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22.08.2018

Reizvolle Schattenspiele - Auf dem Album "Nightfall" zeigt Alice Sara Ott ein sensibles Gespür für unterschiedliche Stimmungen

Alice Sara Ott kombiniert mit den Einspielungen ausgewählter Werke von Debussy, Ravel und Satie ihre individuell geprägte Tastenkunst mit atmosphärischem Tiefgang zu einem reizvollen musikalischen Spiel der Kontraste.

Alice Sara Ott, Reizvolle Schattenspiele - Auf dem Album Nightfall zeigt Alice Sara Ott ein sensibles Gespür für unterschiedliche Stimmungen © Ester Haase Alice Sara Ott

Alice Sara Ott kann zum Zeitpunkt ihres 30. Geburtstags bereits auf eine zehnjährige Zusammenarbeit mit der Deutschen Grammophon zurückblicken, die eine Fülle gemeinsamer Aufnahmen hervorgebracht hat. Mit "Nightfall" ist der deutsch-japanischen Pianistin nun ein weiteres Album gelungen, das von großer musikalischer Inspiration und gewachsener Reife zeugt.

Filigran und anmutig

Die feine Ästhetik, die Alice Sara Ott auf ihrem neuen Album spinnt, zeichnet sie nicht nur als vielseitige Interpretin aus, sondern bereichert die technisch herausragenden Einspielungen um viele stimmungsvolle Zwischentöne. Alice Sara Ott hat sich intensiv mit den musikalischen Handschriften von Claude Debussy, Erik Satie und Maurice Ravel auseinander gesetzt und lotet mit "Nightfall" aus ihrem ganz persönlichen Blickwinkel das Spannungsfeld von Licht und Dunkelheit in der Musik aus. Ihre Interpretationen der vielschichtigen Werke gleichen detaillierten Stimmungsbildern, mit denen sich die Pianistin stilsicher in die Pariser Kunstwelt um die Wende zum 20. Jahrhundert stürzt, um faszinierende Einblicke zu offenbaren.

Pariser Musikwelt

Claude Debussy, Erik Satie und Maurice Ravel waren zwar zeitgleich gegen Ende des 19. Jahrhunderts künstlerisch in Paris zuhause, haben mit ihren Werken jedoch ganz unterschiedliche kompositorische Spuren hinterlassen. Ihre seelischen Abgründe und Sehnsüchte kommen mal in einer träumerischen Sinnsuche wie Claude Debussys "Rêverie" von 1890, oder in einer düsteren, romantischen Erzählung zum Ausdruck, wie Maurice Ravels "Gaspard de la nuit" von 1908. Ob in minimalistischen Momentaufnahmen, wie Erik Saties "Gymnopédies" und "Gnossiennes", die zwischen 1888 und 1890 entstanden sind, in Debussys tänzerischer "Suite bergamasque", die 1905 veröffentlicht wurde, oder in seinem berühmten "Clair de lune", das als Vertonung von Paul Verlaines Gedicht die Hin- und Hergerissenheit zwischen Glück und Schmerz zum Ausdruck bringt - Alice Sara Ott erweist sich auf ganzer Linie als sensible Interpretin der filigranen Klänge und hat mit "Nightfall" darüber hinaus ein bezaubernd schönes und stilistisch durch und durch überzeugendes Spiegelbild einer faszinierenden Zeit kreiert.

Licht und Schatten

Filigrane Transparenz und tiefgründige Melancholie sind nur zwei der stimmungsvollen Phänomene, die in der Musik von Claude Debussy, Erik Satie und Maurice Ravel stecken. Die musikalische Sprache der drei französischen Komponisten hat Alice Sara Otts Spiel geprägt und umgekehrt durchdringt die Pianistin die Werke mit ihrer ganz individuellen Gestaltungsweise, die auch die kleinsten farblichen Nuancen aus den Stücken herauskitzelt. Mit viel Fingerspitzengefühl zeichnet Alice Sara Ott die Schatten, Konturen und Kontraste nach, die in der Musik stecken, spürt den changierenden Stimmungswechseln nach und verleiht mit großer dynamischer und agogischer Eleganz jeder noch so kleinen Wendung eine Bedeutung. Mit der Auswahl der Stücke bringt die Pianistin ihre persönliche Faszination für psychologische Abgründe und Widersprüche und die Ambivalenz des menschlichen Seelenlebens zum Ausdruck, die jeder in sich trägt und die genauso schwer zu fassen sind wie die wechselhaften Stimmungen in der vielschichtigen Musik.