasies” bei Decca debütierte. Der 21-Jährige ist Spross des Posaunisten Ludwig Nuss und Neffe des Pianisten Hubert Nuss. Durch beide bekam er früh neben einer Leidenschaft für klassische Komponisten wie Debussy, Ravel, Rachmaninow, Liszt und Chopin auch ein Feeling für den Jazz vermittelt. Jetzt wird sich Benyamin mit Vater Ludwig, Bassist Christian von Kaphengst, Schlagzeuger Tobias Backhaus und Saxophonist Peter Weniger als Special Guest (frei nach dem Motto: Weniger ist mehr!) im Berliner A-Trane von seiner jazzigen Seite zeigen. Konzertbeginn ist am 21. April um 22 Uhr.